Windschutzscheiben-Psychologie

Windschutzscheiben-Psychologie

“Dass die Insekten sterben, sehe ich an meiner Windschutzscheibe – die ist heute nämlich sauber, früher klebte sie voller Insekten.” – Mehr Beweis braucht es nicht: Nahezu in jedem Artikel sowie in jedem zweiten Internet-Post, der sich irgendwie mit dem Thema Insektensterben und der Krefelder Studie dazu befasst, kommt dieses Beispiel zur Veranschaulichung zum Tragen. Doch wie plausibel ist dieser “Beweis” eigentlich?

Ich fange mal bei mir selbst an: Vor dreißig Jahren hatte ich noch keinen Führerschein. Damals hat mich der Verdreckungsgrad von Windschutzscheiben somit nicht interessiert. Meine erste längere Autofahrt als Fahrerin liegt rund 25 Jahre zurück. Die Tour ging vom Münsterland bis nach Lüneburg. Ich kann mich daran erinnern, dass ich gegen Ende der Fahrt wirklich müde wahr und die schöne Landschaft rund um Uelzen hat sich mir auch eingeprägt, aber wie die Windschutzscheibe meines Ford Fiesta damals aussah, weiß ich auf Gedeih und Verderb nicht mehr. Ich kann mich jedenfalls nicht an einen Tankstellen-Stopp erinnern, bei dem ich die Scheibe hätte sauber machen müssen.

Generell habe ich keine Erinnerung an eine mit Insekten verklebte Scheibe. Und selbst wenn ich eine hätte: Wäre das dann wohl eine Erinnerung an eine durchschnittlich verdreckte Scheibe oder eher eine Erinnerung an eine außergewöhnlich verdreckte Scheibe? Ich vermute mal, dass sich eher die außergewöhnlichen Dinge ins Gedächtnis einprägen.

Die Rückschau ist trügerisch. Die Sicht auf vergangene Zeiten verklärt nicht nur die Vergangenheit (“Früher war alles besser”), sondern sie ist einfach nicht verlässlich. Psychologen konnten nachweisen, dass man Menschen Erinnerungen regelrecht einpflanzen kann, so dass sie glauben, sich an etwas zu erinnern, was sie nie erlebt haben.

Nicht falsch verstehen: Ich gönne jedem seine Erinnerung an mit Insekten verschmierte Windschutzscheiben – egal ob eingebildet oder echt. Nur ich habe eine Bitte: Bitte nicht versuchen, daraus irgendeine Evidenz für was auch immer abzuleiten! Das funktioniert nämlich nicht. Die Aussage “Früher klebten mehr Insekten an der Scheibe” ist heute weder verifizier- noch falsifizierbar. Es ist einfach nur eine Anekdote – nicht mehr und nicht weniger. Ich verstehe daher nicht, dass auch Wissenschaftsjournalisten diese Anekdote bemühen. Wenn über die Wirksamkeit von Homöopathie diskutiert wird, werden diese anekdotischen Beweisführungen müde belächelt, in Sachen Insektensterben dienen sie dem guten Zweck.

 

Insekten zählen

Insekten zählen

Das Insektensterben hat es sogar bis in das 61-seitige Papier geschafft, das den weiteren Jamaika-Sondierungsgesprächen zugrunde liegen soll. Auf S. 11 steht:

“Wir werden umgehend die Ursachen des Rückgangs der Insektenpopulationen untersuchen und gleichzeitig ein Sofortprogramm für den Schutz und die Verbesserung der Lebensbedingungen der Insekten erarbeiten und umsetzen.”

Allerdings steht der Passus in eckigen Klammern und wird dementsprechend wohl noch diskutiert.

Derweil geht der Experten-Streit, wie man richtig Insekten zählt, weiter. Die im Oktober in Plos One erschienene Veröffentlichung von Hallmann et al. “More than 75 percent decline over 27 years in total flying insect biomass in protected areas” hatte viel Medienwirbel und auch Methodenkritik ausgelöst. Wie die FAZ berichtete, haben die Autoren jetzt auf die Kritik, die starke Veränderung bei der Biomasse hänge vom Anfangsjahr ab, reagiert. Sie schreiben, dass ihr Statistik-Modell auch mit einem anderen Startjahr zu ähnlichen Ergebnissen kommt:

“However, to clear all doubts, and as a robustness check, we reran our statistical models, and trend calculations are as follows
• Years 1989 – 2016: decline overall 76.7% – mid-summer decline 81.6% (n=1503 data points, as in the paper)
• Years 1991 – 2016: decline overall 76.8% – midsummer decline 82.0% (n=1279 data points)”

Die FAZ schlussfolgert daraus, dass die “komplizierte statistische Schätzmethode” der Autoren offenbar nicht verstanden worden war:

“So hatte Statistik-Professor Walter Krämer sie fürs RWI als „Unstatistik“ abgekanzelt.”

