Ich bin studierte Philosophin, gelernte Redakteurin und vor gut zehn Jahren auf dem Land gestrandet. Hier (be)schreibe ich, was mich so umtreibt, wenn ich nicht gerade den Ponystall miste, Torwart-Handschuhe suche, Unmengen Lebensmittel oder Wäsche verarbeite oder versuche, schneller zu rupfen, als das Unkraut wächst.

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12 thoughts on “Über diesen Blog

    1. In meinen zahlreichen Staudenbeeten ziehe ich das Unkraut mit Hand und ggf. Jät-Hacke aus. Denn: Glyphosat ist ein sogenanntes nicht-selektives Totalherbizid. Das heißt, die Stauden, Ziergräser und Sträucher würden nach der Behandlung mit Glyphosat auch absterben. Das will ich ja nicht. Aber noch einmal: Die breite Wirksamkeit beruht nicht auf einer besonderes Giftigkeit des Mittels, sondern darauf, dass der Wirkstoff ein Enzym im Pflanzenstoffwechsel blockiert.

  1. Hallo…
    auch ich bin über ihren Brief zum Thema Glyphosat gestolpert.
    Ich möchte ihre Kompetenz als Redakteurin nicht in Frage stellen, doch habe ich meine Zweifel wie gut Sie diese Thematik recherchiert haben.
    Aus diesem Grund würde ich Ihnen gerne einen Vorschlag machen…Sie lesen die folgende Präsentation von Fr. Prof. Monika Krüger (UNI Leipzig):
    http://www.oedp-niedersachsen.de/pdf/Risiko-Glyphosat.pdf — Titel: “Glyphosat – Wirkung des Totalherbizids auf Mensch und Tier”.
    Nachdem Sie diese Informationen gesichtet und verstanden haben (bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung), würde ich mich über eine Rückmeldung freuen!
    Mit Informationen die die Ernährung einer gesamten Bevölkerung betreffen, sollte man nicht zu leichtfertig umgehen und bei synthetischen PSM ist besondere Vorsicht geboten. Langzeitwirkungen sind meist nicht bei Markteinführung bekannt und werden meist nicht von den produzierenden Firmen erforscht, in deren Verantwortung es fallen sollte.
    Ich hoffe auf ihre Antwort!!!

    1. Hallo Herr Doughty,

      vielen Dank für Ihren freundlichen Kommentar. Die Thesen von Prof. Dr. Monika Krüger sind mir durchaus geläufig, allerdings halte ich sie für wenig plausibel. Sie stellt die Vermutung auf, dass Glyphosat für das Krankheitsbild des sogenannten Chronischen Botulismus bei Rindern verantwortlich ist. Sie steht mit dieser Vermutung in der deutschsprachigen Wissenschaftslandschaft allein da. Eine große öffentlich finanzierte Studie über Botulismus konnte den Zusammenhang nicht bestätigen: https://ibei.tiho-hannover.de/botulismus/dokumente/Abstracts_Abschluss-Symposium_12.09.2014.pdf. Die Hypothese erklärt auch nicht, dass sich die Botulismus-Fälle in Niedersachsen und Schleswig-Holstein häufen. Denn Futtermittel, die pflanzliche Produkte enthalten, die irgendwann mit Glyphosat in Kontakt gekommen sind, werden bundesweit gleichermaßen gefüttert. Auch wird nicht klar, warum ausgerechnet Glyphosat für die Gesundheitsprobleme bei den Kühen verantwortlich sein soll. Wenn man sich ansieht, auf wie viele Stoffe die Futtermittel in Deutschland amtlich untersucht werden (http://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Tier/Futtermittel/Futtermittel-Jahresueberwachung-2013-Lang.pdf?__blob=publicationFile), findet man Dutzende anderer Chemikalien, die grundsätzlich auch als Übeltäter in Frage kommen. Einer Studie von Frau Prof. Dr. Krüger über Milchkühe in Dänemark werden zudem methodische Mängel nachgesagt. Hierzu gibt es eine Stellungnahme vom Bundesamt für Risikobewertung (BfR): http://www.bfr.bund.de/cm/343/erste-einschaetzung-von-glyphosatfunden-im-urin-von-milchkuehen.pdf. Gerne zitiert sie auch Namen wie Huber, Séralini, Carrasco und Paganelli. Das sind alles erklärte Glyphosat-Gegner, die mit einer Studie nach der anderen scheinbar endgültig die Schädlichkeit des Wirkstoffs beweisen wollen. Ihnen stehen allerdings Tausende von Arbeiten gegenüber, die ihren Generalverdacht nicht bestätigen können. Das BfR hat jetzt für die Neubewertung im Auftrag der EU mehr als 1.000 Studien ausgewertet und konnte keine Gesundheitsgefährdung für Mensch und Tier feststellen. Unter http://www.scilogs.de/detritus/faktencheck-bund-glyphosat/ finden Sie einen Faktencheck, den ein Wissenschaftsjournalist anlässlich der “BUND-Studie” verfasst hat, bei der Glyphosat in menschlichem Urin gefunden wurde.

