Post aus Amerika

Post aus Amerika

Christopher Wild, Direktor der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) mit Sitz in Lyon, hat kürzlich Post aus den USA bekommen: Zwei Kongressabgeordnete schrieben ihm, dass der Wissenschafts- und Technologie-Ausschuss des Hauses überprüfen wolle, ob US-Steuergelder bei der IARC gut angelegt seien. Seit 1985 habe die IARC rund 48 Millionen US-Dollar von der Einrichtung National Institutes of Health (NIH) erhalten, einer Behörde, die dem Gesundheitsministerium untergeordnet ist. Anlass für den Brief war die jüngste Medienberichterstattung über nicht transparente Änderungen im IARC-Bewertungsbericht zu Glyphosat, der in 2015 für Aufsehen sorgte, weil die Agentur das Herbizid als “wahrscheinlich krebserregend” einstufte. Die Kongressabgeordneten schreiben:

“The Committee is concerned about the scientific integrity of the IMO assessment of glyphosate and of IARC in general. With United States’ taxpayer dollars funding a portion of IMO, it is this Committee’s duty to ensure sound science and transparency within the agency. As such, the Committee may soon hold a hearing to receive testimony from IARC on how it conducts itsIMO reviews and to learn more about who is responsible for the editing of Monograph 112 on glyphosate.”

Jetzt bereitet der US Kongress eine Anhörung vor. Christopher Wild wird aufgefordert, Namen und Kontaktdaten von Personen anzugeben, die bei dieser Anhörung als Zeugen auftreten könnten.

Parallel zu dem Brief an den IARC-Direktor erging ein Schreiben zum selben Thema an den US-Gesundheitsminister Eric Hargan. Der Minister wird gebeten, entsprechende Unterlagen zusammenzustellen, die das Verhältnis seiner Behörde zur IARC betreffen:

“The Committee has a responsibility to ensure that the federal government funds and bases policy decisions on the best available science. To understand the relationship between NIEHS/NIH and IARC, please provide all documents and communications between or among members of the IARC monograph program and any research institutes or agencies within HHS, including but not limited to NIEHS and NIH. We ask that you provide this information no later than November 15, 2017.”

Diese Anhörung darf mit Spannung erwartet werden: Denn einer der prominentesten Glyphosat-Gegner Christopher Portier hat jahrelang bei einer US-Gesundheitsbehörde, dem National Institute of Environmental Health Sciences (NIEHS), gearbeitet und ist intensiv in die Arbeit der IARC eingebunden, wie u.a. aktuelle Gerichtsdokumente belegen. Portier machte zuletzt Schlagzeilen, als öffentlich wurde, dass er im Rahmen eines Vertrag mit einer US-Anwaltskanzlei, die Kläger in einem Gerichtsprozess gegen Monsanto vertritt, ein Honorar von bislang 160.000 US-Dollar erhalten hatte.

Links:

• SST Committee Investigates Potential Conflicts of Interest at IARC on Glyphosate

Brief an Christopher Wild

Brief an Eric Hargan

Rausredigiert

• Verfilzt

• Infofluss: Panta rhei

• Networking

• Portier Papers

 

 

Verfilzt

Verfilzt

Mein französischer Blogger-Kollege Seppi hat auch etwas Interessantes in den #PortierPapers entdeckt: Nicht nur Christopher Portier auch Kurt Straif, Chef des IARC-Monographie-Programms und damit führender Angestellter der Organisation, pflegt offensichtlich Kontakte zur Partei Bündnis 90/Die Grünen.

Am 16. Mai 2016 verkündete das JOINT FAO/WHO Meeting on Pesticide Residues (JMPR), ein gemeinsames Gremium der UN-Organisationen FAO und WHO, dass Glyphosat bei Aufnahme durch die Nahrung nicht krebserregend für Menschen sei:

“The Meeting concluded that glyphosate is not carcinogenic in rats but could not
exclude the possibility that it is carcinogenic in mice at very high doses. In view of the absence of carcinogenic potential in rodents at human-relevant doses and the absence of genotoxicity by the oral route in mammals, and considering the epidemiological evidence from occupational exposures, the Meeting concluded that glyphosate is unlikely to pose a carcinogenic risk to humans from exposure through the diet.”

Diese Meldung machte weltweit Schlagzeilen und rief die Glyphosat-Gegner auf, eine Gegenstrategie zu entwickeln. Die Zeit eilte, denn eine weitere Abstimmung über die Verlängerung der EU-Genehmigung des Wirkstoff stand damals auf dem Plan. Diese Gegenstrategie wurde bereits im Vorfeld des JMPR-Treffens vorbereitet. Die Anti-Gentechnik-NGO U.S. Right to know (USRTK) veröffentliche am 12. Mai einen Artikel, in dem ein Interessenkonflikt einiger Mitglieder der JMPR-Arbeitsgruppe konstruiert wird. Sie stünden in Verbindung mit dem International Life Sciences Institute (ILSI), einer angeblichen Lobby-Einrichtung der Lebensmittelindustrie. Diese Information wurde im Anti-Glyphosat-Netzwerk fleißig verteilt. Kurt Straif verweist in einer formlosen E-Mail an Portier und an Hedwig Emmerig auf den USRTK-Artikel. Emmerig ist Referentin für Biotechnologie und Bioethik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. So wie die E-Mail formuliert ist, muss man davon ausgehen, dass dies nicht der erste E-Mail-Kontakt zwischen den Akteuren ist.