Heute reagiert Prof. Krämer in einem Interview mit der Welt:

“Muss ich auf solche Vorwürfe reagieren? Ich befasse mich mit diesen Methoden seit Jahrzehnten und bleibe bei meiner Kritik. Die Stichprobe wurde jenseits der üblichen wissenschaftlichen Seriosität gemacht. Das sind zufällige Standorte, die auch immer wieder gewechselt worden sind. Die Daten sind deshalb von schlechter Qualität und nicht verallgemeinerbar.”

Die gesammelten Daten sind so heterogen, dass sich daraus keine Verallgemeinerungen ableiten lassen: unterschiedliche Orte, unterschiedliche Zahl der Proben je Ort und/oder Jahr. In drei Jahren wurden gar keine Proben genommen. Die Lücken im Datenpool werden durch Schätzungen ersetzt. Nur beruhen diese Schätzungen auf bestimmten Grundannahmen, die ihrerseits erst einmal wieder begründet werden müssen. Das passiert in Hallmann et al. aber nicht. Es gäbe da einen Grundsatz, erklärt Prof. Krämer auf Nachfrage: “Garbage in – garbage out” – Wenn ich Unsinn reinstecke, bekomme ich auch Unsinn heraus.

Ein Musterbeispiel für die Ermittlung von Insekten-Biomasse liefert eine Studie aus Großbritannien. “Long-term changes in the abundance of flying insects” ist eine Arbeit, die aus einem Projekt am Institut Rothamsted Research hervorgegangen ist: Immer die gleichen Orte, immer die gleichen Fallen, immer der gleiche Rhythmus der Probennahme und das über einen langen Zeitraum. “Das ist der Goldstandard”, erklärt Krämer. Rothamsted gelte sowieso als das Mekka der Statistik. Hier habe Ronald A. Fisher in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts gewirkt, der zum Beispiel wichtige Maßstäbe in der Versuchsplanung gesetzt hat.

Dass es einen Rückgang bei den Insektenpopulationen gibt, hält Prof. Krämer durchaus für plausibel: “Dass da was ist, bestreite ich überhaupt nicht, nur es muss methodisch korrekt abgebildet werden”, erklärt er und stellt klar:

“Was mich ärgert ist, dass die Medien – selbst Qualitätstitel wie FAZ, SZ, ZEIT und dpa – jeden Blödsinn ungeprüft übernehmen. Die haben doch die Verpflichtung, dahinter zu schauen.”

 

Links

• Englische Insekten – 30 Jahre Beobachtung 

• Nun sprühen sie wieder

• Insektensterben – alles Scheiße?

Konstruiertes Plagiat

Konstruiertes Plagiat

Im Kampf um Deutungshoheit beim Herbizid-Wirkstoff Glyphosat wird mit harten Bandagen gekämpft. Die Gegner schrecken auch nicht davor zurück, ungeheuerliche Vorwürfe gegen das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das für die Risikobewertung von Glyphosat in der EU zuständig ist, zu erheben. Die österreichische NGO Global 2000, behauptet sogar, das BfR habe von Monsanto abgeschrieben:

“Der Glyphosat-Bewertungsbericht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ist ein Plagiat. Unsere Recherchen ergaben, dass große Teile des Berichts de facto wortwörtlich vom Hersteller Monsanto abgeschrieben wurden.”

Um seine Behauptung zu belegen, hatte Global 2000 sogar ein Plagiatsgutachten in Auftrag gegeben. Der Auftragsumfang umfasste laut Gutachten:

“Aufgabe des Gutachters war es, die drei Unterkapitel B.6.4.8, B.6.5.3 und B.6.6.12 des Reports „Final addendum to the Renewal Assessment Report. Risk assessment […] for the active substance GLYPHOSATE […]“, Oktober 2015, 4322 Seiten (im Folgenden immer kurz: Report) mit dem Dokument M des Annexes II, Section 3, Point 5: „Toxicological and toxicokinetic studies“ des Antrags „Glyphosate & the IPA-, K-, NH4- und DMA salts of glyphosate […] Application for Renewal of Approval […]“ der „Glyphosate Task Force“ (Urheberhinweis: „Monsanto Europe S.A. on behalf of the ‚Glyphosate Task Force‘“), Mai 2012, Belgien, 1027 Seiten (im Folgenden immer kurz: Antrag) auf Textkonkordanzen zu vergleichen.”

