“Jeder Mensch hat das Recht, seine Perspektive darzustellen”

“Jeder Mensch hat das Recht, seine Perspektive darzustellen”

“Insektensterben”, “Massentierhaltung”, “Ackergifte” – die mediale Berichterstattung über moderne Landwirtschaft wird häufig durch solche Negativ-Schlagworte geprägt. Viele Landwirte und ihre Familien sind damit sehr unzufrieden und werden selbst aktiv in Sachen Öffentlichkeitsarbeit. Aber das wiederum wird auch nicht immer gerne gesehen. Ich habe den Kommunikationsexperten Hasso Mansfeld zum Thema befragt.  

Frage: Herr Mansfeld, kürzlich berichtete der NDR kritisch über die Initiative von Landwirten, eigene Stallvideos im Netz zu verbreiten. Sie hingegen plädieren dafür, PR als Menschenrecht anzusehen. Was würden Sie den NDR-Redakteuren entgegnen?

Antwort: Jeder Mensch hat das Recht, seine Perspektive in der Öffentlichkeit darzustellen. Das ist ein elementares Recht in freien Gesellschaften. Zudem ist es auch ein klares journalistisches Prinzip immer auch die andere Seite zu hören: Audiatur et altera pars. Das jemand sich besonders gut darstellen will, liegt doch in der Natur der Sache begründet. Das Recht der freien Meinungsäußerung deckt auch einseitige, manipulative und beschönigende Darstellungen ab. Einzelnen Beteiligten mit klaren Partikularinteressen, vorzuwerfen, sie wollen eine plurale Debatte dadurch unterbinden, dass sie eigene Videos posten, ist absurd. Gerade die Gegenperspektive ist doch elementarer Teil der Vielfalt von Meinungen innerhalb der Debatte. Wer lügen will, der darf natürlich auch lügen. Nur darf er sich nachher nicht beschweren, wenn er der Lüge bezichtigt wird.

Frage: Sie glauben also nicht, dass die Landwirte eine vielfältige Debatte blockieren wollen?

Antwort: Also ich glaube, dass niemand daran interessiert ist, dass er selber oder seine Branche in einem besonders schlechten Licht dargestellt wird. Insofern gibt es sicherlich Landwirte, die für sie negative Berichterstattung gerne verhindern würden. Das tun Sie aber nicht, indem sie ihre eigenen Videos und Textbeiträge veröffentlichen. Was jemand will oder nicht will, ist seine eigene Sache, solange er nicht wirklich etwas blockiert, die Berichterstattung von freien Medien beispielsweise.

Frage: Woran liegt es Ihrer Meinung nach, dass PR häufig die Glaubwürdigkeit abgesprochen wird, es sei denn sie kommt von NGOs?

Antwort: Die Ziele, um die es Greenpeace, Foodwatch & Co zu tun ist, klingen gerecht. Sie rühren an das menschliche Mitgefühl. Man rettet die Bienen, Wale oder den Wald, schützt süße Robbenbabys und verhindert, dass kleine Kinder Gift im Brei schlucken. Wer traut sich da schon, mit skeptischer Miene zu fragen: “Ist alles wirklich so schlimm?”, oder: “Welche Belege gibt es dafür denn?” Die Präferenz eines überproportional großen Anteils von Journalisten für die Grünen trägt sicher auch nicht zu einem kritischen Klima gegenüber NGOs bei.

Frage: Welche Tipps haben Sie für Landwirte, die gerne bei der Diskussion im Netz mitmischen wollen?

Antwort: Immer einen eigenen Weg, eine eigene Idee zu entwickeln, über sich und seine Tätigkeit zu berichten. Von sich aus das Spannungsfeld und offenbare Probleme ansprechen , wie man damit umgeht und wie man sie versucht zu lösen. Die möglichen Defizite und Dilemmata selber thematisieren. Sich immer vergegenwärtigen, dass es “nur” die eigene Perspektive ist, die man gerade vorträgt, dass man indes das Recht hat, sie vorzutragen und die anderen aber auch das Recht haben, diese Perspektive zu kritisieren. Der französische Aufklärer François de La Rochefoucauld hat einmal festgestellt: “Sich selbst zu betrügen, ohne es zu merken, ist ebenso leicht, wie es schwer ist, andere zu betrügen, ohne dass sie es merken.” Ich glaube es hilft, immer an Rochefoucauld zu denken, wenn man ein Video über sich selber und seine Tätigkeit macht.

Frage: Im Moment werden Videos von Singvögeln mit dem Hashtag “#stummerFruehling” gepostet, um zu zeigen, dass bestimmte gesellschaftliche Gruppen in ihrer Kommunikation übertreiben. Was halten Sie davon?

Anwort: Super Idee. Der Hashtag “#stummerFruehling” soll doch den Menschen Angst machen und ihnen suggerieren, dass sich die Situation im Vergleich zu früher verschlechtert hat. Die Theorie zum “Stummen Frühling” ist ja, dass die Vögel alle sterben, weil sie keine Nahrung mehr finden. Da ist es doch ein schönes Zeichen der Aufklärung den Menschen zu zeigen, dass der Frühling alles andere als stumm ist.

 

Zur Person:

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Hasso Mansfeld ist Kommunikationsberater. Der studierte Agrar-Ingenieur wurde bereits viermal mit dem Deutschen PR-Preis ausgezeichnet, unter anderem für eine Kampagne zu einem erfolgreichen Imagewechsel der Bio-Landwirtschaft.

 

 

Bildnachweis: Heike Rost

 

Das Comeback der Lebensmittelkarte

Das Comeback der Lebensmittelkarte

Noch keine drei Wochen im Amt, schon reißt Svenja Schulze (SPD) der Geduldsfaden. Die Rettung der Insekten geht nicht schnell genug voran. So teilt die neue Umweltministerin in einer Pressemitteilung mit:

“Wir wissen um das dramatische Insektensterben. Das ist ein großes, existenzielles Problem, auf das wir große Antworten finden müssen. Das wird den Umgang mit Pestiziden betreffen und die Art, wie wir Landwirtschaft betreiben. Hier wird sich in den nächsten Jahren einiges ändern müssen.”

Als Sofortmaßnahme greift Schulze jetzt zu unkonventionellen Mitteln: Sie will die gute alte Lebensmittelmarke wieder einführen. Durch Unterstützung der Landwirte vor Ort etwa durch Unkrautjäten auf den Feldern oder durch Pflegearbeiten von Hecken und anderen Landschaftselementen kann sich jeder Bürger Anrechte auf Lebensmittelmarken erarbeiten. Lebensmittel können künftig nur noch unter Vorlage dieser Bezugsscheine gekauft werden. Schulze begründet diesen radikalen Schritt mit der gemeinsamen Verantwortung aller Menschen für die Natur:

“Die Landwirte können unmöglich die ganze Last der notwendigen Veränderungen alleine tragen. Hier ist der Verbraucher gefragt. Künftig kann nur noch derjenige öffentliche Leistungen der Landwirtschaft wie erschwingliche Lebensmittel und Landschaftspflege in Anspruch nehmen, der auch was dafür tut.”

