Bienenverluste: „Der Fehler steht hinter dem Kasten“


Die medialen Alarmglocken tönen laut: Bienensterben, Insektensterben – wenn man die Schlagzeilen konsequent zu Ende denkt, steht das Ende der Zivilisation kurz bevor. Ich habe dazu mal einen Bienenexperten gefragt: Dr. Gerhard Liebig.

Frage: Herr Dr. Liebig, wie lange beschäftigen Sie sich schon mit Bienen?

Antwort: Ich habe von 1970 bis 1975 an der Universität Hohenheim in Stuttgart Agrarbiologie studiert. Am Institut für Phytomedizin habe ich mich in meiner Diplomarbeit und Doktorarbeit mit Blattläusen beschäftigt. Über diese Blattläuse bin ich zu den Bienen gekommen, denn es gibt auch bienenwirtschaftlich wichtige Läuse auf Waldbäumen wie Fichte und Tanne. Nur wenn diese an der Rinde saugenden Blattläuse in Massen auftreten und dann viel Honigtau produzieren, gibt es Wald- und Tannenhonig. Dieser ist besonders begehrt. Ich erhielt einen Forschungsauftrag, die Populationsdynamik dieser Insekten zu untersuchen. Das habe ich dann 37 Jahre lang gemacht und in den 1980er Jahren auch den Hype um das „Waldsterben“ vor Ort miterlebt. „Nebenbei“ habe ich mich mit der Honigbiene und ihrer Haltung beschäftigt. Daraus ist dann eine weitere Langzeitstudie entstanden, in der ich 22 Jahre lang untersucht habe, wie sich Bienenvölker entwickeln und welchen Einfluss die Umwelt auf die Volksentwicklung hat. Dabei bin ich selbst zum Bienenhalter geworden.

Frage: Was meinen Sie, wird man bei uns die Obstbäume bald auch per Hand bestäuben müssen wie in China?

Antwort: Das ist ein Beispiel, wie durch ständige Wiederholung die Lüge – wenn nicht zur Wahrheit – aber zur Tatsache wird. Mit dem Kinofilm „More than honey“ wurde diese Behauptung im November 2012 in die Welt gesetzt. Im Fernsehen wurde dieser preisgekrönte Film mehrmals ausgestrahlt. China ist Honigexportland! Die Völkerdichte liegt in China höher als in den USA. Die Apfelproduktion hat sich in China seit den 1990er Jahren bei nahezu konstanter Anbaufläche mehr als verfünffacht. Die Handbestäubung in China wird praktiziert, wenn es darum geht, neue Apfelsorten zu züchten, die auch für den Export geeignet sind.

Frage: Gibt es Ihrer Meinung nach also gar kein Bienensterben?

Antwort: Es kommt darauf an, wie man „Bienensterben“ definiert. In einem Bienenvolk sterben jährlich etwa eine Viertelmillion Bienen eines natürlichen Todes, im Sommer sind es etwa 2.000 täglich, im Winter im Durchschnitt nur 30. Das Volk bleibt dennoch am Leben, denn es kommen auch Bienen zur Welt. Im Frühjahr schlüpfen mehr Bienen als Bienen sterben, die Völker wachsen dann. Im Winter werden keine Bienen erbrütet, die Völker schrumpfen dann. Wenn alle Bienen eines Volkes im Winter abgehen, stirbt das Volk. Wenn das vielerorts passiert, gibt es ein „Völkersterben“, das in der medialen Berichterstattung als „Bienensterben“ bezeichnet wird.

Im Durchschnitt gehen in Deutschland etwa 10 Prozent der Völker im Winter ein, wobei in jedem Winter bei den etwa 100.000 Bienenhaltern in Deutschland die Schwankungsbreite der Verlustrate zwischen 0 und 100 Prozent liegt. Auch das ist nichts Besonderes. Die Imker, die verlustfrei imkern, bilden die schweigende Mehrheit. Nur die Betroffenen klagen und werden gehört. Hinzu kommt die Einstellung vieler Berichterstatter in den Medien: „Only bad news are good news“. Zuschauer, Zuhörer und Leser bekommen ständig und stetig den Eindruck vermittelt, dass es immer schlimmer wird. Völkerverluste im Winter werden durch die im Frühjahr übliche Völkervermehrung ausgeglichen, so dass die Völkerzahl in Deutschland stabil bleibt oder auch zunimmt – wie in China, wie in den USA und anderswo. Völker sterben im Winter nur, wenn der Bienenhalter Fehler macht. Die Hauptursache für Völkerverluste im Winter ist eine unzureichende Varroabehandlung. Der Fehler steht also hinter dem Kasten.

Frage: Seit wann gibt es die Varroamilbe in Deutschland?

Antwort: Die Varroamilbe wurde in Westdeutschland in den 1970er Jahren beim Import von Bienenvölkern aus Pakistan eingeschleppt. In die damalige DDR kam sie aus dem Osten Europas. Die Varroamilbe war ursprünglich nur ein Parasit der Asiatischen Honigbiene. Diese Art hatte früher keinen Kontakt zur Europäischen Honigbiene, die in Europa und in Afrika lebte. Die Europäer haben bei der Kolonisierung Asiens Völker der Europäischen Honigbiene in ihre Kolonien verbracht. Dann ist die Varroamilbe auf die Europäische Honigbiene übergewechselt. Das ist auch nach dem Import von Bienenvölkern der Asiatischen Honigbiene im Taunus geschehen. Von dort hat sich die Varroamilbe innerhalb eines Jahrzehntes in ganz Deutschland verbreitet.