Der Gutachter hatte also lediglich die Aufgabe, sich drei Abschnitte aus dem Unterkapitel B.6 “Toxicology and metabolism” anzusehen und mit den Antragsunterlagen der Hersteller zu vergleichen. Das BfR weist selbst allerdings in der Einleitung zu diesem Unterkapitel B.6 (S. 513, abrufbar über http://registerofquestions.efsa.europa.eu/roqFrontend/outputLoader?output=ON-4302) darauf hin, dass es für diesen immerhin mehr als 940 Seiten umfassenden Teil des Berichts ein besonderes Verfahren gewählt hatte. Im Einleitungstext zu Unterkapitel B.6 “Toxicology and metabolism” steht der Hinweis:

“Due to the large numer of submitted toxicological studies, the RMS [RMS=Rapporteur Member State, Anm. d. Red.] was not able to report the original studies in detail and an alternative approach was taken instead. The study descriptions and assessments as provided by GTF were amended by deletion of redundant parts (such as the so-called ”executive summaries”) and new enumeration of tables. Obvious errors were corrected. Each new study was commented by the RMS. These remarks are clearly distinguished from the original submission by a caption, are always written in italics and may be found on the bottom of the individual study summaries.”

Diese Vorgehensweise, die Beschreibungen der Glyphosat Task Force (GTF) zu übernehmen und lediglich zu kommentieren, bezog sich allerdings nur auf dieses Unterkapitel und war der schieren Menge des Datenmaterials geschuldet. Alle Teile, die in dem Plagiatsgutachten von Global 2000 untersucht worden sind, stammen aus diesem Unterkapitel B.6.

Auch den Glyphosat-Kritikern war schon lange bewusst, dass das BfR hier so vorgegangen ist. Bereits im Juni 2015 hatte sich Harald Ebner, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen, unter Bezugnahme auf einen Artikel in The Guardian an das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) gewandt und sich erkundigt, welche Teile “im toxikologischen Teil” “aus der Feder der BfR-MitarbeiterInnen stammen” und ob das ein übliches Vorgehen nach globalen Risikobewertungsstandards sei. Staatssekretär Peter Bleser gab ihm folgende Antwort:

“Zusätzlich hat das BfR im “Volume 3” des RAR [RAR=Renewal Assessment Report], Anm. d. Red.] – für die toxikologischen Originalstudien – aus Gründen der Transparenz auch die detaillierten Studienbeschreibungen und die Bewertungen der “Glyphosate Task Force” (GTF) mitgeteilt und diese nach Prüfung kritisch kommentiert (in kursiver Schrift). So kann für jede einzelne Studie nachvollzogen werden, ob das BfR und die GTF zu gleichen oder unterschiedlichen Bewertungen gekommen ist.

Bei dem geschilderten Vorgehen handelt es sich um ein übliches Vorgehen auch in anderen Bereichen von Zulassungsverfahren über die Pflanzenschutzmittelprüfung hinaus.”

Wie absurd der Vorwurf von Global 2000 ist, zeigt sich auch an dem Umstand, dass die NGO die zitierten Abstracts der Studien auch als Plagiat wertet, hier ein Beispiel:

Diese Abstracts (“Zusammenfassungen”) sind Teil jeder wissenschaftlichen Veröffentlichung und wurden bereits von der GTF abgeschrieben, oder besser: zitiert.

Die eigentlichen Schlussfolgerungen und Empfehlungen befinden sich in anderen Teilen des RAR. Das gesamte Volume 3 besteht im Prinzip aus technischen Auflistungen und Beschreibungen des verwendeten Datenmaterials.

Dies und der Umstand, dass das BfR seine Vorgehensweise von Anfang an transparent gemacht hat, lässt den Plagiatsvorwurf in sich zusammen fallen.

Und noch eins muss festgehalten werden: Wie die Anfrage von MdB Ebner zeigt, waren den Glyphosat-Gegnern diese Zusammenhänge seit mehr als zwei Jahren bewusst. Warum wurde diese vermeintliche Joker-Karte erst jetzt ausgespielt?

 

Infofluss: Panta rhei

Infofluss: Panta rhei

Die jetzt veröffentlichte E-Mail-Korrespondenz von Christopher Portier wirft interessante Fragen auf. In dem Schreiben vom 11. November 2015, in dem Portier nach eigenen Angaben mehrere Hundert Wissenschaftler (“several hundred colleagues”) auffordert, seinen Offenen Brief an EU-Gesundheitskommissar mit zu unterzeichnen, bezieht er sich auf ein Dokument (“Addendum”) des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). In diesem Addendum legt das BfR seine Auswertung der IARC-Bewertung von Glyphosat da.

Dieses BfR-Dokument war zum Zeitpunkt der E-Mail Portiers noch nicht offiziell veröffentlicht worden. Die EFSA hat das Schriftstück erst am 19. November 2015 hochgeladen. Daher verweist Portier in seinem Schreiben auf einen Download-Link auf dem Server des MDR. Der alte Link funktioniert aufgrund eines Website-Redesigns nicht mehr, dafür aber dieser hier: http://www.mdr.de/investigativ/rueckblick/fakt/fakt-glyphosat-bfr-bewertung100.html.