Der Hintergrund: Das ambitionierte Pestizidreduktionsprogramm der Bundesregierung sieht u.a. den kompletten Verzicht auf chemische Unkrautbekämpfung vor. Svenja Schulze stellt in ihrer Regierungserklärung (Protokoll, S. 2199) fest:

“Die Menschen in Deutschland haben ganz eindeutig zum Ausdruck gebracht, dass sie kein Glyphosat auf unseren Äckern wollen und dass sie insgesamt einen sorgsameren Umgang mit Pfanzenschutzmitteln einfordern. Wir werden deshalb die Anwendung von Glyphosat in dieser Legislaturperiode schnellstmöglich beenden.”

Da chemische Alternativen zu Glyphosat ökologisch problematischer sind und auch mechanische Methoden der Unkrautbekämpfung wie Pflügen und Hacken mit Traktoren Biodiversität vernichten, soll jetzt wieder mit der Hand gejätet werden. Bei den Insektiziden ergibt sich eine ähnliche Lage: Da auch für den Ökolandbau zugelassene Pestizide wie Spinosad oder Pyrethrine als bienengefährlich eingestuft sind, stellen diese Mittel Schulze zufolge keine echte Alternative da. Sie stellt klar:

“Im Grunde kann man bei keinem Insektizid, das gespritzt wird, eine mögliche Schädigung von Nützlingen sicher ausschließen. Bei biologischen Präparaten mit dem Bacillus Thuringiensis wurde sogar nachgewiesen, dass Spritzanwendungen damit – etwa zur Stechmückenbekämpfung – den Bruterfolg von Vögeln in den behandelten Regionen beeinträchtigen.”

Letztlich bliebe nur das Absammeln der Schadinsekten mit der Hand, resümiert die Ministerin, sonst ließe sich das Bienensterben nicht aufhalten. Da das einen enormen Arbeitskräftebedarf erfordert, der nicht durch prekäre Beschäftigung gedeckt werden soll, wird diese Wohlfahrtsleistung der Landwirtschaft jetzt vergesellschaftet.

“Früher hatte schließlich auch jeder seinen Hausgarten sowie sein Schwein oder seine Ziege für den Eigenbedarf im Hinterhof. Auf diese Weise stellen wir den Kontakt der Bevölkerung zur landwirtschaftlichen Urproduktion wieder her”,

freut sich Slow-Food-Mitglied Svenja Schulze. Natürlich sei es vermutlich schwierig, sich die nötige Zeit für diese Tätigkeiten freizuhalten, gibt die Ministerin zu, aber so könne man den Jahresurlaub ja auch mal sinnvoll verbringen:

“Sehen Sie, wenn Sie auf die Flugreise nach Mallorca verzichten, leisten Sie auch gleichzeitig einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz. Schließlich haben wir unser für 2018 erlaubtes CO2-Pensum bereits im März aufgebraucht. Da müssen wir jetzt die Notbremse ziehen. Ein Weiter-So kommt nicht in Frage.”

Außerdem habe die Mithilfe auf den Bauernhöfen den begrüßenswerten Nebeneffekt, dass die Menschen den Wert von Lebensmitteln wieder mehr würdigen, ist sich Schulze sicher. Und: Die Regierung könne den Konsum bestimmter Lebensmittel über die Vergabe von Marken sehr gut steuern: Fleisch (schlechte Klimabilanz, Tierschutz-Problematik) oder besonders zuckerhaltige Getränke (Übergewicht!) können auf diese Weise einfach künstlich verteuert werden. Wer nicht in der Lage ist, seinen Arbeitseinsatz zu leisten, kann die Bezugsrechte auf Antrag auch käuflich erwerben. Lebensmittel, die sich hierzulande nicht so großer Beliebtheit erfreuen wie z.B. Schweineköpfe und Hühnerfüße, können auch ohne Lebensmittelkarte erworben werden. Damit will die Umweltministerin in der Entwicklungshilfe wichtige Akzente setzen:

“Es darf schließlich nicht sein, dass wir mit unseren Abfällen die heimischen Märkte in Afrika zerstören.”

Auf die Frage, ab wann die umfassenden Änderungen gelten sollen, gibt Schulze Auskunft:

“Unverzüglich. Sofort! Schließlich fordert die Moral von uns ein sofortiges Handeln und duldet keinen Aufschub. Das sind wir nachfolgenden Generationen schuldig.”

 

Bildnachweis:  Bundesarchiv, Bild 183-H26799 / CC-BY-SA 3.0

Windschutzscheiben-Psychologie

Windschutzscheiben-Psychologie

“Dass die Insekten sterben, sehe ich an meiner Windschutzscheibe – die ist heute nämlich sauber, früher klebte sie voller Insekten.” – Mehr Beweis braucht es nicht: Nahezu in jedem Artikel sowie in jedem zweiten Internet-Post, der sich irgendwie mit dem Thema Insektensterben und der Krefelder Studie dazu befasst, kommt dieses Beispiel zur Veranschaulichung zum Tragen. Doch wie plausibel ist dieser “Beweis” eigentlich?

Ich fange mal bei mir selbst an: Vor dreißig Jahren hatte ich noch keinen Führerschein. Damals hat mich der Verdreckungsgrad von Windschutzscheiben somit nicht interessiert. Meine erste längere Autofahrt als Fahrerin liegt rund 25 Jahre zurück. Die Tour ging vom Münsterland bis nach Lüneburg. Ich kann mich daran erinnern, dass ich gegen Ende der Fahrt wirklich müde wahr und die schöne Landschaft rund um Uelzen hat sich mir auch eingeprägt, aber wie die Windschutzscheibe meines Ford Fiesta damals aussah, weiß ich auf Gedeih und Verderb nicht mehr. Ich kann mich jedenfalls nicht an einen Tankstellen-Stopp erinnern, bei dem ich die Scheibe hätte sauber machen müssen.

Generell habe ich keine Erinnerung an eine mit Insekten verklebte Scheibe. Und selbst wenn ich eine hätte: Wäre das dann wohl eine Erinnerung an eine durchschnittlich verdreckte Scheibe oder eher eine Erinnerung an eine außergewöhnlich verdreckte Scheibe? Ich vermute mal, dass sich eher die außergewöhnlichen Dinge ins Gedächtnis einprägen.

Die Rückschau ist trügerisch. Die Sicht auf vergangene Zeiten verklärt nicht nur die Vergangenheit (“Früher war alles besser”), sondern sie ist einfach nicht verlässlich. Psychologen konnten nachweisen, dass man Menschen Erinnerungen regelrecht einpflanzen kann, so dass sie glauben, sich an etwas zu erinnern, was sie nie erlebt haben.

Nicht falsch verstehen: Ich gönne jedem seine Erinnerung an mit Insekten verschmierte Windschutzscheiben – egal ob eingebildet oder echt. Nur ich habe eine Bitte: Bitte nicht versuchen, daraus irgendeine Evidenz für was auch immer abzuleiten! Das funktioniert nämlich nicht. Die Aussage “Früher klebten mehr Insekten an der Scheibe” ist heute weder verifizier- noch falsifizierbar. Es ist einfach nur eine Anekdote – nicht mehr und nicht weniger. Ich verstehe daher nicht, dass auch Wissenschaftsjournalisten diese Anekdote bemühen. Wenn über die Wirksamkeit von Homöopathie diskutiert wird, werden diese anekdotischen Beweisführungen müde belächelt, in Sachen Insektensterben dienen sie dem guten Zweck.