Die Information wird prompt umgesetzt: “Keine Entwarnung – Glyphosat weiterhin „wahrscheinlich krebserregend“” heißt es am 17. Mai 2016 auf den Seiten der Grünen Bundestagsfraktion, verwiesen wird auf USRTK als Quelle.  Die Twitter-Accounts der Grünen Abgeordneten laufen heiß:

Ich kann mich noch gut an diesen Tweet von Giegold erinnern: Man achte darauf, wie der Grüne Politiker den Bildausschnitt aus der Teilnehmerliste gewählt hat:

boobis.png

Die zahlreichen Auszeichnungen von Alan Boobis bis hin zum “Officer of the British Empire” brauchen Giegolds Follower wohl nicht zu interessieren.

Monsanto als ILSI-Geldgeber darf natürlich nicht fehlen in der Gegen-Kampagne, auch diese Information stammt von USRTK.

Alan Boobis Positionen bei der ILSI werden nach seinen Angaben nicht entlohnt. Von den Zuwendungen Monsantos hat er persönlich keinen Vorteil. Aber wen interessiert das schon, wenn man sich auf der Seite der Guten wähnt?

Was uns vielleicht interessieren sollte, wäre dieser Filz aus IARC, NGOs, Grünen Politikern und Medien. Die E-Mails, die jetzt veröffentlicht worden sind, dürften nur die Spitze des Eisbergs sein.

 

Portier Papers

Portier Papers

“Fight for the compensation you deserve” – “Kämpfen Sie für die Entschädigung, die Ihnen zusteht” – sagt die freundliche Dame im Fernsehspot der Kanzlei Weitz and Luxenberg. Die Kanzlei hat diverse solche Spots on Air und spricht mögliche Betroffene an, die zum Beispiel ein neues Hüftgelenk bekommen haben, mit Asbest in Kontakt gekommen sind oder bestimmte Medikamente genommen haben (z.B. Invokana, Zoloft, Prilosec, Nexium, Prevacid, Protonix, Xarelto). Ein Spot beschäftigt sich mit dem Unkrautbekämpfungsmittel Roundup von Monsanto: Die WHO habe festgestellt, dass Glyphosat, der Wirkstoff aus Roundup, möglicherweise Krebs erzeugen könnte. Wenn man die Krebsarten “Non-Hodgin’s Lymphoma”, “Hairy Cell Leukemia” oder “Chronic Lymphocytic Leukemia” habe und mit Roundup Kontakt hatte, solle man anrufen: “CALL NOW”. Unter http://weedkillercancer.com/ betreibt Weitz and Luxenberg eine eigene Website, wo sich Betroffene melden können.

totalrecall_buntWeitz and Luxenberg vertritt zurzeit zusammen mit der Kanzlei Lundy, Lundy, Soileau & South Kläger bei einem Schadenersatzklage gegen Monsanto. Ausgerechnet aus Gerichtsunterlagen aus diesem Verfahren geht hervor, dass mit Christopher Portier ein prominenter Glyphosat-Gegner seit dem 29. März 2015 bei diesen beiden Firmen als Berater für genau diesen Prozess gegen Monsanto unter Vertrag steht. Das Pikante: Portier hatte bislang bei all seinen öffentlichen Auftritten nichts von diesem Engagement verlauten lassen. Laut Vertrag durfte er das auch gar nicht. Erst als er am vergangenen Dienstag im Europaparlament auftrat, erwähnte er die Beratertätigkeit mit dem Zusatz, dass er in der Anhörung allerdings als Privatperson (“private citizen”) auftreten würde. Ihm blieb aber auch nichts anderes übrig, weil zu diesem Zeitpunkt das Protokoll seiner eidesstattlichen Aussage online auf dem Server der NGO U.S. Right to Know zur Verfügung stand. Und: Am 20. März 2015 hatte die Internationale Krebsforschungsagentur IARC verkündet, dass sie Glyphosat als “wahrscheinlich krebserregend” eingestuft hat. Portier war als “Invited Specialist” Mitglied der Arbeitsgruppe, die diese Einstufung beschlossen hat. Leider kann sich Christopher Portier nicht mehr daran erinnern, wann genau er sich mit seinem Auftraggeber Lundy, Lundy, Soileau & South das erste Mal traf, um über den Prozess gegen Monsanto zu sprechen.

