Ein Vergleich von Positionen verschiedener Parteien, die sich ausführlich zum Thema “Glyphosat” äußern, zeigt, dass diese sich inhaltlich kaum voneinander unterscheiden. Die Unionsparteien, die SPD, die Linke, die FDP und selbst die AfD nehmen auf ihren Webangeboten nicht ausführlich Stellung zum Thema. Daher fallen sie aus diesem Vergleich raus. Es bleiben: Bündnis 90/Die Grünen, NPD und MLPD. Das Ergebnis verblüfft, weil die Parteien im politischen Spektrum jeweils weit voneinander entfernt anzusiedeln sind.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO hat Glyphosat als “wahrscheinlich krebserregend” eingestuft. “wahrscheinlich krebserregend” in der Definition der IARC meint, dass ein bestimmter Grad von wissenschaftlicher Evidenz vorliegt, dass Glyphosat grundsätzlich Krebs erzeugen kann. Diese sehr technische Begriffsbestimmung hindert die Grünen nicht daran, so zu tun, also ob die IARC-Klassifizierung “wahrscheinlich krebserregend” die gleiche Bedeutung hat wie die gleichlautende Wendung in der Umgangssprache. Die Formulierung der NPD ist hier deutlich präziser.

Egal ob links oder rechts, die Macht großer Konzerne ist allen drei Parteien ein Dorn im Auge. Die Grünen schwingen sich sogar zu der Behauptung auf, dass die Bundesregierung die Agrarlobby darin unterstütze, eine Verlängerung der EU-Genehmigung für Glyphosat zu erwirken.

Alle drei Parteien behaupten, dass die für die Risikobewertung zuständigen Behörden, insbesondere das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Hinweise auf Gesundheitsrisiken durch Glyphosat bewusst ignorieren würde. Dabei sei Glyphosat allgegenwärtig in Lebensmitteln, ist man sich einig.

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Hier der Vergleich als PDF

glyphose2Grüne und NPD verweisen abschließend auf das Vorsorgeprinzip. Auf Twitter darauf hingewiesen, dass die NPD ähnliche Positionen vertritt wie Bündnis 90/Die Grünen reagierte der Bundestagsabgeordnete Harald Ebner verschnupft:

 

Eventuell ist aber unser aller Problem, dass solche extremen politischen Positionen in der Öffentlichkeit salonfähig geworden sind. Das Bundesinstitut für Risikobewertung steht momentan unter Beschuss, es habe von Monsanto abgeschrieben. Viele Leitmedien breiten die Vorwürfe der NGOs breit aus, ohne das Interesse dahinter zu hinterfragen. Ein empörter Aufschrei von den Kollegen aus der Wissenschaft bleibt – mal wieder – aus. Soll das wirklich so weiter gehen?

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