 

Bienenverluste: “Der Fehler steht hinter dem Kasten”

Bienenverluste: “Der Fehler steht hinter dem Kasten”

Die medialen Alarmglocken tönen laut: Bienensterben, Insektensterben – wenn man die Schlagzeilen konsequent zu Ende denkt, steht das Ende der Zivilisation kurz bevor. Ich habe dazu mal einen Bienenexperten gefragt: Dr. Gerhard Liebig.

Frage: Herr Dr. Liebig, wie lange beschäftigen Sie sich schon mit Bienen?

Antwort: Ich habe von 1970 bis 1975 an der Universität Hohenheim in Stuttgart Agrarbiologie studiert. Am Institut für Phytomedizin habe ich mich in meiner Diplomarbeit und Doktorarbeit mit Blattläusen beschäftigt. Über diese Blattläuse bin ich zu den Bienen gekommen, denn es gibt auch bienenwirtschaftlich wichtige Läuse auf Waldbäumen wie Fichte und Tanne. Nur wenn diese an der Rinde saugenden Blattläuse in Massen auftreten und dann viel Honigtau produzieren, gibt es Wald- und Tannenhonig. Dieser ist besonders begehrt. Ich erhielt einen Forschungsauftrag, die Populationsdynamik dieser Insekten zu untersuchen. Das habe ich dann 37 Jahre lang gemacht und in den 1980er Jahren auch den Hype um das „Waldsterben“ vor Ort miterlebt. „Nebenbei“ habe ich mich mit der Honigbiene und ihrer Haltung beschäftigt. Daraus ist dann eine weitere Langzeitstudie entstanden, in der ich 22 Jahre lang untersucht habe, wie sich Bienenvölker entwickeln und welchen Einfluss die Umwelt auf die Volksentwicklung hat. Dabei bin ich selbst zum Bienenhalter geworden.

Frage: Was meinen Sie, wird man bei uns die Obstbäume bald auch per Hand bestäuben müssen wie in China?

Antwort: Das ist ein Beispiel, wie durch ständige Wiederholung die Lüge – wenn nicht zur Wahrheit – aber zur Tatsache wird. Mit dem Kinofilm „More than honey“ wurde diese Behauptung im November 2012 in die Welt gesetzt. Im Fernsehen wurde dieser preisgekrönte Film mehrmals ausgestrahlt. China ist Honigexportland! Die Völkerdichte liegt in China höher als in den USA. Die Apfelproduktion hat sich in China seit den 1990er Jahren bei nahezu konstanter Anbaufläche mehr als verfünffacht. Die Handbestäubung in China wird praktiziert, wenn es darum geht, neue Apfelsorten zu züchten, die auch für den Export geeignet sind.

Frage: Gibt es Ihrer Meinung nach also gar kein Bienensterben?

Antwort: Es kommt darauf an, wie man „Bienensterben“ definiert. In einem Bienenvolk sterben jährlich etwa eine Viertelmillion Bienen eines natürlichen Todes, im Sommer sind es etwa 2.000 täglich, im Winter im Durchschnitt nur 30. Das Volk bleibt dennoch am Leben, denn es kommen auch Bienen zur Welt. Im Frühjahr schlüpfen mehr Bienen als Bienen sterben, die Völker wachsen dann. Im Winter werden keine Bienen erbrütet, die Völker schrumpfen dann. Wenn alle Bienen eines Volkes im Winter abgehen, stirbt das Volk. Wenn das vielerorts passiert, gibt es ein „Völkersterben“, das in der medialen Berichterstattung als „Bienensterben“ bezeichnet wird.

Im Durchschnitt gehen in Deutschland etwa 10 Prozent der Völker im Winter ein, wobei in jedem Winter bei den etwa 100.000 Bienenhaltern in Deutschland die Schwankungsbreite der Verlustrate zwischen 0 und 100 Prozent liegt. Auch das ist nichts Besonderes. Die Imker, die verlustfrei imkern, bilden die schweigende Mehrheit. Nur die Betroffenen klagen und werden gehört. Hinzu kommt die Einstellung vieler Berichterstatter in den Medien: „Only bad news are good news“. Zuschauer, Zuhörer und Leser bekommen ständig und stetig den Eindruck vermittelt, dass es immer schlimmer wird. Völkerverluste im Winter werden durch die im Frühjahr übliche Völkervermehrung ausgeglichen, so dass die Völkerzahl in Deutschland stabil bleibt oder auch zunimmt – wie in China, wie in den USA und anderswo. Völker sterben im Winter nur, wenn der Bienenhalter Fehler macht. Die Hauptursache für Völkerverluste im Winter ist eine unzureichende Varroabehandlung. Der Fehler steht also hinter dem Kasten.

Frage: Seit wann gibt es die Varroamilbe in Deutschland?

Antwort: Die Varroamilbe wurde in Westdeutschland in den 1970er Jahren beim Import von Bienenvölkern aus Pakistan eingeschleppt. In die damalige DDR kam sie aus dem Osten Europas. Die Varroamilbe war ursprünglich nur ein Parasit der Asiatischen Honigbiene. Diese Art hatte früher keinen Kontakt zur Europäischen Honigbiene, die in Europa und in Afrika lebte. Die Europäer haben bei der Kolonisierung Asiens Völker der Europäischen Honigbiene in ihre Kolonien verbracht. Dann ist die Varroamilbe auf die Europäische Honigbiene übergewechselt. Das ist auch nach dem Import von Bienenvölkern der Asiatischen Honigbiene im Taunus geschehen. Von dort hat sich die Varroamilbe innerhalb eines Jahrzehntes in ganz Deutschland verbreitet.

Die Asiatische Honigbiene ist resistent gegen die Varroamilbe, die Europäische Honigbiene ist es nicht. In ihren Völkern vermehrt sich die Varroamilbe während der Brutperiode -von März bis Oktober- ungehemmt. Wenn der Varroabefall die Schadenschwelle überschreitet, erkranken die Völker und sterben an “Varroose”. So nennt man die Krankheit, die ausbricht, wenn die Völker zu viele Milben haben. Die Völker fliegen sich kahl, ihre Bienen gehen ab. In den USA wird sie „CCD“ genannt (Colony Collapse Disorder). Die Schadensschwelle liegt im Herbst und Winter deutlich niedriger als im Frühjahr und Sommer.

Frage: Was kann der Imker denn gegen Milbenbefall tun?

Antwort: Der Imker muss alljährlich seine Völker gegen die Varroamilbe behandeln. Dafür gibt es inzwischen eine große Anzahl zugelassener Medikamente. Die meisten Imker behandeln ihre Völker mit Ameisensäure und Oxalsäure. Diese Säuren werden nur nach der Honigernte angewendet, sodass keine Rückstände in den Bienenprodukten entstehen können.