Portier ist in den letzten Monaten offensiv als Kritiker der Europäischen Regulierungsbehörden  EFSA und ECHA aufgetreten, die Glyphosat nicht als krebserregend einordnen. So hat er zuletzt im Mai dieses Jahres einen Offenen Brief an Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker verfasst. Weder in diesem Brief noch bei seinem Auftritt in einer Öffentlichen Anhörung im Deutschen Bundestag hat er von seinem Engagement im Prozess gegen Monsanto berichtet.

portier_paid_other_issue
Weiter geht aus der eidesstattlichen Aussage Portiers hervor, dass er bereits vor der IARC-Entscheidung über Glyphosat für die Kanzlei Lundy, Lundy, Soileau & South gearbeitet hat, und zwar zu einem anderen Thema. Portier darf das Thema nicht nennen, aber er gibt zu, dass es auch um Expositionen geht, bei deren Bewertung durch die IARC er als Mitglied der Arbeitsgruppe mitgearbeitet hat. Eigentlich müssen Interessenkonflikte angegeben werden, wenn man als Mitglied einer IARC-Arbeitsgruppe fungiert. Weil Portier für die US-amerikanische NGO Environmental Defense Fund (EDF) gearbeitet hat, wurde er bei der Glyphosat-Arbeitsgruppe auch nur als “Invited Specialist” geführt und nicht als ordentliches Mitglied.

kate

IARC-Angestellte Kate Guyton sagte diese Woche bei der Anhörung im Europaparlament: “Bei finanziellen Interessen fehlt oft die Objektivität.” Das ist eine interessante Aussage! Neben Christopher Portier hat mit Charles W. Jameson ein weiteres Mitglied der Glyphosat-IARC-Arbeitsgruppe ein bezahltes Gutachten (Stundenlohn: 400 US Dollar) für die Klägerseite im Prozess gegen Monsanto verfasst. Jameson hat bisher zweimal im Prozess ausgesagt. Bei der Anhörung des Vorsitzenden der Glyphosat-IARC-Arbeitsgruppe, Aaron Blair, wurde bekannt, dass bei der IARC-Bewertung bedeutende Ergebnisse aus der American Health Studie nicht berücksichtigt worden sind, weil diese “aus Platzgründen” noch nicht veröffentlicht worden waren. Es bleibt spannend.

Letzte Aktualisierung: 15.10.2017, 9:45 Uhr. In einer älteren Fassung hieß es, dass Portier seine Beratertätigkeit noch nie öffentlich erwähnt hatte. Das wurde korrigiert. 

 

Links:

Greed, Lies and Glyphosate: The Portier Papers

Europäische Glyphosatbewertung erfolgte qualitätsgesichert und unabhängig

«Die Zulassungsbehörden haben ihren Job nicht gemacht» Interview mit Christopher Portier

Aussage Christopher Portier

1. Aussage Charles W. Jameson

2. Aussage Charles W. Jameson

Aus Platzgründen weggelassen

 

Bildnachweis: Screenshot https://www.ispot.tv/brands/dJB/weitz-and-luxenberg

Aus Platzgründen weggelassen

Aus Platzgründen weggelassen

Man stelle sich vor, es käme heraus, dass der Vorsitzende einer internationalen wissenschaftlichen Kommission bei der Bewertung einer Substanz nicht all sein Wissen einbringt, über das er verfügt. Die europäische Chemikalienagentur ECHA zum Beispiel hat kürzlich festgestellt, dass der Herbizid-Wirkstoff Glyphosat nicht krebserregend ist. Man stelle sich vor, es käme heraus, dass der Vorsitzende des ECHA-Gremiums bei einer breit angelegten Studie mitgewirkt hätte, deren Ergebnisse in Bezug auf Glyphosat noch nicht veröffentlicht worden sind. Da die Ergebnisse noch nicht in einem wissenschaftlichen Fachorgan publiziert worden sind, werden sie nach den Regeln des Gremiums nicht berücksichtigt. Der Vorsitzende kennt die Ergebnisse und hat an einer wissenschaftlichen Veröffentlichung der Studiendaten mitgewirkt. Irgendwann habe man entschieden, in dieser Veröffentlichung aus Platzgründen den Part zu Glyphosat wegzulassen, wird er später unter Eid angeben. Man stelle sich vor, der Wissenschaftler hätte aufgrund der unveröffentlichten Daten Kenntnis gehabt, dass es Hinweise gäbe, dass Glyphosat Krebs errege, und bringt das in seine Gremienarbeit nicht ein. Continue reading “Aus Platzgründen weggelassen”

Postfaktischer Adventskalender, Teil 11: Glyphosat

Postfaktischer Adventskalender, Teil 11: Glyphosat

In einem postfaktischen Adventskalender, der sich u.a. mit Begrifflichkeiten aus der Landwirtschaft beschäftigt, darf ein Thema natürlich nicht fehlen: Glyphosat. Um den Herbizid-Wirkstoff tobt ein wahrer Glaubenskrieg. Die CDU hat sich jetzt auf ihrem Parteitag festgelegt. Man wolle die Verlängerung der EU-Genehmigung unterstützen, lautet ein Beschluss:

“Die CDU Deutschlands setzt sich dafür ein, dass der in Pflanzenschutzmitteln vorkommende Wirkstoff Glyphosat – eine positive wissenschaftliche Risikobewertung vorausgesetzt – auch über 2017 hinaus zugelassen bleibt.”