Die Asiatische Honigbiene ist resistent gegen die Varroamilbe, die Europäische Honigbiene ist es nicht. In ihren Völkern vermehrt sich die Varroamilbe während der Brutperiode -von März bis Oktober- ungehemmt. Wenn der Varroabefall die Schadenschwelle überschreitet, erkranken die Völker und sterben an „Varroose“. So nennt man die Krankheit, die ausbricht, wenn die Völker zu viele Milben haben. Die Völker fliegen sich kahl, ihre Bienen gehen ab. In den USA wird sie „CCD“ genannt (Colony Collapse Disorder). Die Schadensschwelle liegt im Herbst und Winter deutlich niedriger als im Frühjahr und Sommer.

Frage: Was kann der Imker denn gegen Milbenbefall tun?

Antwort: Der Imker muss alljährlich seine Völker gegen die Varroamilbe behandeln. Dafür gibt es inzwischen eine große Anzahl zugelassener Medikamente. Die meisten Imker behandeln ihre Völker mit Ameisensäure und Oxalsäure. Diese Säuren werden nur nach der Honigernte angewendet, sodass keine Rückstände in den Bienenprodukten entstehen können.

Frage: Sie haben jahrzehntelange Erfahrung mit Bienen: Geht es den Tieren heute schlechter als früher – von der Milbe einmal abgesehen? Es heißt, die Bienen sind wegen der Pestizide aus der Landwirtschaft und aufgrund von Nahrungsmangel anfälliger als früher.

Antwort: Diese Behauptung ist ähnlich zu bewerten wie die bereits erwähnte Handbestäubung in China. Sie wurde öffentlich gemacht von der Stiftung Warentest in ihrem Augustheft 2013 mit dem Artikel „Wenn das Summen verstummt“. An der Verbreitung dieser Behauptungen haben sich auch der BUND mit dem Flyer „Bienensterben stoppen! Pestizide – Gift für Mensch und Umwelt“ und Greenpeace mit der Broschüre „Bye, Bye Biene?“ beteiligt. Das Ganze gipfelte in einer Studie der Freien Universität Berlin, die von der Bundestagsfraktion der Grünen in Auftrag gegeben wurde und die zu dem Ergebnis gekommen ist, dass es den Bienen in der Stadt besser gehe als den Bienen auf dem Land. Schuld sei die „Intensive Landwirtschaft“ mit ihren Monokulturen, durch ihren übermäßigen Pestizideinsatz und durch Düngung. Das ist schlichtweg falsch. Die Honigproduktion in Deutschland und auch die durchschnittliche Honigleistung pro Volk ist seit Ende des Zweiten Weltkrieges stetig angestiegen. Das liegt in erster Linie an der Ausdehnung des Rapsanbaus. Dank Züchtung, Pflanzenschutz und Düngung ist nicht nur der Kornertrag gestiegen, der Raps honigt heutzutage besser als vor 40 Jahren, als ich mit meinen Langzeitstudien begonnen habe.

Frage: Experimente zeigen, dass sogenannte Neonicotinoide Bienen orientierungslos machen. Wenn es solche Indizien gibt, dass diese Insektizide den Bienen schaden, wäre es dann nicht besser, die Anwendung dieser Substanzen sofort zu verbieten?

Antwort: Diese Ergebnisse wurden im Freiland mit präparierten Einzelbienen erzielt, spiegeln aber nicht die Verhältnisse im Freiland wider. Die Versuche beeindrucken durch den Einsatz von „Hightech“, liefern aber nur „hot air“. Wenn man einer Biene einen Chip oder einen Transponder auf den Rücken klebt, um ihren Flug verfolgen zu können, dann verändert bereits das ihr Verhalten. Wenn man die so präparierten Tiere zusätzlich mit einer Zuckerlösung füttert und dieser den Wirkstoff eines Pestizids beimischt, ist diese Verhaltensänderung noch stärker ausgeprägt, wobei es dabei auch auf die Dosis ankommt. Häufig wurde zum Nachweis einer Giftwirkung überdosiert.
Mit einem Neonicotinoid gebeizte Raps- oder Maisfelder werden von Bienen während der Blüte beflogen. Die Bienen sammeln dort Pollen und Nektar. Pollen und Nektar sind in subletalen Dosen mit dem bienengiftigen Wirkstoff kontaminiert. Doch wirkt sich der Eintrag von kontaminierten Pollen und Nektar weder auf das Sammelverhalten noch auf die Volksentwicklung aus. Das wird im Rahmen jedes Zulassungsverfahrens geprüft und später auch überprüft. Die Rückkehrquote der Sammlerinnen liegt bei 99 Prozent, egal ob die Völker gebeizten oder nicht gebeizten Raps oder Mais befliegen. In Versuchen mit der oben beschriebenen „Hightech“ zeigten selbst die unbehandelten Kontrollbienen eine auf weniger als 90 Prozent geminderte Rückkehrquote. Wenn das normal wäre und für alle Sammlerinnen gelten würde, wäre ein Volk nach einem Trachttag, an dem die 20.000 Sammlerinnen eines normalstarken Volkes etwa 10-mal zum Sammeln ausfliegen, bereits nach einem Tag „kahlgeflogen“ – auch wenn keine Pestizide im Spiel sind. Der Pflanzenschutz über Saatgutbeizung ist ökologisch sinnvoller als der Pflanzenschutz über Spritzen. Deshalb sollte man die Saatgutbeizung nicht verteufeln und abschaffen, sondern gut heißen und wieder anwenden.

Frage: Wie geht es denn den wilden Verwandten unserer Honigbiene, den Wildbienen aus Ihrer Sicht?