Frage: Sie haben jahrzehntelange Erfahrung mit Bienen: Geht es den Tieren heute schlechter als früher – von der Milbe einmal abgesehen? Es heißt, die Bienen sind wegen der Pestizide aus der Landwirtschaft und aufgrund von Nahrungsmangel anfälliger als früher.

Antwort: Diese Behauptung ist ähnlich zu bewerten wie die bereits erwähnte Handbestäubung in China. Sie wurde öffentlich gemacht von der Stiftung Warentest in ihrem Augustheft 2013 mit dem Artikel „Wenn das Summen verstummt“. An der Verbreitung dieser Behauptungen haben sich auch der BUND mit dem Flyer „Bienensterben stoppen! Pestizide – Gift für Mensch und Umwelt“ und Greenpeace mit der Broschüre „Bye, Bye Biene?“ beteiligt. Das Ganze gipfelte in einer Studie der Freien Universität Berlin, die von der Bundestagsfraktion der Grünen in Auftrag gegeben wurde und die zu dem Ergebnis gekommen ist, dass es den Bienen in der Stadt besser gehe als den Bienen auf dem Land. Schuld sei die „Intensive Landwirtschaft“ mit ihren Monokulturen, durch ihren übermäßigen Pestizideinsatz und durch Düngung. Das ist schlichtweg falsch. Die Honigproduktion in Deutschland und auch die durchschnittliche Honigleistung pro Volk ist seit Ende des Zweiten Weltkrieges stetig angestiegen. Das liegt in erster Linie an der Ausdehnung des Rapsanbaus. Dank Züchtung, Pflanzenschutz und Düngung ist nicht nur der Kornertrag gestiegen, der Raps honigt heutzutage besser als vor 40 Jahren, als ich mit meinen Langzeitstudien begonnen habe.

Frage: Experimente zeigen, dass sogenannte Neonicotinoide Bienen orientierungslos machen. Wenn es solche Indizien gibt, dass diese Insektizide den Bienen schaden, wäre es dann nicht besser, die Anwendung dieser Substanzen sofort zu verbieten?

Antwort: Diese Ergebnisse wurden im Freiland mit präparierten Einzelbienen erzielt, spiegeln aber nicht die Verhältnisse im Freiland wider. Die Versuche beeindrucken durch den Einsatz von „Hightech“, liefern aber nur „hot air“. Wenn man einer Biene einen Chip oder einen Transponder auf den Rücken klebt, um ihren Flug verfolgen zu können, dann verändert bereits das ihr Verhalten. Wenn man die so präparierten Tiere zusätzlich mit einer Zuckerlösung füttert und dieser den Wirkstoff eines Pestizids beimischt, ist diese Verhaltensänderung noch stärker ausgeprägt, wobei es dabei auch auf die Dosis ankommt. Häufig wurde zum Nachweis einer Giftwirkung überdosiert.
Mit einem Neonicotinoid gebeizte Raps- oder Maisfelder werden von Bienen während der Blüte beflogen. Die Bienen sammeln dort Pollen und Nektar. Pollen und Nektar sind in subletalen Dosen mit dem bienengiftigen Wirkstoff kontaminiert. Doch wirkt sich der Eintrag von kontaminierten Pollen und Nektar weder auf das Sammelverhalten noch auf die Volksentwicklung aus. Das wird im Rahmen jedes Zulassungsverfahrens geprüft und später auch überprüft. Die Rückkehrquote der Sammlerinnen liegt bei 99 Prozent, egal ob die Völker gebeizten oder nicht gebeizten Raps oder Mais befliegen. In Versuchen mit der oben beschriebenen „Hightech“ zeigten selbst die unbehandelten Kontrollbienen eine auf weniger als 90 Prozent geminderte Rückkehrquote. Wenn das normal wäre und für alle Sammlerinnen gelten würde, wäre ein Volk nach einem Trachttag, an dem die 20.000 Sammlerinnen eines normalstarken Volkes etwa 10-mal zum Sammeln ausfliegen, bereits nach einem Tag „kahlgeflogen“ – auch wenn keine Pestizide im Spiel sind. Der Pflanzenschutz über Saatgutbeizung ist ökologisch sinnvoller als der Pflanzenschutz über Spritzen. Deshalb sollte man die Saatgutbeizung nicht verteufeln und abschaffen, sondern gut heißen und wieder anwenden.

Frage: Wie geht es denn den wilden Verwandten unserer Honigbiene, den Wildbienen aus Ihrer Sicht?

Antwort: Das ist auch so ein Ding. Es gibt sehr wenige Untersuchungen über Vorkommen und Auftreten von Wildbienen. Die „Hohe Zeit“ der Wildbienenforschung liegt etwa 20 Jahre zurück. Um die Jahrtausendwende sind mehr Wildbienenfunde gemeldet worden als vorher und nachher. Die Fachleute von damals sind inzwischen im Ruhestand. Der immer wieder gemeldete Rückgang an Wildbienenarten kann auch dadurch bedingt sein, dass es immer weniger Menschen gibt, die die Arten kennen. Nur wer sucht findet sie. Wenn man nicht sucht, findet man keine. Dieser Gedankengang bietet sich auch als Erklärung an für den allgemein beklagten Rückgang der Biodiversität. Von vielen wird nur dort und wenn überhaupt nur so geguckt, dass sie sich in ihrer Haltung bestätigt fühlen. Von einigen Naturschützern und Wildbienenexperten wird die Meinung vertreten, dass Wildbienen auch unter der Konkurrenz der Honigbiene leiden und betrachten die aktuelle Entwicklung der Honigbienenhaltung – die Anzahl von Bienenhaltern und Bienenvölkern wächst stetig – sehr kritisch. Das sollte vor allem von den Imkern beachtet werden, die vorgeben, „ökologisch“ zu imkern und deswegen die besseren Imker zu sein. Man findet sie bei Demeter und Bioland.

Frage: Sind Sie mit Ihrer Ansicht schon angeeckt – quasi als „Bienensterben-Leugner“ betitelt worden oder ähnliches?

Antwort: Das kam und kommt immer wieder vor. Es gehört dazu, wenn man gegen den „Mainstream“ schwimmt. Wenn Andersdenkende keine Argumente haben, aber fest an ihrem Glauben festhalten wollen, reagieren sie häufig polemisch. Häufig wird mir unterstellt, ich würde von einem Pharmakonzern bezahlt.

Frage: In den Medien wird das Bienensterben oft als Faktum dargestellt – zuletzt in der Talkrunde „hart aber fair“ Anfang Dezember im Ersten. Was halten Sie davon?