Silvia Liebrich, Wirtschaftsredakteurin der Süddeutschen Zeitung, kommentierte diesen Beschluss des CDU-Parteitags mit deutlicher Häme:

“Ein bisschen Mut gehört eben dazu, wenn man die nächsten Wahlen gewinnen will. Dass der Wirkstoff im Verdacht steht, Krebs zu erzeugen oder das Erbgut zu schädigen? – geschenkt. Dass der Verlust der Artenvielfalt durch den Einsatz rasant voranschreitet? – offenbar nicht so wichtig. Da verlässt sich die Partei ganz auf die “positive wissenschaftliche Risikobewertung”. Was war noch mal damit? Ach ja, da gibt es ja noch den ungeklärten Streit unter Forschern über die Gefahren und die noch laufende Prüfung auf EU-Ebene. Und da wäre noch der Europäische Gerichtshof, der den Glyphosat-Erfinder Monsanto gerade dazu verpflichtet hat, seine Studien offenzulegen. Da kann man der CDU nur zurufen: Wohl bekomms!”

Frau Liebrich hat ein Problem mit Glyphosat und vor allem mit der Möglichkeit, dass der Herbizid-Wirkstoff doch weniger schädlich sein könnte, als sie es gerne hätte. Daher ordnet sie vorliegende Fakten nicht sachlich ein, sondern stellt sie bewusst skandalös da. Ich hatte für einen Leserbrief mal ein paar Beispiele analysiert, die vor gut einem Jahr erschienen waren, als die Neuzulassung von Glyphosat auf EU-Ebene zum ersten Mal anstand:

-“Geheimsache Glyphosat“, 19.08.2015:
Es geht darum, dass der Bericht, den das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) an die EFSA geschickt hat, nicht veröffentlicht wird. Im Gegensatz zur Öffentlichkeit hätte Monsanto allerdings Zugang dazu. – Ich vermute, das ist ein ganz normaler Vorgang. Niemand würde sich darüber echauffieren, wenn ein Prüfbericht irgendeiner Behörde zur Zulassung etwa eines neuen Automodells nicht der Öffentlichkeit präsentiert wird, der Hersteller, in diesem Fall der Autobauer, aber über die Inhalte in Kenntnis gesetzt wird. Der Artikel fußt auf einer Meldung, die der von der Supermarktkette tegut mitfinanzierte Verein Testbiotech veröffentlichte. Dort ist auch das Antwortschreiben der EU Kommission gepostet, in dem erklärt wird, warum die Dokumente nicht öffentlich sind. Hier ein Auszug:

“According to EFSA, the requested documents contain certain information for which confidential treatment has been granted on the basis of justified reasons set out in Article 14 of Directive 91/414/EEC which concerns the confidentiality of information.

Further, the requested documents are supporting the current on-going peer-review of glyphosate carried out by EFSA and they might be subject to further revisions following experts’ consultations in line with Article 16 of Regulation (EU) No 1141/2010. According to EFSA, the disclosure of these documents at this stage of the process will be premature and would seriously undermine EFSA’s on-going decision-making process.

Article 4(3), first paragraph, of Regulation (EC) No 1049/2001 lays down the following exception to the right of access to documents: “Access to a document, drawn up by an institution for internal use or received by an institution, which relates to a matter where the decision has not been taken by the institution, shall be refused if disclosure of the document would seriously undermine the institution’s decision-making process, unless there is an overriding public interest in disclosure”.”

Die Geheimhaltung entspricht den gesetzlichen Regeln des Zulassungsprozesses. Eine einzige Ausnahme bestünde, wenn das öffentliche Interesse überwiegen würde. Das habe Antragsteller Christoph Then, Geschäftsführer von Testbiotech, in seiner Anfrage aber nicht begründet.

-“Behörde hat wohl Hinweise auf Krebsrisiko durch Glyphosat ignoriert“, 30.07.2015: In der Sendung FAKT wurde dem BfR vorgeworfen, eine bestimmte Studie an Mäusen ignoriert zu haben. Hierzu nimmt das BfR ausführlich Stellung:

“Aufgrund aktueller Anfragen zu einer 2-Jahres-Studie an Mäusen, weist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) daraufhin, dass im Rahmen der EU-Wirkstoffprüfung sämtliche relevanten Studien zur Kanzerogenität des Wirkstoffes geprüft, bewertet und in die öffentliche Darstellung einbezogen wurden. So hat das BfR auf einem öffentlichen Symposium im ICC in Berlin am 20. Januar 2014 vor Vertretern von Politik und Wissenschaft auf Hochdosiseffekte in der von der Sendung FAKT zitierten Studie hingewiesen.”

