Na, haben Sie gestern auch einem sogenannten Brauchtumsfeuer, einem Osterfeuer, beigewohnt? Haben Sie dabei mal einen Moment über die gesundheitlichen Folgen nachgedacht, die so eine Osterfeuer-Teilnahme mit sich bringen könnte? Nein? Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine Unterorganisation der Weltgesundheitsorganisation (WHO), zeichnet verantwortlich für eine Liste, aus der hervorgeht, ob bestimmte Alltagssituationen, Lebensmittel oder Chemikalien das Potenzial haben, Krebs zu erzeugen. Wir unterziehen heute das Osterfeuer mal einem IARC-Check.

Beginnen wir mit dem Material, aus dem so ein Feuer letztlich besteht: Holz. Beim Sägen von Holz entsteht Holzstaub. Dieser ist nach IARC als “krebserregend” (Kategorie 1) eingestuft. Bei feuchter Witterung wird auch schon einmal – wohlgemerkt verbotenerweise – auf Brandbeschleuniger zurückgegriffen, um das Feuer überhaupt in Gang zu bringen. Benzin etwa enthält Benzol und das ist nach IARC krebserregend (Kategorie 1).

Zu essen gibt es meist Gegrilltes: Würstchen und Steaks. Nach dem letzten großen Wurf der IARC vom Oktober letzten Jahres ist rotes Fleisch vom Schwein und vom Rind als “wahrscheinlich krebserregend” (Kategorie 2A) einsortiert. Verarbeitetes Fleisch gilt nach IARC gar als “krebserregend” (Kategorie 1). Die Emissionen, die beim Braten mit hohen Temperaturen entstehen, sortiert die IARC als “wahrscheinlich krebserregend” (Kategorie 2A) ein. Zieht man die entsprechende Monographie zu Rate, ist festzustellen, dass diese Klassifizierung wohl auch fürs Grillen gilt. Dann gibt es in der Regel reichlich alkoholische Getränke im Angebot: Bier, Radler sowie Glühwein oder gar Hochprozentiges. Alkoholische Getränke sind nach IARC definitiv krebserregend (Kategorie 1). Bei der Herstellung alkoholischer Getränke entsteht Acetaldehyd. Davon sind in Bier und Wein auch einige Milligramm enthalten. In alkoholischen Getränken konsumiert gilt die Substanz nach IARC als krebserregend (Kategorie 1).

Die bei der Verbrennung entstehenden Abgase sind jetzt nicht so leicht einzusortieren. Die IARC-Liste hat da verschiedene Akteure zu bieten:
-Ruß: “möglicherweise krebserregend”, Kategorie 2B
-Innenraum-Emissionen von Biomasse-Verbrennung (vor allem Holz): “wahrscheinlich krebserregend”, Kategorie 2A
-Luftverschmutzung generell: “krebserregend”, Kategorie 1

Suchen Sie sich einfach was aus!

Ganz klar ist die Sache jedenfalls, falls sich neben Ihnen jemand eine Zigarette ansteckt: Rauchen und auch Passiv-Rauchen ist nach IARC krebserregend (Kategorie 1).

Gut, dass bei einem Osterfeuer in der Regel nicht mehr die Sonne scheint: Denn Sonnenstrahlen sind nach IARC auch – na? – richtig: krebserregend!

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2 thoughts on “Osterfeuer: Nach IARC irgendwie krebserregend

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