Antwort: Durch ständige Wiederholung wird die Lüge nicht zur Wahrheit, aber zur Tatsache. Das ist jetzt auch eine Wiederholung. Ich habe die Sendung gesehen und zwar zweimal, das erste Mal live und dann ein zweites Mal per Mediathek. Beim zweiten Angucken habe ich die Sendung auch mit einer Kamera aufgenommen. Ich will den Film bearbeiten, mit anderen Medienberichten über das Bienensterben – ich sammele sie seit 2006 – kombinieren, um zu dokumentieren, wie die Reise bisher verlaufen ist und wohin die Reise geht. Als Schlusspunkt dieser Reise bietet sich das Jahr 2020 an. In einem bei Phoenix gesendeten Beitrag des Bayerischen Rundfunks über „Das Sterben der Bienen“ wurde vorhergesagt, dass es „in 10 Jahren keine Bienen mehr“ geben würde. Der Dokumentarfilm wurde 2010 hergestellt. Im April 2006 wurde in „Bild am Sonntag“ der damalige Präsident des Verbandes der Berufsimker Deutschlands mit den Worten zitiert: „Der Todeskampf der Honigbiene und der Imkerei in Deutschland hat begonnen.“ Die Honigbiene galt damals laut „BamS“ als das viertwichtigste Nutztier. Es ist auf Platz 3 gerückt. In diesem „BamS“-Artikel findet man auch das „Einstein-Zitat“, das von vielen Kommentatoren erwähnt wird. Es ist eindeutig unsinnig und es stammt nicht von Einstein.

Ich habe inzwischen auch alle 1.604 Kommentare, die vor, während und nach der Sendung ins Gästebuch der Sendung „hart aber fair“ eingetragen wurden, gelesen und bin dabei, sie auszuwerten. Das wird etwas länger dauern.

Frage: Welchen Eindruck haben Sie bisher von den Kommentaren?

Antwort: Die meisten Kommentare sind emotional und polemisch formuliert. Sie geben den „Mainstream“ wieder, laut dem die „Intensive“ Landwirtschaft an der Misere schuld ist und der Zusammenbruch des „Ökosystems“ bevorsteht. Diese Meinung haben auch vier Teilnehmer der Talkrunde „hart aber fair“, hart und nicht fair mit Nachdruck vertreten, der Moderator und drei der fünf eingeladenen Studiogäste, die Imkerin, der Wissenschaftsjournalist und der Grünen-Politiker.

Im Gästebuch haben sich auch einige Zuschauer zu Wort gemeldet, die sowohl beim Thema „Bienensterben“ und auch beim Thema „Insektensterben“ Sachkunde erkennen lassen und die Problematik differenziert betrachten. Diese differenzierte Betrachtung hätte eigentlich im Vorfeld der Sendung passieren müssen. Das ist unterblieben. Den Machern der Sendung kann man somit unterstellen, dass sie sich von einer Erkenntnis haben leiten lassen, die das Handeln vieler Journalisten bestimmt, nach der dem Publikum die einfache Lüge leichter beizubringen ist als die komplizierte Wahrheit. In dieser Hinsicht war es eine gelungene Sendung.

 

Zur Person:

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Bild: www.immelieb.de

Dr. Gerhard Liebig hat 37 Jahre lang im Dienste der Landesanstalt für Bienenkunde in Stuttgart-Hohenheim an Bienen geforscht. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit lag darauf, Konzepte zur Bekämpfung der Varroamilbe zu entwickeln. Auch im Unruhestand (seit 2011) beschäftigt er sich mit Bienen, verfasst Fachartikel und betreibt die Website www.immelieb.de, auf der sich alles um die Biene dreht und um ihren größten Feind, die Varroamilbe. Liebig ist Autor des beliebten Standardwerks “Einfach Imkern”, dessen 3. Auflage momentan vergriffen ist. Eine 4. Auflage ist für Frühjahr 2018 geplant.

 

Bildnachweis: Universität Hohenheim

Insekten zählen

Insekten zählen

Das Insektensterben hat es sogar bis in das 61-seitige Papier geschafft, das den weiteren Jamaika-Sondierungsgesprächen zugrunde liegen soll. Auf S. 11 steht:

“Wir werden umgehend die Ursachen des Rückgangs der Insektenpopulationen untersuchen und gleichzeitig ein Sofortprogramm für den Schutz und die Verbesserung der Lebensbedingungen der Insekten erarbeiten und umsetzen.”

Allerdings steht der Passus in eckigen Klammern und wird dementsprechend wohl noch diskutiert.

Derweil geht der Experten-Streit, wie man richtig Insekten zählt, weiter. Die im Oktober in Plos One erschienene Veröffentlichung von Hallmann et al. “More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected areas” hatte viel Medienwirbel und auch Methodenkritik ausgelöst. Wie die FAZ berichtete, haben die Autoren jetzt auf die Kritik, die starke Veränderung bei der Biomasse hänge vom Anfangsjahr ab, reagiert. Sie schreiben, dass ihr Statistik-Modell auch mit einem anderen Startjahr zu ähnlichen Ergebnissen kommt:

“However, to clear all doubts, and as a robustness check, we reran our statistical models, and trend calculations are as follows
• Years 1989 – 2016: decline overall 76.7% – mid-summer decline 81.6% (n=1503 data points, as in the paper)
• Years 1991 – 2016: decline overall 76.8% – midsummer decline 82.0% (n=1279 data points)”

Die FAZ schlussfolgert daraus, dass die “komplizierte statistische Schätzmethode” der Autoren offenbar nicht verstanden worden war:

“So hatte Statistik-Professor Walter Krämer sie fürs RWI als „Unstatistik“ abgekanzelt.”

Heute reagiert Prof. Krämer in einem Interview mit der Welt:

“Muss ich auf solche Vorwürfe reagieren? Ich befasse mich mit diesen Methoden seit Jahrzehnten und bleibe bei meiner Kritik. Die Stichprobe wurde jenseits der üblichen wissenschaftlichen Seriosität gemacht. Das sind zufällige Standorte, die auch immer wieder gewechselt worden sind. Die Daten sind deshalb von schlechter Qualität und nicht verallgemeinerbar.”

Die gesammelten Daten sind so heterogen, dass sich daraus keine Verallgemeinerungen ableiten lassen: unterschiedliche Orte, unterschiedliche Zahl der Proben je Ort und/oder Jahr. In drei Jahren wurden gar keine Proben genommen. Die Lücken im Datenpool werden durch Schätzungen ersetzt. Nur beruhen diese Schätzungen auf bestimmten Grundannahmen, die ihrerseits erst einmal wieder begründet werden müssen. Das passiert in Hallmann et al. aber nicht. Es gäbe da einen Grundsatz, erklärt Prof. Krämer auf Nachfrage: “Garbage in – garbage out” – Wenn ich Unsinn reinstecke, bekomme ich auch Unsinn heraus.

Ein Musterbeispiel für die Ermittlung von Insekten-Biomasse liefert eine Studie aus Großbritannien. “Long-term changes in the abundance of flying insects” ist eine Arbeit, die aus einem Projekt am Institut Rothamsted Research hervorgegangen ist: Immer die gleichen Orte, immer die gleichen Fallen, immer der gleiche Rhythmus der Probennahme und das über einen langen Zeitraum. “Das ist der Goldstandard”, erklärt Krämer. Rothamsted gelte sowieso als das Mekka der Statistik. Hier habe Ronald A. Fisher in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts gewirkt, der zum Beispiel wichtige Maßstäbe in der Versuchsplanung gesetzt hat.

Dass es einen Rückgang bei den Insektenpopulationen gibt, hält Prof. Krämer durchaus für plausibel: “Dass da was ist, bestreite ich überhaupt nicht, nur es muss methodisch korrekt abgebildet werden”, erklärt er und stellt klar:

“Was mich ärgert ist, dass die Medien – selbst Qualitätstitel wie FAZ, SZ, ZEIT und dpa – jeden Blödsinn ungeprüft übernehmen. Die haben doch die Verpflichtung, dahinter zu schauen.”