Frau Liebrich mokiert sich in ihrem Artikel ausführlich darüber, dass das BfR Studien der Industrie ausgewertet habe und dass das gesetzlich auch so vorgeschrieben sei. Dabei ist das doch trivial: Wer, wenn nicht der Hersteller hat die Bringschuld, zu belegen, dass das von ihm auf den Markt zu bringende Produkt unbedenklich ist? So hat ja auch jeder Bauherr selbst entsprechende Gutachten bei seinem Bauantrag beizubringen. Es ist völlig widersinnig, dass dafür die öffentliche Hand zahlen muss. Außerdem hat das BfR alle zur Verfügung stehenden Studien ausgewertet. So lässt die FAZ den BfR-Präsidenten Andreas Hensel am 31.07.2015 zu Wort kommen :

““Es gibt gute und schlechte wissenschaftliche Studien, und es ist die Aufgabe unserer Experten diese in ihrer Qualität zu beurteilen – und wir können das“, meint Hensel.”

Das BfR meldete am 8. September 2015, dass es seine Bewertung der IARC-Einschätzung an die EFSA weitergeleitet habe. Das BfR hat spätestens jetzt alle Hausaufgaben erledigt. Und Frau Liebrich? Sie schreibt am 14.9.2015:

“Recherchen der SZ hatten jedoch gezeigt, dass das BfR kritische Studien ignoriert und zugleich Leserbriefe von der Industrie an Fachmagazine als Studien bezeichnet hat.”

So eine Aussage wider besseres Wissens zu repetieren ist infam.

-“Wenn Leserbriefe von Monsanto als Studien gelten“, 17.07.2015:
Das BfR hat in der Quellenliste auch einige Letter to the Editor aufgeführt. Die Autorin zitiert dazu den Bundestagsabgeordneten Harald Ebner:

“Der Grünen-Politiker Harald Ebner hält dieses Vorgehen für irreführend: “Das BfR will uns ernsthaft Leserbriefe an ein Fachmagazin als Studien verkaufen, die das eigene Urteil vom völlig harmlosen Glyphosat bestätigen sollen.””

Frau Liebrich hält es nicht für nötig, ihrer Leserschaft zu erklären, dass ein Letter to the Editor an eine wissenschaftliche Fachzeitschrift etwas gänzlich anderes ist als ein Leserbrief an eine normale Zeitung. Die fraglichen Briefe betrafen übrigens alle die umstrittene Séralini-Studie, die auch von der IARC als methodisch mangelhaft angesehen wurde (siehe die IARC Monographie zu Glyphosat, S. 35). Das BfR hat eine klare Stellungnahme (S. 3) dazu abgegeben, dass solche Letter dazu dienen, die wissenschaftliche Debatte abzubilden, auch wenn zwei davon von Mitarbeitern der Industrie verfasst worden sind.

Silvia Liebrich schreibt weiter:

“Dass das BfR Leserbriefe vor diesem Hintergrund als Studien wertet, stößt auch unter Wissenschaftlern auf Unverständnis. Solche Schreiben seien reine Meinungsbeiträge und keine wissenschaftlichen Arbeiten, heißt es. Die Toxikologin Professor Irene Witte, die an der Universität Oldenburg gelehrt hat, sagt: “Wenn man weiß, dass diese Briefe hauptsächlich aus dem Umfeld von Monsanto geschrieben wurden, liegt der Verdacht nahe, dass das BfR eher die Interessen von Monsanto vertritt, anstatt seiner Aufgabe nachzugehen, Gesundheitsschäden von der Bevölkerung abzuwenden”, sagt sie. Das Bundesinstitut für Risikobewertung genießt weltweit Ansehen und steht nun unter Druck.”

“unter Wissenschaftlern” heißt hier wohl aus Sicht von Prof. Witte. Woher die Aussage kommt, dass „Letters to the Editor“ reine Meinungsbeiträge seien, bleibt offen („heißt es“). Die Briefe stammen nicht hauptsächlich aus dem Umfeld von Monsanto, sondern nur 2 von 15 sind von Mitarbeitern der Industrie verfasst. Der in Liebrichs Artikeln viel beschworene Druck, unter dem das BfR angeblich steht, fand zu der Zeit einzig und allein in der Süddeutschen Zeitung statt. Ich zitiere hier abermals die FAZ vom 31.07.2015:

“Die IARC-Studie versetze in der Wissenschaft „niemanden in einen Erregungszustand“, sagt Hensel.”

Eine umfassende Kritik der Haltung von Frau Liebrich in dieser Sache findet sich auch im Blog von Publizist Ludger Weß.