Antwort: Das ist auch so ein Ding. Es gibt sehr wenige Untersuchungen über Vorkommen und Auftreten von Wildbienen. Die „Hohe Zeit“ der Wildbienenforschung liegt etwa 20 Jahre zurück. Um die Jahrtausendwende sind mehr Wildbienenfunde gemeldet worden als vorher und nachher. Die Fachleute von damals sind inzwischen im Ruhestand. Der immer wieder gemeldete Rückgang an Wildbienenarten kann auch dadurch bedingt sein, dass es immer weniger Menschen gibt, die die Arten kennen. Nur wer sucht findet sie. Wenn man nicht sucht, findet man keine. Dieser Gedankengang bietet sich auch als Erklärung an für den allgemein beklagten Rückgang der Biodiversität. Von vielen wird nur dort und wenn überhaupt nur so geguckt, dass sie sich in ihrer Haltung bestätigt fühlen. Von einigen Naturschützern und Wildbienenexperten wird die Meinung vertreten, dass Wildbienen auch unter der Konkurrenz der Honigbiene leiden und betrachten die aktuelle Entwicklung der Honigbienenhaltung – die Anzahl von Bienenhaltern und Bienenvölkern wächst stetig – sehr kritisch. Das sollte vor allem von den Imkern beachtet werden, die vorgeben, „ökologisch“ zu imkern und deswegen die besseren Imker zu sein. Man findet sie bei Demeter und Bioland.

Frage: Sind Sie mit Ihrer Ansicht schon angeeckt – quasi als „Bienensterben-Leugner“ betitelt worden oder ähnliches?

Antwort: Das kam und kommt immer wieder vor. Es gehört dazu, wenn man gegen den „Mainstream“ schwimmt. Wenn Andersdenkende keine Argumente haben, aber fest an ihrem Glauben festhalten wollen, reagieren sie häufig polemisch. Häufig wird mir unterstellt, ich würde von einem Pharmakonzern bezahlt.

Frage: In den Medien wird das Bienensterben oft als Faktum dargestellt – zuletzt in der Talkrunde „hart aber fair“ Anfang Dezember im Ersten. Was halten Sie davon?

Antwort: Durch ständige Wiederholung wird die Lüge nicht zur Wahrheit, aber zur Tatsache. Das ist jetzt auch eine Wiederholung. Ich habe die Sendung gesehen und zwar zweimal, das erste Mal live und dann ein zweites Mal per Mediathek. Beim zweiten Angucken habe ich die Sendung auch mit einer Kamera aufgenommen. Ich will den Film bearbeiten, mit anderen Medienberichten über das Bienensterben – ich sammele sie seit 2006 – kombinieren, um zu dokumentieren, wie die Reise bisher verlaufen ist und wohin die Reise geht. Als Schlusspunkt dieser Reise bietet sich das Jahr 2020 an. In einem bei Phoenix gesendeten Beitrag des Bayerischen Rundfunks über „Das Sterben der Bienen“ wurde vorhergesagt, dass es „in 10 Jahren keine Bienen mehr“ geben würde. Der Dokumentarfilm wurde 2010 hergestellt. Im April 2006 wurde in „Bild am Sonntag“ der damalige Präsident des Verbandes der Berufsimker Deutschlands mit den Worten zitiert: „Der Todeskampf der Honigbiene und der Imkerei in Deutschland hat begonnen.“ Die Honigbiene galt damals laut „BamS“ als das viertwichtigste Nutztier. Es ist auf Platz 3 gerückt. In diesem „BamS“-Artikel findet man auch das „Einstein-Zitat“, das von vielen Kommentatoren erwähnt wird. Es ist eindeutig unsinnig und es stammt nicht von Einstein.

Ich habe inzwischen auch alle 1.604 Kommentare, die vor, während und nach der Sendung ins Gästebuch der Sendung „hart aber fair“ eingetragen wurden, gelesen und bin dabei, sie auszuwerten. Das wird etwas länger dauern.

Frage: Welchen Eindruck haben Sie bisher von den Kommentaren?

Antwort: Die meisten Kommentare sind emotional und polemisch formuliert. Sie geben den „Mainstream“ wieder, laut dem die „Intensive“ Landwirtschaft an der Misere schuld ist und der Zusammenbruch des „Ökosystems“ bevorsteht. Diese Meinung haben auch vier Teilnehmer der Talkrunde „hart aber fair“, hart und nicht fair mit Nachdruck vertreten, der Moderator und drei der fünf eingeladenen Studiogäste, die Imkerin, der Wissenschaftsjournalist und der Grünen-Politiker.

Im Gästebuch haben sich auch einige Zuschauer zu Wort gemeldet, die sowohl beim Thema „Bienensterben“ und auch beim Thema „Insektensterben“ Sachkunde erkennen lassen und die Problematik differenziert betrachten. Diese differenzierte Betrachtung hätte eigentlich im Vorfeld der Sendung passieren müssen. Das ist unterblieben. Den Machern der Sendung kann man somit unterstellen, dass sie sich von einer Erkenntnis haben leiten lassen, die das Handeln vieler Journalisten bestimmt, nach der dem Publikum die einfache Lüge leichter beizubringen ist als die komplizierte Wahrheit. In dieser Hinsicht war es eine gelungene Sendung.

 

Zur Person:

Dr. Gerhard Liebig hat 37 Jahre lang im Dienste der Landesanstalt für Bienenkunde in Stuttgart-Hohenheim an Bienen geforscht. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit lag darauf, Konzepte zur Bekämpfung der Varroamilbe zu entwickeln. Auch im Unruhestand (seit 2011) beschäftigt er sich mit Bienen, verfasst Fachartikel und betreibt die Website www.immelieb.de, auf der sich alles um die Biene dreht und um ihren größten Feind, die Varroamilbe. Liebig ist Autor des beliebten Standardwerks „Einfach Imkern“, dessen 3. Auflage momentan vergriffen ist. Eine 4. Auflage ist für Frühjahr 2018 geplant.