 

Links

• Englische Insekten – 30 Jahre Beobachtung 

• Nun sprühen sie wieder

• Insektensterben – alles Scheiße?

Grossarths Furor

Grossarths Furor

Etwas ruhiger war es geworden ums Insektensterben, besser ums „Fluginsektensterben“, die mediale Aufregung über eine im Oktober veröffentlichte Studie hatte sich gelegt. Eine statistische Auswertung der Daten des Entomologischen Vereins Krefeld belegte nach Ansicht der Autoren einen Rückgang mehr als von 75 Prozent bei der Biomasse von Fluginsekten innerhalb von 27 Jahren. Das hatte sehr großes Medienecho ausgelöst, aber auch Kritik an der Methodik der Forscher sowie an den Reaktion der Presse. Diese Pressekritik wollte FAZ-Redakteur Jan Grossarth offensichtlich nicht auf sich sitzen lassen und deutete in einem Stück in der gestrigen Printausgabe die kritischen Reaktionen um als Gegenangriff der Agrarlobby.

Von “Immunisierung gegen Fakten” ist da die Rede, von einem “Extremfall des Relevanzverlustes der Wissenschaft”, von der “völligen Verdrehung der Wirklichkeit in der Filterblase der Farmer und Funktionäre”, dazu reiche “der Landwirtschaft” – wer auch immer das sein soll – ein “obskurer Blog-Beitrag”. Gemeint ist der Artikel “Das große Insektensterben – oder doch nicht?”, der gleich am Tag nach der Veröffentlichung der Studie auf der Website sciencefiles.org erschienen war. Schlichtweg der Umstand, dass dieser Blogbeitrag die erste öffentliche kritische Äußerung zur Krefelder Studie war, sorgte dafür, dass der Text über die sozialen Netzwerke fleißig verbreitet wurde. Die Seite hat kein Impressum. Etwas versteckt unter dem Text findet sich die Autorenzeile “Michael Klein”. Auch über den Autor finden sich keine weiteren Angaben auf der Seite. Aber Grossarth hat Google befragt und Google hat geantwortet: Klein lebe in Wales und vertrete “auf sarkastische Weise libertäre Positionen”: “Der Grundton ist scharf gegen politische Eliten und Medien gerichtet” und “mit Anknüpfungspunkten zur politischen Rechten”.

Nachdem sich Grossarth ausgiebig über Autor und Plattform ausgelassen hat, wendet er sich tatsächlich auch den Argumenten zu. Klein würde drei Kritikpunkte an der Studie anführen: Es hätte zu wenig Messstellen gegeben und generell zu wenig Messungen und die Ursache in der Landwirtschaft sei nicht nachgewiesen worden. Wenn man den Text auf sciencefiles.org genau liest, fällt auf, dass der FAZ-Redakteur die Kritik nicht exakt wiedergibt. Die Intention des Textes ist weniger eine Kritik an der Studie selbst als eine Untersuchung, ob die Studie die vollmundigen Behauptungen in der Presse sowie die der Grünen stützt. Klein reklamiert, dass die Daten nicht auf ganz Deutschland übertragbar sind, dass der prozentuale Rückgang so ausgewählt wurde, dass er möglichst dramatisch ausfällt, und dass die Studie, wie die Autoren selbst feststellen, keine Erkenntnisse hinsichtlich der Ursachen ermitteln konnte. Kleins Fazit lautet:

“Um nicht missverstanden zu werden: Wir würden auch einen Rückgang von Insekten-Biomasse auf Basis der Daten von Hallmann et al. feststellen, aber einen deutlich geringeren und einen auf die Orte, an denen die Beobachtung wiederholt gemacht wurde und das waren nur 26 Orte insgesamt, reduzierten. Damit ist natürlich die Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse nicht gegeben und die Dramatik beim Teufel. Dafür haben wir die wissenschaftliche Lauterkeit wiederbelebt. Unabhängig davon ist es in jedem Fall ein Verdienst dieser Studie, Fragen aufgeworfen zu haben.”

Grundsätzlich ist festzuhalten: Die Stärke von Insektenpopulationen ist sehr volatil, das heißt, sie schwankt – zum Teil witterungsbedingt, zum Teil bedingt durch Entwicklungszyklen bestimmter Arten – stark von Jahr zu Jahr. Wenn ich hier verlässliche Daten generieren will, das heißt u. a. einen Datenfluss, ohne statistische Ausreißer nach oben oder unten, dann brauche ich einfach eine gewaltige Menge an Messpunkten. Auch sollten die zeitlichen Abstände zwischen den Messpunkten einheitlich sein. Beides kann die Studie leider nicht leisten, die Messungen waren vermutlich auch gar nicht dafür konzipiert. Etwas unbeholfen wirkt etwa die Erklärung, warum man wechselnde Aufstellorte gewählt hat (S. 4):

“Prolonged trapping across years is in the present context (protected areas) deemed undesirable, as the sampling process itself can negatively impact local insect stocks.”

Wenn man nun in Betracht zieht, dass zum Teil so viel Insektenmasse am Tag weggefangen wurde, wie auch von einem Vogel hätte verzehrt werden können, wirkt diese Begründung doch bemüht. Das haben die Krefelder Forscher der Rheinischen Post im Februar 2016 selbst so erklärt:

“Diese Fallen fangen, in Gramm gerechnet, heute im Jahresdurchschnitt pro Tag etwa die halbe Insekten-Mahlzeit einer einzigen Blaumeise oder Spitzmaus.”

Das vermeintliche Insektensterben wurde gleich zweimal zur „Unstatistik des Monats“ gekürt. Im Prinzip bestätigt der Statistiker Walter Krämer die Kritik aus dem “obskuren Blog-Beitrag”:

“Genauso wichtig für die Bewertung der „76 Prozent“ ist aber auch ein allgemeines Prinzip des kritischen Denkens: Jede berichtete Abnahme zwischen zwei Zeitpunkten hängt davon ab, welchen Anfangszeitpunkt man wählt. Dies gilt besonders bei drastisch schwankenden Werten, wie bei Börsenkursen und Biomassen von Insekten. Hätte man das Jahr 1991 statt 1989 als Anfangspunkt gewählt, dann wären es statt 76 Prozent weniger Insekten nur etwa 30 Prozent weniger gewesen.”

trend.pngGrossarth zitiert Krämer:

“doch, so Krämer, es gebe durchaus trotzdem „Anlass zum Nachdenken über die Ursachen“.”

So ist das Zitat völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Es geht weiter:

” – eine Frage, worauf die Studie keine Antwort findet. Es ist aber auch ein Anlass darüber nachzudenken, warum man immer wieder versucht, uns mit möglichst erschreckenden Zahlen Panik zu machen.”

Grossarth redet sich die Krefelder Studie schön und verzerrt seinerseits Fakten: So ist die Angabe, die Messungen stammten “aus 63 verschieden Schutzgebieten” falsch. Richtig wäre “63 Standorte”, denn zum Teil standen in einem Schutzgebiet mehrere Fallen. Das Journal, in dem die Studie veröffentlicht worden ist, heißt “Plos One”, nicht bloß “Plos”.