Nichtsdestotrotz präsentiert es Silvia Liebrich weiterhin als ihre Entdeckung, dass das BfR sich in seiner Bewertung auf Leserbriefe stütze:

“Recherchen der SZ hatten jedoch gezeigt, dass das BfR kritische Studien ignoriert und zugleich Leserbriefe von der Industrie an Fachmagazine als Studien bezeichnet hat.”

Ihre Entdeckung beruht übrigens auf einer Kleinen Anfrage der Grünen im Bundestag. Frau Liebrich liegt offensichtlich das Originalfax vom BMEL vor, denn es ist auf der SZ-Website abzurufen. Generell scheint sie eine Standleitung zu Harald Ebner, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen, zu haben. Auch die Originaldaten der Muttermilch-Studie müssen ihr vorgelegen haben. Frau Liebrich nennt den Namen des Labors, das die Stichproben untersucht hat. Dieser Name taucht weder in der Pressemitteilung der Grünen noch in der dpa-Meldung auf, nur auf dem Original-Befundfax.

-“Gift und Geld“, 16.07.2015: Der Vorspann lautet:

“Glyphosat ist das am häufigsten eingesetzte Pestizid der Welt – und es löst wahrscheinlich Krebs aus. Eigentlich sollte der Staat die Bürger vor dieser Gefahr schützen.”

Dass Glyphosat wahrscheinlich Krebs auslöst, ist eine entstellende Verkürzung der IARC-Bewertung und absolut unangemessen. Man muss wissen, dass die IARC sehr technische Definitionen für ihre Einordnung verfasst hat und das IARC-Label “wahrscheinlich krebserregend” nicht dem Ausdruck”wahrscheinlich krebserregend” unserer Umgangssprache entspricht (siehe dazu meinen Blog: “Keine Hitparade: Warum die IARC-Liste ein schlechter Ratgeber ist” und ““unter Krebsverdacht”“). Der Staat solle „vor dieser Gefahr“ schützen. Laut der BfR-Bewertung besteht keine Gefahr bei korrekter Anwendung. Selbst die IARC würde das nicht behaupten.

-“Ackergift in der Muttermilch“, 25.06.2015:
Bei einer im Auftrag der Grünen durchgeführten Stichprobe wurde Glyphosat in Muttermilch gefunden. Anstatt die gemeldeten Werte einzuordnen und dem Leser ein Gefühl dafür zu geben, ob hier eine Gesundheitsgefährdung vorliegt oder nicht, sät Silvia Liebrich Angst und Verunsicherung:

“Viele Mütter vertrauen darauf, das Richtige zu tun, wenn sie ihre Babys stillen. Muttermilch gilt als gesund. Doch nun wurde bei einer Stichprobenuntersuchung in ganz Deutschland das Ackergift Glyphosat in der Milch von Müttern entdeckt.”

Die gemeldeten Werte übersteigen den für Trinkwasser geltenden Grenzwert. Zu diesem im Text erwähnten Trinkwasser-Grenzwert lässt sich sagen, dass es kein spezieller Grenzwert für Glyphosat ist, sondern ein pauschaler für alle Arten von Bioziden und Pflanzenschutz-Wirkstoffen. So zu tun, als ob das der spezielle Wert für Glyphosat wäre, ist natürlich geschummelt. Die WHO hält es noch nicht einmal für nötig, einen Grenzwert für Glyphosat im Trinkwasser festzulegen:

“Under usual conditions, therefore, the presence of glyphosate in drinking-water does not represent a hazard to human health, and it was not deemed necessary to establish a guideline value for glyphosate.”

Die WHO hat für Glyphosat eine sogenannte Tageshöchstdosis festgelegt ( ADI – “acceptable daily intake”) von 1,0 mg/kg Körpergewicht. In der EU gilt ein niedrigerer Grenzwert von 0,3 mg/kg Körpergewicht. Setzt man diesen Wert an, müsste ein Säugling von der am stärksten belasteten Muttermilch-Probe 2778 Liter am Tag trinken, um auch nur in die Nähe einer etwaigen Gesundheitsgefährdung zu gelangen. Eine detaillierte Kritik zur Berichterstattung über die Muttermilch-Stichprobe habe ich in einem Offenen Brief zusammen mit einem Wissenschaftler, einer ehemaligen FDP-Bundestagsabgeordneten sowie einem Fachautor zusammengestellt.

Die Zitate von Prof. Irene Witte brachten bei diesem Thema erst den Spin in die Geschichte. Die Ansichten von Prof. Witte kommen auch in weiteren auf der dpa-Meldung basierenden Artikeln anderer Medien über die Muttermilch-Stichprobe vor. Da sie in der Pressemitteilung der Grünen nicht vorkommen, müssen sie aus der dpa-Meldung übernommen worden sein. Frau Liebrich hat mal bei der dpa gearbeitet, sie hat anscheinend zudem einen direkten Draht zur Wissenschaftlerin Witte, denn auch im „Leserbriefe“-sowie im “Grenzwerte”-Artikel kommt Prof. Witte zu Wort. Hm, Zufall?