 

Bildnachweis: Universität Hohenheim

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Kategorien:Insektizide, Landwirtschaft, Medien, Natur, Naturschutz, Pflanzenschutz, Tierschutz, Tierwelt, WissenschaftSchlagwörter:, , , , , , , , , , , ,

43 Kommentare

  1. Die ganze Polemik siet so aus wie bei dem Klimawandel. Der Mensch is immer schuld.

    • Der Klimawandel ist jetzt aber so ungefähr das schlechtestmögliche Beispiel für das, was Sie ausdrücken wollten. Dass der Klimawandel a) real ist und b) menschengemacht ist und c) drastische Konsequenzen hat, ist wissenschaftlicher Konsens. (Den kann man natürlich immer noch polemisch verpacken und/oder für eine bestimmte Agenda nutzen, aber der Stand der Wissenschaft ist ein ganz anderer als beim Thema Bienensterben.)

      Parallelen zu dem, was Dr. Liebig hier sagt, findet man eher z.B. beim Thema Waldsterben (Schlagwort „saurer Regen“). Und allgemein, in Sachen faktenfreier Polemik, natürlich bei den Themen Glyphosat und Grüne Gentechnik.

      • Der Artikel liest sich wie ein Pamphlet des DBV`s (dt. Bauernverband). Unfassbar einseitig und voller Behauptungen, die sich nicht auf Untersuchungen stützen, sonder lediglich auf die Meinung des Herren. Das Bienensterben sei „ein Fehler (der Person) hinter dem Kasten“. „Die Medien würden lediglich „bad news“ verbreiten um Aufmerksam zu erregen. Die Anfälligkeit der Bienen sei eine Erfindung des „BUND, NABU, Freien Uni Berlin“, die Schädlichkeit des Pestizideinsatzes, Monokulturen und intens. Landwirtschaft seien schlichtweg unbedenklich, „schlichtweg falsch“. „Der Eintrag von kontaminierten Pollen und Nektar“ wirke sich „weder auf das Sammelverhalten noch auf die Volksentwicklung aus“. Zum Thema Artensterben der Wildbienen äußert sich der Herr dahingehend, dass man ja nur mal richtig hinschauen müsse, „Nur wer sucht findet sie“. Man müsse die „Lüge“ Bienensterben nur oft genug wiederholen, dann würde sie auch „zur Tatsache“ werden. Die Grünen als Brandstifter tauchen selbstverständlich auch immer wieder auf und Bioland sowie Demeter defamiert man gleich mit. Am unerträglichsten ist aber, dass er Gegner seiner Theorie – und das sind hochdotierte Wissenschaftler – als „Polemiker“ abtut, welche unfähig seien „eigene Argumente“ vorzutragen. Das Ganze ohne jeglichen Verweis auf wissensch. Studien, auf die er sich bezieht. Geisitge Brandstiftung nennt man das. Aber das hat ja gerade Hochkonjunktur.

      • Das ist eine ziemlich hahnebüchene Behauptung. Das Verhalten von Bienen lässt sich um ein vielfaches genauer untersuchen als das weltweite Klima. Sie passen gut ins Beuteschema von Herrn Liebig.
        Dass der menschengemachte Klimawandel wissenschaftlicher Konsens ist, ist Unsinn. Es ist nur die wesentliche besser repräsentierte These.

      • @Marc Braun: „Dass der menschengemachte Klimawandel wissenschaftlicher Konsens ist, ist Unsinn.“

        Ach? Je nach Metastudie lag der wissenschaftliche Konsens über anthropogenen Klimawandel zwischen 2009 und 2013 zwischen 97% und 98,5%, Tendenz steigend.

        Zahlreiche angesehene wissenschaftliche Organisationen von der Royal Society (UK), National Academies of Science (USA), International Science Academies bis zur WHO haben hierzu mehr als eindeutige Statements abgegeben.
        Wieviel mehr Konsens hätten Sie denn gerne?

        Eigentlich möchte ich hier ungern lang und breit über ein Thema diskutieren, das nur durch den missglückten Vergleich oben erst aufgebracht wurde. Ich zitiere Ihnen aber gerne die o.g. Statements, wenn Sie darauf bestehen.

      • Der Klimawandel mal wieder: 97% der Wissenschaftler sind vom Einfluß des Menschen überzeugt. Nun haben vor der Finanzkrise des Jahres 2008 wahrscheinlich sogar 99 Prozent aller Forscher den systemischen Zusammenbruch des Finanzkapitalismus für ausgeschlossen gehalten. Er passierte trotzdem. Im wissenschaftlichen Diskurs zählt dummerweise das Argument, und nicht die Mehrheitsmeinung.

      • Sie vergleichen allen Ernstes Naturwissenschaften mit Wirtschafts“weisen“? Das ist „dummerweise“ noch nicht einmal ein valider Vergleich, geschweige denn ein Argument dafür, dass der Klimawandel nicht „tatsächlich passiert“.

      • b) und c) sind keinesfalls wissenschaftlicher Konsens!

      • „Dass der Klimawandel a) real ist und b) menschengemacht ist und c) drastische Konsequenzen hat, ist wissenschaftlicher Konsens.“
        Nur a) ist ein Fakt, der Rest sind leere Behauptungen. Wenn etwas Konsens ist, dann ist es deshalb Konsens, weil es keine eindeutigen wissenschaftlichen Beweise gibt.
        Papst kann auf den in der Menschengeschichte beständigsten Konsens verweisen und er schöpft daraus nicht nur seine Berechtigung als Chef einer Glaubensgemeinschaft sondern auch seinen Lebensunterhalt: 99,99% aller Geistlichen sind sich einig, dass es Gott gibt und dass er der einzige Gott ist. Der Konsens musste über Jahrhunderte mit Waffengewalt aufrecht erhalten werden, weil er eben nicht durch Fakten belegbar ist.
        Aber es gibt andere Religionsgemeinschaften die ihrerseits zu 99,99% sicher sind dass Allah der einzige Gott ist. Und sie sind bereit, dieses „Fakt“ mit Waffengewalt aufrecht zu erhalten.