Wie kommt ein nicht offizielles Dokument dorthin? Am 28. September 2015 fand im Deutschen Bundestag eine Anhörung des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft zum Thema Glyphosat statt. Laut Protokoll wurde den Teilnehmern eine Fassung des Addendums ausgehändigt. So sagt der Ausschussvorsitzende Alois Gerig in seiner Sitzungseröffnung:

“Wir haben erhalten vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
(BMEL) ein noch nicht öffentliches Addendum, das uns auf Anforderung aus dem Ausschuss heute Vormittag zur Verfügung gestellt wurde.”

Die PDF-Fassung des Addendums, die unter mdr.de abrufbar ist, ist deutlich erkennbar aus einer Hardcopy hervorgegangen. Lochungen sind zu erkennen und die Qualität lässt darauf schließen, dass es ggf. sogar mehrfach kopiert bzw. gefaxt worden ist.

Der MDR war mit einem Kamerateam zur Anhörung vor Ort, wie aus einem Bericht hervorgeht, der online abrufbar ist. Spätestens dort wird der Sender Kenntnis von dem Dokument bekommen haben. Wie kommt das noch nicht veröffentlichte Addendum nun zum MDR? Der Verdacht liegt nahe: Irgendwer, der bei der Anhörung im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft anwesend war und/oder Zugriff auf das Papier hatte, hat das Addendum geleakt, aber wer?

In dem MDR-Bericht wird behauptet, dass das BfR die krebserregende Wirkung von Glyphosat in bestimmten Nagerstudien übersehen hat. Damit folgt der MDR im wesentlichen der Kritik, die Christopher Portier in der Anhörung vortrug:

“Zudem erschwert die Tatsache, dass sie [gemeint ist das BfR, Anm. d. Red.] sich weigern, die Tierstudien anzuschauen, und dass sie alle Krebsstudien zu Tieren als negativ bewerten, eine Beurteilung der Risikobewertung, die sie für Krebs vorgenommen haben, denn sie haben keine Risikobewertung für Krebs vorgenommen. Da die IARC die Krebsstudien als gentoxisch bewertet, wäre die Risikobewertung für Krebs deutlich anders als die Risikobewertung für die Nicht-Krebs-Endpunkte, und die Methode müsste auch eine andere sein – falls ich die europäischen Verfahren für den Umgang mit diesen Arten von Chemikalien richtig verstehe. Ich kann die BfR-Risikobewertung also nicht beurteilen, weil sich meine Meinung, der gemäß Glyphosat gentoxisch und die Epidemiologie wichtig ist, gänzlich von der BfR-Meinung unterscheidet. Und daher hat das BfR keine Risikobewertung erstellt, die ich evaluieren könnte.”

Die Süddeutsche Zeitung griff die Kritik des MDR auf und zitiert Harald Ebner, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen:

“Harald Ebner, Agrarexperte der Grünen im Bundestag, hat für die Geheimniskrämerei kein Verständnis. Es müsse geklärt werden, ob das Bundesinstitut so weiterarbeiten könne, verlangt er.”

studien_glyphosat.pngDabei ist das BfR nicht das einzige Institut, das aus den Nagerstudien keine Evidenz für Krebsentstehung ableitet. Eigentlich ist es genau andersherum: Die IARC ist die einzige Organisation, die das tut, alle anderen internationalen Einrichtungen sind derselben Meinung wie das BfR (siehe Tabelle). Vor diesem Hintergrund wirkt der O-Ton von Harald Ebner im MDR-Bericht geradezu ignorant:

“Die Studien sind ja nicht neu. Das sind ja Studien, die sind schon einige Jahre alt. Da frage ich mich schon: Wie konnte man das bislang übersehen? Warum ist das BfR bislang zu dem Schluss gekommen: Keine Signifikanz, keine Kanzerogenität?”

Der MDR verweist an dieser Stelle auf das Addendum, in dem das BfR die unterschiedlichen Herangehensweisen von IARC und BfR erklärt:

“Due to the application of different statistical approaches selected for evaluation, IARC and RMS came to diverging conclusions when evaluating cancer incidences in animal studies. IARC included a trend test (generally according to Cochran-Armitage) for statistical evaluation of the data (IARC, 2015, ASB2015-8421). In contrast, initially, the RMS relied on the statistical evaluation provided with the study reports, which was performed and documented as foreseen in the individual study plans (RAR, April 2015, ASB2015-1194).”

Das BfR habe sich auf die Berechnungen der Studienautoren und damit der Herstellerfirmen verlassen, lautet das Resümee der MDR-Reporter. Sie lassen den Toxikologen Peter Clausing zu Wort kommen, der das “ihm exklusiv zugespielte” Addendum für die NGOs Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN) und Campact ausgewertet hatte:

“Die Tatsache, dass Industriestudien blind übernommen wurden und einfach nur wieder gegeben wurden, das ist einfach skandalös.”