Grossarth behauptet, die Messstellen seien repräsentativ gewesen. Repräsentativ wofür? In der Studie steht (S. 2):

“Here, we investigate total aerial insect biomass between 1989 and 2016 across 96 unique location-year combinations in Germany, representative of Western European low-altitude nature protection areas embedded in a human-dominated landscape.”

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Quelle: http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0185809

Auf Deutsch: Die Standorte der Fallen sind repräsentativ für westeuropäische Schutzgebiete im Tiefland, die eingebettet sind in einer von Menschen dominierten Landschaft. – Auf extensiv genutzte Mittelgebirgswiesen oder Naturschutzgebiete an der See oder in großen Feuchtgebieten sowie große Gebiete wie ehemalige Truppenübungsplätze und viele andere Landschaftsformen lassen sich die Krefelder Erkenntnisse nicht übertragen.

Verbissen durchforstet Grossarth die Berichterstattung auf dem Fachportal topagrar.com zum Thema nach möglichst simplen Formulierungen. Den Agrarstatistiker Georg Keckl charakterisiert er folgendermaßen:

“Manche Landwirte sprechen ihn an wie einen Heiligen – der edle Ritter der reinen Wahrheit.”

Solch Polemik vermutete man bislang nicht in der FAZ.

Stets setzt sich Grossarth nicht mit den vorgetragenen Argumenten auseinander, sondern pickt sich möglichst fremd anmutende Formulierungen heraus, um den Autor zu diskreditieren. So greift er die Zwischenüberschrift „Landwirtschaft muss einfach schuld sein!“ völlig aus dem Zusammenhang: Die Zeile bezieht sich auf die im Folgeabsatz beschriebene Position des NABU. Dass die Studie selbst keinen Aufschluss über die Ursachen gibt, wird völlig richtig wiedergegeben:

“Was die Ursachen angeht, konnten die Naturschützer keine Gründe finden. Sie bedauern, dass es bei den Zählungen keine Daten zum Einfluss der Landwirtschaft gebe. Daher sei nicht klar, wie groß der Einfluss durch die intensive Landwirtschaft und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf den Zustand der Insektenwelt tatsächlich ist.”

Grossarth hätte zur Ehrenrettung z.B. auch aus dem Kommentar von Gisbert Strotdrees vom Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben, auch ein Organ des Bauernverbandes, zitieren können:

“Das Thema Insektenschwund ist sehr ernst zu nehmen, gerade wegen der langfristigen Folgen für den Naturkreislauf. In diesem Zusammenhang muss über alles diskutiert werden: über Landwirtschaft, aber eben auch über Industrie, Auto- und Flugverkehr, Lichtverschmutzung und Flächenversiegelung.
Bei alledem ist vor allem eines wichtig: wissenschaftliche Präzision und genaues Hinschauen, aber auch saubere Recherche und Berichterstattung. Zum Abwiegeln taugt das Thema genauso wenig wie zur Weltuntergangs-Panikmache.”

Passte anscheinend nicht ins Konzept.

Aufschlussreich ist ein Zitat aus der Titelgeschichte, die Jan Grossarth für die aktuelle Ausgabe der Zeitung Das Parlament verfasst hat:

“Auf den Ungeist eines rücksichtslos auf Effizienz und kurzfristige Produktivität, eines der Komplexität des Lebens nicht gerecht werdenden, letztlich zynischen statt mitfühlenden Blickes hat die westliche Umweltbewegung erfolgreich hingewiesen. Dies gilt ungeachtet der vielen Hysterien und Fehlalarme, die sie verantwortete (“Waldsterben”).”

Daher weht also der Wind: Die Herangehensweise der modernen Landwirtschaft folgt nach Grossarth einem Ungeist. Hier würde Zynismus statt Empathie praktiziert.
Wenn das Fluginsektensterben wirklich ein Menschheitsthema ist, dann muss vernünftig ermittelt werden, wo die Ursachen sind. Denn wenn ich die Ursachen nicht kenne, kann ich das Problem nicht lösen. Als Kronzeuge für die Ursache Landwirtschaft zitiert Jan Grossarth den Göttinger Ökologen Teja Tscharntke. Landwirtschaft sei die Erklärung mit der “größten Plausibilität”, so Tscharntke. Es heißt:

“„Dass die umgebende Landschaft lokale Biodiversitätsmuster und Prozesse in Schutzgebieten elementar beeinflusst, haben wir in zahlreichen Publikationen nachgewiesen“, sagt der Professor der Uni Göttingen.”

Ist das jetzt eine überzeugende Begründung? Landschaft wird gerade in der Nähe von Städten nicht nur durch Landwirtschaft gestaltet. Tscharntke behauptet Grossarth zufolge:

“Man bekomme „exakt dasselbe Ergebnis, wenn nur die Gebiete berücksichtigt werden, die mehr als einmal beprobt wurden“.”

Diese Aussage halte ich für gewagt. Es gibt genau eine Messstelle, die viermal beprobt worden ist. Hier sind die Änderungen lang nicht so dramatisch wie die Gesamtaussage, wie diese Grafik zeigt:

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Kurzum: Der Text wirkt auf mich wie die Rache eines beleidigten Kindes mit geringer Frustrationstoleranz: Und ich habe doch Recht! Mit meiner Analyse, mit meiner Meinung und mit meiner Missgunst. Und: Wer sich jetzt beschwert, beweist, dass ich Recht habe. Kann man ja machen – selbstverliebt um sich selbst kreisen, Andersdenkende in Schubladen abfertigen und die Welt in schwarz und weiß malen. Ob sich dann noch jemand dauerhaft für diese Sicht der Dinge interessiert, ist eine andere Frage.

 

Bildnachweis: FAZ, 14.11.2017

Insektensterben – alles Scheiße?

Insektensterben – alles Scheiße?

Nach dem Waldsterben jetzt das Insektensterben? Was ist dran am neuesten Endzeitszenario? Bereits in diesem Sommer kochte das Thema hoch als Reaktion auf eine Antwort der Bundesregierung zu einer Kleinen Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Jetzt ist das Thema aufgrund einer neuen Veröffentlichung wieder aktuell.

Obwohl die Autoren der Studie keine Ursachen für den verzeichneten Insektenrückgang ausmachen konnten, haben die Medien einen klaren Verdächtigen auserkoren und spielen damit der Politik in die Hände: Wie so oft, sollen wieder die Landwirte schuld sein, diesmal – Überraaaaschung: die Pestizide, sprich: die Pflanzenschutzmittel.

Die Hannoversche Allgemeine zitierte im Juli 2017 Bundesumweltministerin Barbara Hendricks:

“Die heutige Landwirtschaft macht den Insekten das Überleben schwer: Es werden große Mengen von Pestiziden eingesetzt, und es gibt zu wenig Blühstreifen und Hecken“, sagt Hendricks. Ein wichtiger Grund für den Insektenschwund sei der „übertriebene Einsatz“ von Insektiziden und von Totalherbiziden wie Glyphosat. „Darum darf es keine Neuzulassung für Glyphosat ohne effektive Auflagen zum Schutz der Artenvielfalt geben“, fordert Hendricks. Der umstrittene Unkrautvernichter soll laut EU-Kommission für weitere zehn Jahre zugelassen werden.”