      Mit Pflanzenschutzmitteln sollte nicht leichtfertig umgegangen werden. Das ist absolut richtig. Glyphosat wird seit rund 40 Jahren eingesetzt und ist eines der am besten untersuchten Wirkstoffe in dem Bereich überhaupt. Wir haben zum Beispiel jetzt beim Regierungspräsidium nachgefragt, ob sie uns angesichts der öffentlichen Diskussion eine Alternative empfehlen können. Die Antwort war: Nein, es gebe kein Mittel für den Anwendungsbereich, das annähernd so gut untersucht wäre. Umso mehr ärgert es mich, dass politische Parteien und Nicht-Regierungsorganisationen das Thema hochspielen und unsachlich Ängste schüren. Auch dass Frau Prof. Krüger mit ihren Thesen jetzt wieder ständig im Fernsehen ist, während ihre Theorien in der Fachwelt kein Thema sind, zeugt nicht von der Qualität unseres Journalismus. Deswegen sollten Sie, lieber Herr Doughty, die Kompetenz von Redakteuren grundsätzlich immer in Frage stellen 😉

      Das war jetzt ein erster Rundumschlag. Wenn ich noch mehr herausfinde sollte, werde ich das nachreichen.

      Beste Grüße

      Susanne Günther

  2. Sehr geehrte Frau Günther,

    Sie kritisieren hier aus dem Dunklen heraus. Das Verlinken eines Abstracts, was nur einzelne Programmpunkte eines Symposiums enthält, ist natürlich keineswegs ein stichhaltiges Argument.
    Zudem hat das BfR im Moment seinen eigenen Glyphosat-Skandal und damit im Moment ein massives Glaubwürdigkeitsproblem. Die Folien von Prof. Dr. Monika Krüger sind für jemanden mit dem entsprechenden Background sehr schlüssig. Insgesamt attackieren Sie die Studien polemisch aus dem Dunklen heraus. Sie propagieren hier einen ungebremsten Einsatz von Glyphosat. Weil ist ja angeblich ungefährlich – Weil man zum Beispiel im Vorfeld nicht mit Synergie-Effekten rechnet. Sollte man hier nicht aus der Geschichte insbesondere aus der vergangenen/aktuellen Produktpalette von Monsanto lernen:

    1. Saccharin
    2. PCB’s
    3. DDT
    4. Aspartam
    5. Rinderwachstumshormon (Milchproduktion)
    usw.

    Um hier nur einige der zweifelhaften Monsanto-Produkten zu nennen. Die angeblich auch absolut unbedenklich waren bzw. sind…
    Ihnen ist schon klar das ein Totalherbizid wie eine Atombombe im Ökosystem einschlägt?
    Missbildungen von Kindern und Tieren in Ländern, die massiv Pflanzenschutzmitteln einsetzen, können auch Sie nicht ignorieren.
    Um zum Punkt zu kommen. Pflanzenschutzmittel habe absolut nichts im tierischen/menschlichen Stoffwechsel zu suchen. Es könnte sein, dass der Preis der letztlich hier für die Bequemlichkeit der preiswerten industriellen Nahrungsmittelproduktion zu zahlen ist, viel zu hoch ist.

    Mit TTIP, TISA und CETA werden wir entsprechende Produkte durch die Hintertür demnächst auch hier in Europa haben…

    In diesem Sinne besser safe than sorry.