Die gemeinsam vom BfR und Nationaler Stillkommission veröffentlichte Entwarnungsmeldung vom 30.06.2015 fand in der Berichterstattung von Frau Liebrich leider keinen Niederschlag, auch nicht, dass ein weiteres WHO-Gremium, das Joint Meeting of Pesticide Residues (JMPR), im Mai 2016 Glyphosat als nicht krebserregend eingestuft hat.

Kurzum: Die Artikel hätten so auch 1:1 in einem Parteiorgan von Bündnis 90/Die Grünen oder in der Mitgliederzeitschrift vom BUND erscheinen können. Allein die Frequenz, in der Frau Liebrich sich in die Debatte einbringt, macht stutzig. Hier eine Chronologie, der online verfügbaren Texte (kein Anspruch auf Vollständigkeit):

25.06.15: “Ackergift in der Muttermilch
26.06.15: “Glyphosat in Muttermilch nachgewiesen” (keine Autorenzeile)
28.06.15: “Streit um Grenzwerte
16.07.15: “Mächtige Lobby
16.07.15: “Gift und Geld
17.07.15: “Wenn Leserbriefe von Monsanto als Studien gelten
30.07.15: “Behörde hat wohl Hinweise auf Krebsrisiko durch Glyphosat ignoriert
16.08.15: “Geheimsache Glyphosat
14.09.15: “EU verschiebt Glyphosat-Zulassung
14.09.15: “In die Verlängerung
20.09.15: “Weltgesundheitsorganisation rüffelt Glyphosat-Prüfer
29.10.15: “Prüfer übersahen Risiken bei Glyphosat
02.12.15: “Glyphosat? Im Zweifel: Nein!
20.01.16: “Neue Warnung vor Risiken durch Glyphosat
08.03.16: “Einigung gescheitert
06.04.16: “EU drängt auf Veröffentlichung der Glyphosat-Studien
11.04.16: “Bundesregierung will Glyphosat weiter erlauben
18.04.16: “Schädliche Pseudo-Transparenz um Glyphosat
28.04.16: “DDT – vom Wundermittel zum Teufelszeug
12.05.16: “Weitere Zulassung von Glyphosat wackelt

Es entsteht der Eindruck, dass es hier nicht um Aufklärung geht, sondern um Meinungsmache: Hier soll ein Thema am Kochen gehalten werden. Das wirkt wie eine gezielte Kommunikationsoffensive.

Man kann jetzt argumentieren, dass eine überregionale Tageszeitung auch eine Pluralität von Meinungen zu repräsentieren hat und ich habe auch Texte wie “Vergiftete Debatte” von Hanno Charisius (02.08.2015) zur Kenntnis genommen. Aber es gibt da mindestens ein Problem: Zum einen muss die journalistische Sorgfaltspflicht gewahrt werden. Dazu zähle ich neben einer gründlichen Recherche auch den entschiedenen Anspruch, den Leser auch sachlich korrekt informieren zu wollen, so dass er sich eine fundierte Meinung bilden kann. Zum anderen: Wenn zu dem einen Thema solch eine Demagogie zugelassen wird, wie kann ich da sicher sein, dass ich bei Themen, die ich mangels Fachkenntnis nicht selbst einschätzen kann, nicht auch gezielt falsch informiert werde? Kurzum: Die Glaubwürdigkeit der Zeitung leidet darunter. Für ein Blatt, auf dessen Seriosität ich mich nicht verlassen kann, gebe ich kein Geld aus.

Mir ist bekannt, dass Silvia Liebrich bereits von mehreren Seiten auf ihre einseitige Berichterstattung aufmerksam gemacht worden ist, aber sie macht unbeirrt weiter. Ihr Engagement für die Umwelt ehrt sie, aber als Berichterstatterin sollte sie eine gewisse Neutralität wahren. Entweder Frau Liebrich kann das nicht oder sie will das nicht oder beides.

110 Nobelpreisträger gegen Greenpeace

110 Nobelpreisträger gegen Greenpeace

Die Washington Post meldete gestern, dass mehr als 100 Nobelpreisträger gemeinsam einen Brief unterzeichnet haben, in dem die anti-wissenschaftliche Haltung von Greenpeace gegenüber der Grünen Gentechnik dezidiert kritisiert wird.

Zu dieser Aktion gibt es die Website http://supportprecisionagriculture.org/, wo der Wortlaut des Briefes zu finden ist sowie die Liste der Unterzeichner. Hierzu zählen auch die deutschen Preisträger Christiane Nüsslein-Volhard (1995: Medizin), Harald zur Hausen (2008: Medizin), Herbert Kroemer (2000: Physik), Hartmut Michel (1988: Chemie) und Wolfgang Ketterle (2001: Physik) sowie die österreichische Schriftstellerin Elfriede Jelinek (2004: Literatur).