    • Ohje Sie wollen wohl gar nicht verstehen, dass Wissenschaft sich weder um Demokratie noch um ideologische Fronten schert. Wissenschaftliche Wahrheit beruht auf Beweisen und kümmert sich nicht um politische Richtigkeit!

      • Oh je, gerade beim Thema Klimawandel geht es schon lange nicht mehr um wissenschaftliche Wahrheit (faktenbasiert), sondern um um wissenschaftliche Mehrheiten (mainstreambasiert). Wenn man dann noch weiss, wie sich das IPCC von Andersdenkenden säuberte, bleibt von der offiziellen Klimaversion nicht mehr viel übrig.

  2. Leider ist Herr Liebig nicht auf dem Stand der Züchtungsbemühungen und behandelt noch. Auch seine Betriebsweise ist eher vor 30 Jahren zeitgemäß gewesen. Augen auf und sich selbst ein Bild verschafft!

  3. Typisch Wissenschaftler! Irgendwelche Dinge behaupten, anderes aus dem Zusammenhang reißen. Fakt ist, die Bienenhalter haben es immer schwerer, das Insektensterben kann jeder Autofahrer direkt sehen. Früher war das Auto im Sommer voll mit toten Insekten, heute Leere. Früher blühten die Landschaften heute sind sie nur noch grün. Die Aussage „Der Fehler steht hinter dem Kasten“ ist ein Schlag ins Gesicht jeden ordnungsgemäß arbeitenden Imkers. Stand des Wissens ist heute, dass die Bienen mit zu vielen Faktoren zu kämpfen haben, die ihnen zu schaffen machen. Da ist die Varroamilbe auch ein kleiner Teil. Dazu kommt aber auch die Ausgeräumten Landschaften, Klimaveränderung, Spritz- und Beizmittel, natürliche Faktoren, Vandalismus usw. dazu. Das ist so, wie wenn einer keinen Sport macht, raucht, trinkt, fett isst, nicht schläft, Stress hat…. Dann wird irgendwann Schluss sein und zwar früher als bei einem der das alles nicht macht

    • Wahrscheinlich hat ihre Frontscheibe am Auto einen anderen Winkel als ihr damaliges Auto. Wahrscheinlich fahren sie in ihrem Alter gar kein Auto mehr. Ich muss meine Frontscheibe jedenfalls fast täglich säubern! Ich bin ein umsichtiger Autofahrer und achte auf meine Sicht!

  4. Hauptsache seinen Bienen geht es gut. Die Wissenschaftler, die nach anderen Bestäubern suchen, müssen halt besser suchen. Absoluter Wahnsinn was dieser Mann, der als Bienenguru gilt, hier von sich gibt. Wo sind denn die 75% der Biomasse an Insekten?Verstecken die sich besser als vor 30 Jahren? Die Vorgehensweise beim Fangen und Auszählen ist die Selbe wie vor 30 Jahren. Das sind natürlich alles Stümper. Er weiß es besser, weil er der bessere Wissenschaftler ist.
    Die Autoscheibe ist der beste Indikator für das Verschwinden der Insekten. Fakt ist, dass unabhängige Studien ständig darauf hinauslaufen, dass das Bienensterben, im Zusammenhang mit Pflanzenschutzmittel, sehr wohl ein Problem darstellt. Aber solange man alles auf eine Milbe schieben kann, ist ja alles in Ordnung.

  5. Liebig, Rosenkranz & Co erhalten die Finanzmittel, die zur Ursachenklärung Pestizid bedingter Bienenschäden bereit gestellt werden sollte, für Ihre Varroa-These und andere Krankheitsbilder, die man gebetsmühlenartig untersucht.
    Er kann die Lieder der Brotgeber am besten singen, daher feiert man seine Weisheit, die allwissender ist als Vieles, was Wissenschaftler so zusammen spinnen.

  6. Herr Liebig geht gar nicht auf die vielzitierte Stufe zum Insektensterben ein. Das verwundert mich. Ich bin entsetzt über den hahnebüchene polemischen Kauderwelsch dieses Herren.

  7. Diese Meinung teilen eben auch nicht wenige Imker und (komischerweise), die deren Völker wachsen und gedeihen und auch eine hohe Honigernte haben. Auch zu dem Thema Abnahme Insektenbiomasse, das seit ein paar Wochen durch die Medien geistert und auch Glyphosat (was ja auch gern bei dem „Biensterben“ mitgenannt wird) ist genaues Hinschauen angebracht NABU, BUND und Grennpeace sind am Ende des Tages auch nur Lobbyvereinigungen mit z.T. recht fragwürdigem wissenschaftlichem Anspruch. Einfache Antworten gibts leider nirgens. Auch wen es schön wäre.

