Der Verein Umweltinstitut München e.V. verkündete in der vergangenen Woche, Spuren von Glyphosat in deutschen Biersorten gefunden zu haben, und erklärte:
„In absoluten Zahlen sind die Mengen klein. Doch bei krebserregenden und hormonwirksamen Stoffen gibt es keine Untergrenze, unter der sie sicher sind. Sie können selbst in kleinsten Mengen eine gesundheitsschädigende Wirkung entfalten.“
Mal dahingestellt, dass auch die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation WHO, nicht behauptet, dass Glyphosat definitv krebserregend ist: Stimmt das? Die taz zitiert anlässlich von vermeintlichen Glyphosat-Funden in Muttermilch Prof. Dr. Irene Witte, eine emeritierte Wissenschaftlerin der Universität Oldenburg:
„Witte sagte der dpa, wenn Glyphosat wirklich krebserregend sei, dann müsse man jede Belastung als bedeutsam betrachten. „Hier gelten dann auch keinerlei Grenzwerte mehr. Jedes Molekül könnte schon Krebs erzeugen.“ Eine hohe Konzentration vergrößere aber natürlich noch die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung.“
Jedes Molekül kann Krebs erzeugen? Ach du Schreck! Sollte man nicht dann Lebens- und Genussmittel, die nennenswerte Mengen karzinogener Substanzen enthalten, sofort verbieten? Birnen zum Beispiel. Birnen? Eine große Birne kann rund 10 bis 30 mg Formaldehyd enthalten und Formaldehyd ist von der IARC in Kategorie 1 einsortiert: definitiv krebserregend. Das Formaldehyd kommt nicht durch irgendeine Form von künstlicher Behandlung da rein, sondern befindet sich von Natur aus in Birnen und übrigens auch in anderen Früchten. Ebenso in Kategorie 1 einsortiert sind Alkohol und Acetaldehyd – beides kommt reichlich in Bier vor.

Dürfen wir jetzt keine Birnen mehr essen? Doch, wir dürfen: Das Vorkommen von krebserregenden Substanzen bedeutet nicht automatisch, dass der Verzehr von Lebensmitteln, in denen diese enthalten sind, gefährlich ist. Es kommt schlicht und ergreifend auf die Dosis an.





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