Hier eine deutsche Übersetzung des Textes:

“An die Führungspersonen von Greenpeace, den Vereinten Nationen sowie der Regierungen in aller Welt

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen hat gezeigt, dass die globale Produktion von Nahrung, Futtermitteln und pflanzlichen Rohstoffen sich bis zum Jahre 2050 fast verdoppeln muss, um die Bedürfnisse der wachsenden Weltbevölkerung zu befriedigen. Organisationen, die sich gegen moderne Pflanzenzüchtung wenden, allen voran Greenpeace, haben diese Fakten wiederholt bestritten und bekämpfen biotechnologische Innovationen im Ackerbau. Sie haben Risiken, Vorzüge und Auswirkungen moderner Methoden fehlinterpretiert und kriminelle Zerstörungen von Feldversuchen und Forschungsprojekten unterstützt.
Wir ermahnen Greenpeace und die Unterstützer dieser Organisation, die weltweiten Erfahrungen von Bauern und Verbrauchern mit Pflanzen und Nahrungsmitteln, die biotechnologisch verbessert worden sind, neu zu untersuchen, die Erkenntnisse maßgeblicher Wissenschaftskreise und Regulierungsbehörden zu Kenntnis zu nehmen und die Kampagne gegen Gentechnik im allgemeinen und den Golden Reis im speziellen aufzugeben.

Forschungseinrichtungen und Regulierungsbehörden auf der ganzen Welt haben wiederholt und einheitlich festgestellt, dass Pflanzen und Nahrungsmitteln, die auf biotechnologischem Wege verbessert worden sind, genauso sicher, wenn nicht sogar sicherer, sind als herkömmlich hergestellte. Es gibt nicht einen bestätigten Fall einer Gesundheitsbeeinträchtigung von Mensch und Tier durch den Konsum. Mit Biotechnologie verbesserte Pflanzen haben sich wiederholt als weniger schädlich für die Umwelt erwiesen und als günstig für die globale Biodiversität.

Greenpeace ist federführend beim Widerstand gegen den Goldenen Reis, der das Potential hat, Krankheiten und Todesfälle zu reduzieren oder zu verhindern, die durch Vitamin-A-Mangel entstehen, der am meisten die ärmsten Menschen in Afrika und Südostasien betrifft.

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass rund 250 Millionen Menschen an Vitamin-A-Mangel leiden, darunter 40 Prozent der Kinder unter fünf Jahren in den Entwicklungsländern. Nach Statistiken von UNICEF sind rund ein bis zwei Millionen vermeidbare Todesfälle pro Jahr auf Vitamin-A-Mangel zurückzuführen. Denn Vitamin-A-Mangel schwächt das Immunsystem, was besonders Säuglinge und Kinder gefährdet. Vitamin-A-Mangel ist weltweit der Hauptgrund dafür, dass Kinder erblinden, rund 250.000 – 500.000 Kinder sind pro Jahr davon betroffen. Die Hälfte von diesen Kindern stirbt innerhalb der folgenden zwölf Monate nach dem Verlust ihrer Sehkraft.

WIR FORDERN GREENPEACE AUF, die Kampagne gegen den Golden Reis im speziellen und gegen biotechnologisch verbesserte Pflanzen im Allgemeinen einzustellen.

WIR FORDERN DIE REGIERUNGEN DER WELT AUF, Greenpeace’ Kampagne gegen den Golden Reis im speziellen und gegen biotechnologisch verbesserte Pflanzen im Allgemeinen zurückzuweisen und alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um sich Greenpeace’ Aktionen zu widersetzen sowie den Zugang von Bauern zu allen Werkzeugen der modernen Biologie, insbesondere biotechnologisch verbessertem Saatgut, zu beschleunigen. Die auf Emotionen und Dogmen basierende, den Fakten widersprechende Opposition muss beendet werden.

Wie viele arme Menschen in der Welt müssen sterben, bevor wir das als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ ansehen?

Aufrichtig,”

Initiiert wurde der Brief von Richard Roberts, wissenschaftlicher Leiter von New England Biolabs, und zusammen mit Phillip Sharp, Medizin-Nobelpreisträger von 1993. Die Post zitiert Roberts:

“We’re Scientists. We understand the logic of science. It’s easy to see what Greenpeace is doing is damaging and is anti-science. (…) Greenpeace initially, and then some of their allies, deliberately went out of their way to scare people. It was a way for them to raise money for their cause.”

Bereits im Jahr 2012 hat Richard Roberts ein ähnliches Projekt initiiert. Damals sammelte er Unterstützung für Liu Xiaobo, Menschenrechtler und Friedensnobelpreisträger von 2010, der seit 2008 von der Chinesischen Regierung festgehalten wird. Auf der Website des Projekts kann sich übrigens jeder eintragen, der den Aufruf gegen Greenpeace unterstützen möchte. Bis heute am frühen Nachmittag sind bereits mehr als 500 Namen zusammengekommen.