Liest man an der entsprechende Stelle im Addendum weiter, erfährt man jedoch, dass das BfR sehr wohl eigene statistische Berechnungen vorgenommen hat:

“In order to systematically assess the impact of choice of statistical method, a number of neoplastic endpoints in key-studies were re-evaluated by the RMS for this Addendum using the Fishers exact test and the Cochran-Armitage test, as both are explicitly recommended in the OECD guidance documents cited above. The Cochran-Armitage Test was performed using BMDS version 2.4.0.70. The Fisher-Yates test (Fisher´s exact test) was done using SigmaPlot version 11.2.0.5. The Fisher exact test was replaced by the Chi-square test if N was >50 for all groups.”

Auch das BfR hat in einer Studie eine Signifikanz für Tumorentstehung entdeckt, allerdings gewichtet das BfR die Studie anders, weil es sich um eine Hochdosis-Studie handelt und andere Studien den Zusammenhang nicht bestätigen, und wendet schließlich andere Kriterien für die Einordnung an:

“Overall, based on the study results and the CLP criteria RMS concluded that the evidence of carcinogenicity is conclusive but not sufficient for classification.”

Dass die IARC-Bewertung auch in den eigenen Reihen nicht ganz unumstritten ist, zeigt eine Reaktion auf das Schreiben von Christopher Portier an seine “mehrere Hundert” Kollegen. Ellen Silbergeld, Expertin für Umweltgesundheit an der Johns Hopkins Universität in Baltimore, wendet ein, sie habe Bedenken:

“Ich denke, dass ist ein Beispiel, wie wir uns alle auf dünnem Eis bewegen, wenn jede Gruppe eine Bewertung vornimmt mit einem nicht vollständigen Überblick über die Literatur.”

Wie auch immer das Drama um Glyphosat ausgehen wird, ein Verlierer steht bereits jetzt fest: die Wissenschaft. Die E-Mail-Korrespondenz von Christopher Portier weist zahlreiche Kontakte zu Medien und NGOs in Europa und in den USA auf. Es entsteht der Eindruck, dass hier weniger die Suche nach der Wahrheit im Vordergrund stand, als der Versuch, möglichst viel Aufmerksamkeit zu generieren, Eitelkeiten zu pflegen und seine Mission zu erfüllen. In einer E-Mail vom 21. Oktober 2015 an seine frühere Vorgesetzte Linda Birnbaum, Direktorin des National Institute of Environmental Health Sciences und Direktorin des National Toxicology Program, beschreibt Portier seine Aktivitäten folgendermaßen:

“Ich habe auch etwas Spaß daran, die IARC-Ergebnisse zu Glyphosat in die europäischen Entscheidungsprozess um die Neuzulassung zu drücken. Ich bin mir nicht sicher, ob das mehr Einfluss haben wird, als es für die EFSA etwas ungemütlich zu machen, aber ich versuche es.”

Jo, mit einem Stundenlohn von 450$ macht das bestimmt Spaß.

 

Bildnachweis: Screenshots MDR

Portier Papers

Portier Papers

“Fight for the compensation you deserve” – “Kämpfen Sie für die Entschädigung, die Ihnen zusteht” – sagt die freundliche Dame im Fernsehspot der Kanzlei Weitz and Luxenberg. Die Kanzlei hat diverse solche Spots on Air und spricht mögliche Betroffene an, die zum Beispiel ein neues Hüftgelenk bekommen haben, mit Asbest in Kontakt gekommen sind oder bestimmte Medikamente genommen haben (z.B. Invokana, Zoloft, Prilosec, Nexium, Prevacid, Protonix, Xarelto). Ein Spot beschäftigt sich mit dem Unkrautbekämpfungsmittel Roundup von Monsanto: Die WHO habe festgestellt, dass Glyphosat, der Wirkstoff aus Roundup, möglicherweise Krebs erzeugen könnte. Wenn man die Krebsarten “Non-Hodgin’s Lymphoma”, “Hairy Cell Leukemia” oder “Chronic Lymphocytic Leukemia” habe und mit Roundup Kontakt hatte, solle man anrufen: “CALL NOW”. Unter http://weedkillercancer.com/ betreibt Weitz and Luxenberg eine eigene Website, wo sich Betroffene melden können.