Seltsamerweise kommt das Wort “Glyphosat” in der Antwort der Bundesregierung aus diesem Sommer nicht einmal vor. Zu den Ursachen steht dort folgendes:

“15. Worin sieht die Bundesregierung die Ursachen für den Rückgang von Insekten?

Der Bestandrückgang von Insektenarten kann durch einen Komplex unterschiedlicher Faktoren verursacht werden. Dazu zählen u.a. das Vorhandensein von Habitaten, das Nahrungsangebot, die Veränderung und das Vorhandensein von Strukturen in der Landschaft, wie z.B. Säume, Hecken, oder gestufte Waldränder, die Art und Weise der Nutzung und Bewirtschaft der Landschaft (u.a. der Gewässer, Wiesen und Äcker), das Vorliegen von Schadstoffen (einschließlich Pflanzenschutzmittel) oder die Fragmentierung der Landschaft. Darüber hinaus haben die Jahreswitterung und Klimaänderungen einen wesentlichen Einfluss auf Insektenpopulationen.”

Ich fange heute mal bei den Ursachen an: Gesetzt, es gäbe heute weniger Insekten als vor 30 Jahren, und dafür spricht einiges, woran könnte das liegen?

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Quelle: UBA

Als in der Landwirtschaft Tätige verblüfft mich stets die quasi reflexhafte Schuldzuweisung. Denn ich weiß, dass im Ackerbau eigentlich nur im Raps regulär Insektizide eingesetzt werden. Im Getreide wird manchmal gegen Blattläuse gespritzt, weil die Tiere bestimmte Viruserkrankungen verbreiten, aber auch nur wenn ein gewisser Befallsdruck vorliegt. Im Mais bekämpft man den Maiszünsler erst einmal biologisch mit Trichogramma-Schlupfwespen. Es ist also nicht der Fall, wie oft behauptet wird, dass flächendeckend Insektizide ausgebracht werden. Außerdem sind die Anforderungen an die Wirkstoffe mit der Zeit immer höher geworden. In der EU sind meines Wissens nur 16 Prozent der weltweit zugelassenen Wirkstoffe genehmigt. Kanister mit Totenköpfen als Warnsymbol drauf gibt es bei uns nicht mehr. Auch die Absatzzahlen, die das Umweltbundesamt (UBA) meldet (siehe Grafik), zeigt gerade bei den Insektiziden zwar Schwankungen, aber keine gravierenden Steigerungen seit den 90er Jahren. Was deutlich zugenommen hat, sind die inerten Gase im Vorratsschutz, doch die dürften draußen in der Natur keine Rolle spielen.

Was sonst könnte noch eine Rolle spielen? Mir fällt da einiges ein:

1. Flächenversiegelung

Täglich werden in Deutschland etwa 66 Hektar Fläche zu Siedlungs- und Verkehrsfläche umgenutzt. Ungefähr die Hälfte davon wird versiegelt, das heißt, bebaut, zubetoniert gepflastert oder asphaltiert.

2. Veränderungen bei der Tierhaltung

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Quelle: DBV

Es gibt weniger Nutztiere und die, die es gibt, leben häufiger im Stall. Und: Die Ställe müssen heute viel strengere Emissions- und Hygieneauflagen erfüllen als früher. Es gibt kaum noch offene Misthaufen in den Dörfern. Größere Betriebe haben häufig die Auflage, ihren Mist sowie ihr Fahrsilo abdecken zu müssen. Güllelager werden aus Gründen des Emissionsschutzes auch oft abgedeckt. Die Haltung von typischen Weidetieren wie Schafen und Ziegen ist stark zurückgegangen. Kurzum: Es liegen weniger tierische Exkremente in der Landschaft rum, die für viele Insekten Nahrungsgrundlage und Lebensraum bilden.

3. Mülllagerung

Müll wird nicht mehr offen deponiert. Seit 2005 muss Hausmüll vorbehandelt werden, bevor er deponiert wird, dass heißt, Abfälle werden erst in einer Müllverbrennungsanlage thermisch verwertet. Nur die Asche wird noch deponiert. In den 90er Jahren wurde mit dem Dualen System eine extra Verwertungsschiene für Verpackungsmüll eingerichtet. Zur gleichen Zeit wurde die Biotonne für kompostierbare Abfälle eingeführt. Ich habe einen Thermokomposter im Garten, in dem ich Garten- und Küchenabfälle sammele. Da ist im Sommer einiges los: jede Menge Insektennachwuchs.

Dadurch, dass unser Hausmüll nicht mehr offen deponiert wird, entgeht den Insekten tonnenweise Nahrung.

4. Lichtverschmutzung

Die Erleuchtung der Nacht durch künstliches Licht ist nicht nur ein ästhetisches Problem, weil man in Städten kaum noch Sterne sieht, sondern bedeutet für die Tierwelt eine echte Belastung. Nach Schätzungen von Wissenschaftlern sterben allein an Deutschlands Straßenlaternen täglich mehr als 1 Milliarde Insekten. Durch den Einsatz moderner Leuchtmittel könnte man die Situation hier verbessern.

5. Zunahme des Lieferverkehrs auf den Straßen

Während der Personenverkehr nur leicht zunimmt, steigt der Transport von Gütern rasant – mit der Folge: Es fahren immer mehr LkWs auf unseren Straßen und Autobahnen. Diesen LkWs fallen auch entsprechend Fluginsekten zum Opfer.

6. Gartengestaltung

In den letzten Jahren sind pflegeleichte Kiesbeete in Mode gekommen: Eingefasst von gepflasterten und betonierten Flächen gibt es dort allenfalls wenige nicht blühende Grünpflanzen und perfekt getrimmten Rasen. Hier findet keine Biene etwas zum Honig-Sammeln und da hilft auch kein Insektenhotel.

7. Öffentliche Sauberkeit

Unsere Dörfer und Städte wirken in der Regel sauber und aufgeräumt. Fürs Auge mag das erfreulich sein, der Tierwelt bringt das nichts. Spatzen freuen sich zum Beispiel, wenn auf dem Hof auch einmal etwas Dreck liegen bleibt:

Auch im Garten kann man bewusst Dreckecken einrichten: Einfach mal einen Haufen abgeschnittener Äste und Laub liegen lassen. Das bringt mehr als ein gekauftes Insektenhotel aus dem Baumarkt.

Fazit

Nicht falsch verstehen: Das soll jetzt kein Ablenkungsmanöver sein. Die Landwirtschaft trägt sicher auch zur Veränderung der Insektenpopulationen bei, aber eben die ganzen anderen genannten Lebensbereiche auch. Vieles davon wie die Mülllagerung lässt sich auch sicher nicht mehr zurückdrehen, aber es sollte zumindest zur Kenntnis genommen werden. Ich würde mir wünschen, dass in der öffentlichen Debatte der Horizont auch einmal entsprechend erweitert wird.