  8. Wer sich etwas vertiefend in die Materie einarbeitet kommt exact zu dem Ergebnis von Dr. Liebig. Leider finden sich selbst an der Uni Hohenheim (aber auch an anderen) Professoren, wie z.B. Prof. Steidle, die zu dem Thema abstruse Statements abgeben in der Hoffnung beim Reiten der mainstreamwelle an Bekanntheitsgrad zu gewinnen. Mit Hilfe der massiven Propaganda der NGO`s scheint dies geradezu ein Erfolgsrezept zu sein und seriöse wissenschaftliche Arbeit an den Rand zu drängen.Ganz üble Spielchen treiben vermaintlich alleswissende Pseudowissenschaftler wie dieser Ranga Yogeschwar. Wenn die Welle durch ist, werden solche Leute hoffentlich massiv an wissenschaftlicher Reputation verlieren. Was diese NGO-Mainstreampropaganda anrichtet kann man an den Kommentaren bei „hart aber fair“ oder auch hier nur zu deutlich sehen.

  9. Die wenigsten Kommentatoren hier haben Bienevölker.

    Ich war Jahre lang auch der Fehler hinter der Zarge. Mit zuhnemendem Alter und toter Völker kam aber die Erkenntnis dass all die Bemühungen um die Biene nicht zum Ziel führten

    „Ich bin ordentlicher Imker geworden“!. Meine Bienen, Frau Aumeier und Herr Liebig haben mich dazu gebracht. Erst als ich aufhörte den alten Imkerkollegen und dem Imkerbund zuzuhören und nachzuahmen ging es meinen Völkern deutlich besser. Weg vom Perizin, weg von Kunstoffbeuten, weg von Bienentees, weg von Wachszukauf, weg von dubiosen Behandlungsmethoden (Drehen,Temp. Schall). und noch viel mehr Unwahrheiten!

    Danke Herr Liebig für Ihre unermütliche Arbeit in der Bienenhaltung.

  10. Ein intetessanter Beitrag,
    natürlich spiegelt er die Meinung des Dr. Liebig wieder, schliesslich wurde er ja auch interviewt.
    Was es interessanter macht als vieles was man sonst hört, es ist eine gegenteilige Meinung. Und die braucht man für die eigene Meinungsbildung. Daher ist es gut auch diese sichtweise zu lesen. Kommentare sind meist polemisch, die Mehrheit Mainstream

  11. Ulrich Müller
    Seit 15 Jahren bin ich Imker, Seit ein üaar Jahren Bienensachverständiger und Königinnenzüchter, dass nur zur Information. Was Herr Liebig hier sagt ist ein schlag ins Gesicht jeden Imkers. Eine wissentschaftliche Studie über die Varroa und deren Bekämpfung gibt es, meines Wissens von Herrn Liebig nicht. Seine „einfachen Antworten“ basieren lediglich auf seinen Erfahrungen, die aber nur durch seine „Betriebsweise“ begründet sind. Dass es auch andere Methoden der Varroabekämpfung gibt wird von Herrn Liebig nicht wahrgenommen, stehen doch wirtschaftliche Interesse (Liebig Beute, Liebig Verdunster, Buch „Einfach Imkern“ ) im Vordergrund. Wenn Herr Liebig allein in seinem Buch auf Seite 37 den zweigeteilten Brutraum propagiert, sieht man wie wenig er sich in seiner Betriebsweise an der Natur orientiert. Schon Ferdinand Gerstung, schrieb 1910 wie wichtig für den Bien der ungeteilte Brutraum ist. In einer Bienenzeitung veröffentlicht herr Liebig monatlich einen Zustandsbericht zu Varroasituation. Leserbriefe oder Kommentare dazu werden von Ihm ignoriert, wenn sie nicht seiner Vorgehensweise entsprechen, dies weis ich aus eigener Erfahrung. Einfach Imkern geht leider nicht, man muss die Natur der Biene verstehen. ein Beitrag befasste sich auch mit Frau Aumeier, auch hier werden keine anderen Bekämpfungsmittel gegen die Varroa gedultet, sowie andere Beutentypen verunglimpft, resultat eigener Erfahrung.

    • Alles MÜLLER oder was ??? 15 Jahre Imker&Sachverstädiger&Königinnenzüchter?? Was sagt das aus? NICHTS!!! KÖNIGINNEN VERMEHREN wär doch richtig .Das kann mein 5 Jahre alter Enkel wen’s mann’s richtig & einfach zeigt.Wo sind Ihre Daten ?? Dr.Liebig hat von Anfang GESAGT kein Antibiotika die Milben werden resistent.Fast alle haben Ihn ausgelacht. Der Name
      Liebig wird von Herstellern benützt um Kasse zu machen . Waldtracht & Völkervermehrung wer hat’s den Imkern gut beigebracht Dr.Liebig. Er hat nur von Einfach Beute geredet.Wo sind ihre Daten?
      Wer Dr.AUMAIER& Dr.Liebig hört&versteht der weiss Bescheid MfG Nochmals wo sind Ihre Daten?

  12. An R.E.
    schön geantwortet, hier spricht der erfahrene Imker, dass konnte man aus Ihrer Antwort sofort ersehen.
    Was für Daten hätte Sie den gerne, die wissentschaftlichen Daten von Herrn Liebig, tut mir leid, die habe ich nicht gefunden, weil nicht existent.
    Ja was sagt das aus? Was ich in den Tätigkeiten die ich erwähnt habe, eventuell gelernt habe, dass sagt das aus.
    Schön wenn Ihr Enkel Königinnen vermehren kann, woher wissen Sie was ich richtigerweise mache.
    Sie schreiben, Liebig wird von Herstellern benutz um Kasse zu machen, das würde bedeuten die benutzen unerlaubt senen Namen bei dem Vertrieb der Produkte. Diese kenntnis sollten Sie Herrn Liebig mitteilen.

  13. Alles Müller oder was? Hab doch nach Ihren DATEN gefragt & nicht nach Dr.G.L. IST doch lesbar? ICH hab nicht LIEBIG geschrieben sondern Der Name Liebig ist doch lesbar? Dr.G.L brauche ich nicht aufklären . WOLLTE NUR DATEN VON H.MÜLLER. Denke KEINE VORHANDEN! IST DOCH LESBAR ? WÄRE DOCH EIN JA/ NEIN. War zu schwer zum verstehen.