totalrecall_buntWeitz and Luxenberg vertritt zurzeit zusammen mit der Kanzlei Lundy, Lundy, Soileau & South Kläger bei einem Schadenersatzklage gegen Monsanto. Ausgerechnet aus Gerichtsunterlagen aus diesem Verfahren geht hervor, dass mit Christopher Portier ein prominenter Glyphosat-Gegner seit dem 29. März 2015 bei diesen beiden Firmen als Berater für genau diesen Prozess gegen Monsanto unter Vertrag steht. Das Pikante: Portier hatte bislang bei all seinen öffentlichen Auftritten nichts von diesem Engagement verlauten lassen. Laut Vertrag durfte er das auch gar nicht. Erst als er am vergangenen Dienstag im Europaparlament auftrat, erwähnte er die Beratertätigkeit mit dem Zusatz, dass er in der Anhörung allerdings als Privatperson (“private citizen”) auftreten würde. Ihm blieb aber auch nichts anderes übrig, weil zu diesem Zeitpunkt das Protokoll seiner eidesstattlichen Aussage online auf dem Server der NGO U.S. Right to Know zur Verfügung stand. Und: Am 20. März 2015 hatte die Internationale Krebsforschungsagentur IARC verkündet, dass sie Glyphosat als “wahrscheinlich krebserregend” eingestuft hat. Portier war als “Invited Specialist” Mitglied der Arbeitsgruppe, die diese Einstufung beschlossen hat. Leider kann sich Christopher Portier nicht mehr daran erinnern, wann genau er sich mit seinem Auftraggeber Lundy, Lundy, Soileau & South das erste Mal traf, um über den Prozess gegen Monsanto zu sprechen.

Portier ist in den letzten Monaten offensiv als Kritiker der Europäischen Regulierungsbehörden  EFSA und ECHA aufgetreten, die Glyphosat nicht als krebserregend einordnen. So hat er zuletzt im Mai dieses Jahres einen Offenen Brief an Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker verfasst. Weder in diesem Brief noch bei seinem Auftritt in einer Öffentlichen Anhörung im Deutschen Bundestag hat er von seinem Engagement im Prozess gegen Monsanto berichtet.

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Weiter geht aus der eidesstattlichen Aussage Portiers hervor, dass er bereits vor der IARC-Entscheidung über Glyphosat für die Kanzlei Lundy, Lundy, Soileau & South gearbeitet hat, und zwar zu einem anderen Thema. Portier darf das Thema nicht nennen, aber er gibt zu, dass es auch um Expositionen geht, bei deren Bewertung durch die IARC er als Mitglied der Arbeitsgruppe mitgearbeitet hat. Eigentlich müssen Interessenkonflikte angegeben werden, wenn man als Mitglied einer IARC-Arbeitsgruppe fungiert. Weil Portier für die US-amerikanische NGO Environmental Defense Fund (EDF) gearbeitet hat, wurde er bei der Glyphosat-Arbeitsgruppe auch nur als “Invited Specialist” geführt und nicht als ordentliches Mitglied.

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IARC-Angestellte Kate Guyton sagte diese Woche bei der Anhörung im Europaparlament: “Bei finanziellen Interessen fehlt oft die Objektivität.” Das ist eine interessante Aussage! Neben Christopher Portier hat mit Charles W. Jameson ein weiteres Mitglied der Glyphosat-IARC-Arbeitsgruppe ein bezahltes Gutachten (Stundenlohn: 400 US Dollar) für die Klägerseite im Prozess gegen Monsanto verfasst. Jameson hat bisher zweimal im Prozess ausgesagt. Bei der Anhörung des Vorsitzenden der Glyphosat-IARC-Arbeitsgruppe, Aaron Blair, wurde bekannt, dass bei der IARC-Bewertung bedeutende Ergebnisse aus der American Health Studie nicht berücksichtigt worden sind, weil diese “aus Platzgründen” noch nicht veröffentlicht worden waren. Es bleibt spannend.

Letzte Aktualisierung: 15.10.2017, 9:45 Uhr. In einer älteren Fassung hieß es, dass Portier seine Beratertätigkeit noch nie öffentlich erwähnt hatte. Das wurde korrigiert. 

 

Links:

Greed, Lies and Glyphosate: The Portier Papers

Europäische Glyphosatbewertung erfolgte qualitätsgesichert und unabhängig

«Die Zulassungsbehörden haben ihren Job nicht gemacht» Interview mit Christopher Portier

Aussage Christopher Portier

1. Aussage Charles W. Jameson

2. Aussage Charles W. Jameson

Aus Platzgründen weggelassen

 