    1. Werte/r “Black”,

      wo bitte sehr propagiert Frau Günther denn “hier einen ungebremsten Einsatz von Glyphosat”? Sie sieht und beschreibt die Sachlage halt realistisch, mit stichhaltigen Fakten belegt. Dass die Mehrheit der Experten “mit dem entsprechenden Background” “die Folien von Prof. Dr. Monika Krüger” nicht für so schlüssig hält wie Sie das tun, können Sie Frau Günther doch wohl nicht ankreiden. Für Sie decken sich die Krüger-Folien wohl mit Ihrem (NGO-)Weltbild, für die Experten aber nicht mit der tatsächlichen Beweislage. So entstehen unterschiedliche Positionen, die einen ideologisch, die anderen realitätsnah. Da wollen wir der Frau Günther doch auch keine Polemik unterstellen (auf die ja ohnehin Greenpeace & Co. ein Patent zu haben scheinen) und “aus dem Dunklen heraus” agiert sie nun schon gar nicht: alles hell und klar und mit der Realität kompatibel. Sie haben aber offenbar in der Düsternis der Monsanto-Vorurteils-Floskel-Kiste gewühlt und sind auf die ewig gleichen uralten Greenpeace-Mantras vom bösen Monsanto gestoßen, dem profitgeilen Weltverschwörer, der uns schon immer alle vergiften wollte und sich gegen die Guten nur durchsetzen kann, weil er alle aufkauft: die Wissenschaftler (in Ihrer Szene als “Lobby” gebrandmarkt, wenn sie nicht Ihre Positionen vertreten), die Überläufer von Greenpeace (z.B. Mark Lynas, Patrick Moore), die Presse (so die denn mal ausnahmsweise nicht bei Greenpeace denken lässt)…
      Schade, nicht wahr, dass Saccharin bis Rinderwachstumshormon sich bisher als Rohrkrepierer herausgestellt haben und für Greenpeace nicht mehr “kampagnetauglich” (sprich: angstspenden-einträglich) sind. Da muss halt Glyphosat als Angstmacher herhalten, mit dessen Verbot man dann wohl auch gleich die assoziierten “Genpflanzen” zu erledigen glaubt.
      Und wenn Sie sich mal fachlich informieren sollten, stellen Sie sicher auch fest, dass die Menschheit sich schon immer mit Pflanzenschutzmitteln “im tierischen/menschlichen Stoffwechsel” auseinander setzen musste. Die Pflanzen stellen nämlich, zum eigenen Überleben gegen eine Vielzahl von Fressfeinden, selbst “körpereigene” Pflanzenschutzmittel her, die meisten davon weit giftiger als die modernen synthetischen Pflanzenschutzmittel. Viele Kulturpflanzen sind überhaupt nur essbar, weil Pflanzenzüchter ihnen die Giftstoffe (zumindest teilweise) wegzüchten konnten. Wenn die “natürlichen Pflanzenschutzmittel” den strengen Regeln des Pflanzenschutzmittelgesetzes unterliegen würden, dürften viele Pflanzen nicht mehr gehandelt werden! Und auch den karzinogenen oder teratogenen Mykotoxinen auf ungespritztem Erntegut sollte man sicher ein größeres Augenmerk widmen, als Glyphosat. Aber die natürlichen Giftstoffe sind ja nicht kampagnefähig… Außer man bastelt wieder einen Zusammenhang mir Glyphosat, wie z. B. bei Botulin und “Rindersterben”…
      Und Ihre Bemerkung zu TTIP & Co. zum Schluss, gibt auch wieder den vertrauten Hinweis: Man drischt ein auf Glyphosat (kommt gut an beim Angstpublikum und wirkt “menschheitsfreundlich”), meint aber den verhassten US-Multi Monsanto und damit gleich auch den verdammten Kapitalismus und die gesamte Globalisierung. Die kommen da alle “aus dem Dunkelen” “durch die Hintertür”, von der Weltverschwörerallianz gesteuert. Da ist für alle 68er-Robin-Hoods was dabei. Oder besser: Für alle Don Quichottes.

      So, jetzt lassen wir Frau Günther wieder “schneller rupfen, als das Unkraut wächst”, damit sie nicht wegen uns Glyphosat einsetzen muss.

      1. Herr oder Frau Black,
        eine Frage: Welchen “background” akzeptieren Sie als geeignet, um die Präsentation von Frau Prof. Krüger richtig einschätzen zu können? Vermutlich habe ich den auch nicht, denn auch ich teile die Einschätzung von Frau Günther. Mehr noch, ich finde es unverantwortlich von Frau Prof. Krüger, glauben zu machen, sie habe die Ursache der Faktorenerkrankung ermittelt, obwohl dies nicht der Fall ist. Es lohnt, die Zusammenfassungen des Symposiums zu lesen. Die Ergebnisse geben die entscheidenden Hinweise für Landwirte wie Tierärzte, um beim Auftreten des Krankheitsbildes richtig zu handeln und eine Gesundung der Herde herbeizuführen.

  3. Glyposat arbeitet so: Spritze ich die zu vernichtende Pflanze (Riesen Bärenklau) sterben auch die Pflanzen um die gespritzte Stelle. Der Neutrieb ist schneller wie die Pflanzen herum, wieder da.
    Schneide ich hingegen die Pflanze ab, können die Pflanzen herum schneller wachsen und den Neutrieb des Riesen Bärenklau ersticken. Ferner finden sich Schnecken, die die Blätter der abgeschnittene Pflanze fressen und auch den Neutrieb schädigen.
    Ich habe Erfahrungen aus Lettland und einer größeren Fläche mit Riesen Bärenklau.

    1. Ich stimme Ihnen zu: Glyphosat ist nicht für jede Art von Unkrautbekämpfung geeignet. Auch für Brennnesseln in Wiesen gibt es geeignetere Wirkstoffe, die zum Beispiel nicht auf Gräser wirken. Die Brennnesseln treiben nämlich auch wieder aus und verbreiten sich anschließend noch leichter, weil die Konkurrenz ausgeschaltet ist. Bei großen Pflanzen ist die Wirkung von Herbiziden sowie sehr bescheiden. Wir hatten auch einmal ein Maisfeld, auf dem wir den Ampfer letztlich mit dem Spaten entfernt haben. Dieses Merkblatt der Landwirtschaftskammer NRW beschreibt ganz gut, wie komplex die Maßnahmenwahl im Einzelfall ist: https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/pflanzenschutz/genehmigungen/pdf/bekaempfung-herkulesstaude.pdf

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