  14. Wer lauthals und nachhaltig das Wort „Lüge“ krakeelt, ist mir verdächtig.
    Im Übrigen steht womöglich der Fehler hinter den Kästen des einen Standes, während die nächsten Bienen und deren Bienenhalter diese Fehler auszubaden haben. Ist dieser Zusammenhang zu komplex?

  15. Ich bin kein Experte für Bienen. Aber was das Insektensterben angeht, habe ich meine eigenen Erfahrungen gemacht. Dazu brauche ich keine Datenlage, das ist immer nur das Schreien nach Wissenschaftlichkeit, die aber am Ende auch keine exakten Ergebnisse liefert, weil wie wir hier an der Diskussion schon sehen können, immer nur das geglaubt wird, was der eigenen Interessenlage entspricht.
    Das Argument, Autos haben einen anderen CW-Wert ist nur minimal stichhaltig. Ich selbst kann mich noch gut erinnern, wie verdreckt die Autoscheiben früher waren. Da klingt das plausibel, dass moderne Autos wegen ihrer anderen Bauweise, weniger Insekten auf die Windschutzscheibe bekommen. Aber ich habe vor ein paar Jahren die Entdeckung gemacht, als ich im europäischen Ausland im Urlaub war, ich abends plötzlich durch eine Landschaft fuhr, in der die Luft nur so wimmelte vor lauter Insekten. Und nein, es waren keine Eintagsfliegen, die gerade geschlüpft waren. Es waren ganz unterschiedliche Arten. Und plötzlich war die Scheibe wieder voller Insekten, nachdem ich das Phänomen jahrelang nicht mehr beobachtet hatte.
    Ein anderes Beispiel: Mein Stiefvater, Bauer im Hunsrück, nahm in den 90er-Jahren an einem von der EU verordneten Flächenstilllegungsverfahren teil. Auf den stillgelegten Ackerflächen säte er Gras und Wildblumen aus. Was war das für ein Brummen und Summen, als diese Wildblumen blühten. So kannte ich das von früher.
    Wenn ich heute hier in der Eifel durch Ackerlandschaften laufe, ist Mais fast bis unmittelbar an den Straßen-/Wegrand gepflanzt, kein Platz für Busch- und Wildgrasvegetation, wo Insekten und Vögel ihren Unterschlupf finden könnten. Und sogar Wiesen werden gesprüht, damit bloß keine unnützen Blumen gedeihen, das Gras früher gemäht und schneller wieder nachwachsen kann. Und selbstverständlich werden Glyphosat und Co. gespritzt und das Zeug macht selbst schon bei leichtestem Wind nicht an der Ackergrenze halt.

    • Dass Insektizide auch Bienen töten muss ja ne glatte Lüge sein, die töten ja ganz klar nur Schädlinge, so wie Antibiotika nur die schädlichen Bakterien im Darm tötet. Amen. Wir führen heute keine Religionskriege mehr, sondern Glaubenskriege. Wer ist der bessere Wissenschaftler, wer hat die Meinungshoheit. Da die breite Masse so gar keinen Zugang mehr zur Natur hat, kann man alles erzählen. Wie traurig, dass den meisten Menschen das fehlen von Insekten nur auf der Windschutzscheibe auffällt. Das lässt doch tief blicken, wie Naturverbunden die Menschen noch sind, und wie sehr sich ein Großteil der Menschen um das Wohlergehen unseres Planeten bemüht. Artensterben als Wissenschaftliche Lücken darzustellen tut echt weh. Es gibt ja nicht die Roten Listen der Arten. Die gibt es, weil sich alle Wissenschaftler verzählt haben. Alles klar.
      Das es viele Flechten in Deutschland nicht mehr gibt und schon lange nicht mehr gibt interessiert halt auch keinen, damit kann man keinen Medienrummel machen, mit diesen unscheinbaren (hässlichen) Organismen. Bei denen man erstmal ausführlich erklären müsste was die tun und was das überhaupt ist. Aber dadurch, dass sie zu Zeiten der ärgeren Luftveschmutzung (als heute) verschwunden sind, erinnern sich auch nur noch wenige ältere Menschen daran, dass es mal mehr gab und unsere Denkmäler damit besiedel waren. Und das sind keine Bienenzüchter, die sich daran erinnern. Sondern Flechtenspezialisten. Jeder halt auf seinem Gebiet und nicht über den Tellerrand guckend. Bienen, die Lebewesens über die man halt schon im Kindergarten lernt, mit denen kann man was erreichen, wenn man sie zum Thema macht. Vor allem polarisieren. Flechten und andere uninteressante Lebewesen, das stört halt niemanden, wenn diese lästigen Organismen endlich auch weg sind und keine Denkmäler und Häuser etc mehr besiedeln. Hat ja auch Vorteile, nicht? Die Forscher reisen dann halt in andere Länder, weil es diese Organismen hier nicht mehr gibt. Das hat aber sicher NICHTS mit Umweltverschmutzung zu tun.