Bildnachweis: Screenshot https://www.ispot.tv/brands/dJB/weitz-and-luxenberg

Aus Platzgründen weggelassen

Aus Platzgründen weggelassen

Man stelle sich vor, es käme heraus, dass der Vorsitzende einer internationalen wissenschaftlichen Kommission bei der Bewertung einer Substanz nicht all sein Wissen einbringt, über das er verfügt. Die europäische Chemikalienagentur ECHA zum Beispiel hat kürzlich festgestellt, dass der Herbizid-Wirkstoff Glyphosat nicht krebserregend ist. Man stelle sich vor, es käme heraus, dass der Vorsitzende des ECHA-Gremiums bei einer breit angelegten Studie mitgewirkt hätte, deren Ergebnisse in Bezug auf Glyphosat noch nicht veröffentlicht worden sind. Da die Ergebnisse noch nicht in einem wissenschaftlichen Fachorgan publiziert worden sind, werden sie nach den Regeln des Gremiums nicht berücksichtigt. Der Vorsitzende kennt die Ergebnisse und hat an einer wissenschaftlichen Veröffentlichung der Studiendaten mitgewirkt. Irgendwann habe man entschieden, in dieser Veröffentlichung aus Platzgründen den Part zu Glyphosat wegzulassen, wird er später unter Eid angeben. Man stelle sich vor, der Wissenschaftler hätte aufgrund der unveröffentlichten Daten Kenntnis gehabt, dass es Hinweise gäbe, dass Glyphosat Krebs errege, und bringt das in seine Gremienarbeit nicht ein. Continue reading “Aus Platzgründen weggelassen”

Postfaktischer Adventskalender, Teil 18: Anbauverbot für Gentechnik

Postfaktischer Adventskalender, Teil 18: Anbauverbot für Gentechnik

Am letzten Freitag hat der Bundesrat seine Stellungnahme zu den Plänen der Bundesregierung zur Änderung des Gentechnikgesetzes beschlossen. Der vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) erarbeitete Gesetzentwurf geht der Länderkammer nicht weit genug. Die Hürden in dem entworfenen Verfahren für ein bundesweites Anbauverbot für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen seien zu hoch:

“Es ist zu erwarten, dass es ein bundeseinheitliches Anbauverbot mit dieser Regelung nicht geben wird. Vielmehr werden zusätzliche bürokratische Hürden errichtet und die Begründungslast trotz der vordergründig beim Bund liegenden Federführung wieder auf die Länder verlagert. Eine einvernehmliche Regelung für ein Anbauverbot wird damit stark erschwert, was im Ergebnis zu einem Scheitern bundeseinheitlicher Opt out-Maßnahmen und einem Flickenteppich beim Anbau gentechnisch veränderter Organismen führen kann. Der Bundesrat hält eine Nachbesserung des Gesetzentwurfs deshalb für dringend geboten.”

Auch missfallen dem Bundesrat die Regelungen, die die Bundesregierung in ihrem Entwurf zu den neuen Züchtungstechnologien eingefügt hatte. Solange die EU keine anderweitige Entscheidung fällt, sollten die mit neuen Züchtungstechnologien gezüchteten Pflanzen nicht grundsätzlich wie Gentechnik-Pflanzen behandelt werden, sondern einer Einzelfallprüfung unterzogen werden.

“Die Bundesregierung geht davon aus, dass auch bei der Freisetzung und dem Inverkehrbringen von Organismen, die mittels neuer Züchtungstechniken wie CRISPR/Cas9 erzeugt worden sind, unter Zugrundelegung des Vorsorgeprinzips und des Innovationsprinzips ein hohes Maß an Sicherheit gewährleistet wird. Vorbehaltlich einer anderweitig bindenden Entscheidung auf EU-Ebene wird zu diesem Zweck im Rahmen von Einzelfallprüfungen im Gentechnikrecht eine prozess- und produktbezogene Betrachtung und Bewertung zu Grunde gelegt.”

Die Länderkammer hat dazu folgende Stellungnahme verabschiedet:

“Der Bundesrat teilt die in der Begründung zum Gesetzentwurf auf Seite 11, zweiter Absatz, dargelegte Auffassung der Bundesregierung zu den neuen Gentechniken nicht. Er hält es auch nicht für sachgerecht, in die Begründung zum Gesetzentwurf Auslegungsvorgaben zu den neuen Gentechniken aufzunehmen, die keinerlei Bezug zum Regelungsteil des Entwurfs haben. Inhaltlich ist der Bundesrat der Ansicht, dass dem Vorsorgeprinzip im Umgang mit den neuen Gentechniken oberste Priorität eingeräumt werden sollte. Dessen Gleichsetzung mit einem nicht näher definierten Innovationsprinzip wird abgelehnt. Der Bundesrat vertritt die Auffassung, dass unter Einsatz der neuen Gentechniken erzeugte Organismen so lange einer prozessbezogenen Bewertung unterzogen werden müssen, solange es keine europäische Entscheidung darüber gibt, ob einzelne dieser Techniken aus dem Regelungsbereich des Gentechnikrechts herausfallen. Demzufolge sollten alle Organismen, die mit Hilfe der neuen Gentechniken erzeugt werden, zunächst dem Gentechnikgesetz unterfallen.”