  16. Zum Thema Bienensterben erinnert Herr Liebig an einen „bei Phoenix gesendeten Beitrag des Bayerischen Rundfunks über „Das Sterben der Bienen“ wurde vorhergesagt, dass es „in 10 Jahren keine Bienen mehr“ geben würde. Der Dokumentarfilm wurde 2010 hergestellt. Im April 2006 wurde in „Bild am Sonntag“ der damalige Präsident des Verbandes der Berufsimker Deutschlands mit den Worten zitiert: „Der Todeskampf der Honigbiene und der Imkerei in Deutschland hat begonnen.“

    Im November 2017, also schon recht kurz vor dem vorhergesagten Ende der Bienen in Deutschland, erwähnt Herr Liebig die folgenden Tatsachen:

    „Die Honigproduktion in Deutschland und auch die durchschnittliche Honigleistung pro Volk ist seit Ende des Zweiten Weltkrieges stetig angestiegen.“

    „Von einigen Naturschützern und Wildbienenexperten wird die Meinung vertreten, dass Wildbienen auch unter der Konkurrenz der Honigbiene leiden und betrachten die aktuelle Entwicklung der Honigbienenhaltung – die Anzahl von Bienenhaltern und Bienenvölkern wächst stetig – sehr kritisch.“

    Ich kann da nicht erkennen, dass die düsteren Vorhersagen von 2006 und 2010 zum Bienensterben sich nur annähernd bewahrheiten werden.

    Über die oft polemische Streiterei in den Kommentaren kann ich da nur den Kopf schütteln und dafür plädieren, unaufgeregt Fakten zu berücksichtigen und nicht noch ständig die Themen durcheinander zu werfen. Dass Pestizide nicht gesund für Insekten sein können, ist trivial, genauso wie die Tatsache, dass endlose Maisfelder und Wiesen ohne Blumen für (Wild-)Bienen weniger Nahrung bieten. Dass deswegen die Bienen aussterben, ist aber bis zum Jahr 2017 doch nicht zu beobachten: „die Anzahl von Bienenhaltern und Bienenvölkern wächst stetig“.

    Wenn man sich auf Kommentarseiten wagt, kann man schon meinen, wir lebten in Absurdistan.

  17. Mein Mann und ich haben vor fünf Jahren mit der Imkerei begonnen und sinnvoller Weise direkt einen Kurs bei Dr. Pia Aumeier besucht, der Theorie und Praxis miteinander verbindet. Ansonsten hätten wir bisher sicherlich viele Bienenvölker zugrunde gerichtet oder die Bienenhaltung bereits aufgegeben. Mein Onkel in Bayern hat fast zeitgleich mit der Imkerei begonnen und in seiner Gegend nur einen „alten Hasen“ als Paten zur Seite gehabt. Ihm sind gleich im ersten Winter beide Völker eingegangen, weil die Bienen nur unzureichend gegen Varroa behandelt wurden und das Winterfutter nicht richtig angenommen haben. Der Teufel steckt im Detail und gute Schulung schützt vor der gröbsten Fehlern!

    Meist nehme ich nur Kritik an Herrn Liebig wahr. Hervorzuheben ist der aber der unermüdliche Einsatz von Aumeier und Gerd Liebig, Neulingen gleich von Anfang an das Handwerkszeug und gute Tipps für die Arbeit an den Bienen zu liefern. Mit diesem Fachwissen ausgestattet ist es auch für Berufstätige oder Familien mit vollem To-Do-Zettel möglich, Bienen zu halten und über das Lockmittel „Lust auf eigenen Honig“ etwas für die Natur und gegen die Varroamilbe und die Ausbreitung von Bienenseuchen zu tun. Mal ehrlich, wer kennt nicht noch einen alten Imker in seinem Ort, der sich um Gesundheitszeugnisse seiner Bienen, die Meldepflicht seiner Bienen bei der Tierseuchenkasse und Co. nur einen Dreck schert, „herumwurschtelt wie vor 40 Jahren und damit nicht nur seine Bienen sondern auch alle Völker im Flugradius von 3 – 5 km gefährdet?!
    Die Zahl der Imker in Deutschland steigt stetig, was am Engagement von Menschen wie Aumeier und Liebig liegt. Und über das Interesse kommt die Sachkunde und die differenzierte Beurteilung von dem, was man als „wahr“ oder „faslch“ betrachtet..

    Natürlich gibt es viele unterschiedliche Betriebsweisen bei der Bienenhaltung und jede kann für sich beanspruchen, die „einzig Wahre“ zu sein. Was die Bienen davon halten? Wir können sie ja nicht fragen! Meine Meinung dazu ist, dass man es erst beurteilen kann, wenn man Erfahrungen gesammelt hat und Erfolg hat. Erfolg heißt für mich: Gesunde, starke Bienenvölker halten und die Verluste so klein wie möglich zu halten. Erstmal eine Methode beherrschen, dann selbst experimentieren und ggf. zu einer anderen Betriebsweise wechseln.

    Mit dem Wissen von Gerd Liebig durch seine Präsentationen an seinen Bienenvölkern und die Schulungsunterlagen von Pia Aumeier haben wir es in fünf Jahren geschafft, unseren Bienenbestand stetig zu vergrößern. Wenn uns Völker im Winter eingegangen sind, lag es an uns. Immer. Nicht am Winter, nicht an den Pestiziden, nicht an einer Monokultur. In unserem zweiten Jahr zum Beispiel hat sich Unerfahrenheit beim Einschätzen des Varroabefalls gerächt, Durch zu spätes Auffüttern bei zu kalten Temperaturen im Herbst haben wir ebenfalls schon Völker verloren, sie sind im frostigen Frühjahr verhungert. Ganz klar stand hier das Problem hinter dem Kasten, wie es Liebig beschreibt. Imker wie wir sollten erstmal die Fehler bei sich selbst suchen und nicht mit dem Finger auf andere zeigen. Bienen zu halten bedeutet Verantwortung und die Verpflichtung, sich mit den Herausforderungen wie Varroa, amerikanischer Faulbrut, Klimawandel oder genveränderten oder gespritzten Pflanzen auseinander zu setzen und sich stetig weiterzubilden. Alles andere ist Tierquälerei.

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