 

genmais_spanienFür mich stellt sich die Frage, warum wir in Deutschland überhaupt ein bundesweites Anbauverbot für gentechnisch verbesserte Nutzpflanzen haben sollten. Die EU räumt den Mitgliedstaaten die Möglichkeit ein, ein solches Verbot zu erheben, es besteht aber von seiten der EU keine Verpflichtung dazu, das auch zu tun. Faktisch ist derzeit in Deutschland verboten, Gentechnik-Pflanzen anzubauen. Die einzige in der EU zugelassene gentechnisch veränderte Sorte ist der Mais Mon810, und der Anbau dieser Sorte wurde in Deutschland verboten. In der EU haben wir somit den bemäkelten Flickenteppich: In Spanien und Portugal wird nämlich gentechnisch verbesserter Mais angebaut.

Die Wissenschaft reagiert kritisch auf das Gesetzgebungsvorhaben. Der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO e. V.) hat gemeinsam mit Fachgesellschaften aus den Bereichen Molekularbiologie und Pflanzenwissenschaften eine Stellungnahme formuliert, die auf vier kritische Aspekte hinweist:

“1. Von der vorgeschlagenen „Opt-out-Regelung“ geht eine Signalwirkung auf die Forschung aus. Dies wird mittelbar auch die wissenschaftliche Beschäftigung mit modernen Züchtungstechnologien beeinträchtigen.

2. Die „zwingenden Gründe“, mit denen künftig ein Anbauverbot erlassen werden kann, unterliegen nur teilweise wissenschaftlicher Rationalität. Dies ist politisch legitim, muss aber transparent gemacht werden. Stattdessen wird häufig suggeriert, die zukünftig möglichen Anbauverbote stünden in Zusammenhang mit einer Gefährdung, die von den gentechnisch veränderten Pflanzen ausginge.

3. Ein von den Kritikern des Kabinettsentwurfs gefordertes, weitergehendes nationales Anbauverbot ist fachlich nicht zu begründen und sowohl politisch wie juristisch zweifelhaft.

4. Die Opt-out-Regelung benachteiligt Anbau und Entwicklung gentechnisch veränderter Pflanzen in einem Maße, wie dies für andere Branchen – wie beispielsweise die Automobilbranche – kaum vorstellbar ist.”

Punkt 3 trifft auf die Kritik aus der Länderkammer zu. Nach den Vorgaben der EU kann ein Anbauverbot nicht mit Sicherheitsbedenken begründet werden, weil die Sicherheit des Anbaus zuvor bei der Zulassung auf EU-Ebene geprüft worden ist. Es müssen politische Gründe vorgebracht werden:

“Kritiker verlangen darüber hinaus ein pauschales nationales Anbauverbot ohne spezifische Begründung und Verantwortung, aber auch ohne Entscheidungsfreiheit der einzelnen Bundesländer. Allerdings ist eine unisono länderübergreifende Formulierung gar nicht möglich, da die vorzubringenden „zwingenden Gründe“ in der Regel nur regionalen oder lokalen Charakter haben können – etwa kleinflächige landwirtschaftliche Strukturen oder Naturschutzgebiete.”

Generell stellt der VBIO in Frage, wie sinnvoll ein Verbot von Produkten sei, die “nach eingehender fachlicher Prüfung als sicher für Mensch und Umwelt eingestuft wurden”.

In diesem Zusammenhang wird häufig auf den Koalitionsvertrag der Großen Koalition verwiesen. Dort steht unter dem Punkt “Grüne Gentechnik”:

“Wir erkennen die Vorbehalte des Großteils der Bevölkerung gegenüber der grünen Gentechnik an.

Wir treten für eine EU-Kennzeichnungspflicht für Produkte von Tieren, die mit genveränderten Pflanzen gefüttert wurden, ein. An der Nulltoleranz gegenüber nicht
zugelassenen gentechnisch veränderten Bestandteilen in Lebensmitteln halten wir fest – ebenso wie an der Saatgutreinheit.”

Aus “Vorbehalte anerkennen” folgt m.E. nicht, dass ich grundsätzlich verbieten muss, wogegen Vorbehalte bestehen. Und: Der Koalitionsvertrag ist jetzt drei Jahre alt. Ende 2013 war außerhalb der Fachwelt noch nicht greifbar, welche Möglichkeiten Genome Editing auch in der Pflanzenzüchtung zu bieten hat. Es muss doch auch in der Politik möglich sein, zu sagen: “Wir sind jetzt klüger als vor drei Jahren und können jetzt weiter sehen.” Oder?

 

Links:

• Bundesweites Anbauverbot für genetisch veränderte Pflanzen gefordert

• Biowissenschaftler zur Debatte um die Änderung des Gentechnikgesetzes

• Biotech-Industrie fordert Folgenabschätzung für neues Gentechnikgesetz

 

 

Bildnachweis: Facebook-Eintrag der Bundesregierung