Wenn einem ein Nutzer in den sozialen Netzwerken zu lästig wird, gibt es einfache technische Möglichkeiten, dem Einhalt zu gebieten: Man blockiert ihn bzw. sie. Und schon muss ich lästige Nachfragen oder als unverschämt empfundene Kommentare nicht mehr ertragen. So einfach ist das.

Auf Twitter wird mein Account @schillipaeppa derzeit meines Wissens von fünf Usern blockiert, drei davon sind oben in der Galerie dargestellt: Vandana Shiva (@drvandanashiva), Anti-Gentechnik-Aktivistin, Silvia Liebrich (@SilviaLiebrich), Wirtschafts-Redakteurin der Süddeutschen Zeitung, und Renate Künast (@RenateKuenast), Bündnis 90/Die Grünen, ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin und Mitglied des Bundestags. Na, was verbindet die Drei? Eine tiefe Abneigung gegen Grüne Gentechnik.

Besonders die Blockade durch den Account von Vandana Shiva ist verblüffend. Ich hatte nämlich bis dato nie einen Tweet oder eine Antwort an den Account adressiert. Die einzige Erklärung, die ich habe, ist, dass ich regelmäßig Beiträge (re)tweete, die die Vorteile Grüner Gentechnik unterstreichen.

Silvia Liebrich konnte mir wahrscheinlich nicht verzeihen, dass ich sie auf etwas aufmerksam gemacht habe. Ende April erschien von ihr ein Artikel, in dem sie Glyphosat mit DDT verglich. Das Fazit von “DDT – vom Wundermittel zum Teufelszeug” lautet:

“Aufgabe der Politik ist es, solche Risiken gegen den Nutzen aufzuwägen. Vor dieser schwierigen Aufgabe stehen nun auch die EU-Mitgliedsländer, wenn sie Mitte Mai über eine Neuzulassung von Glyphosat entscheiden müssen. Der Fall DDT kann dabei zumindest eine Hilfestellung sein.”

Was für eine Hilfestellung, bitteschön? Die WHO empfiehlt nach wie vor den Einsatz von DDT im Kampf gegen Malaria:

“DDT is still needed and used for disease vector control simply because there is
no alternative of both equivalent efficacy and operational feasibility, especially
for high-transmission areas.”

Die Nutzen-Risiko-Abwägung ist hier beileibe nicht so einfach wie Silvia Liebrich es gerne hätte. Das habe ich versucht, mit wenigen Zeichen zu erklären:

Zur Veranschaulichung verbirgt sich hinter dem Link diese Illustration:

https://andymaypetrophysicist.files.wordpress.com/2016/01/010216_2228_greenpeacec3.png?w=776

Das war anscheinend schon zu viel.

Renate Künast hatte im Zuge der Debatte um die Genehmigung von Glyphosat eklatante Wissenslücken zum Einsatz des Herbizids hierzulande offenbart. Da die Moderatorin im Morgenmagazin wohl überfordert war, da nachzuhaken, habe ich das gemacht:

Ich bemühe mich stets, sachorientierte Beiträge zu leisten und meine Behauptungen mit Quellenangaben zu belegen. Ohne Ironie ist der Aufenthalt auf Twitter unerträglich, aber Polemik versuche ich zu vermeiden. Eine Debatte, wie wir in Deutschland zukünftig mit Grüner Gentechnik umgehen wollen, ist notwendig. Der feuchtwarme Sommer hat mit seinem enormen Befallsdruck bei Kartoffeln, Weintrauben und Leguminosen gezeigt, dass auch wir dringend krankheits-resistente Nutzpflanzensorten brauchen. Neue Züchtungsmethoden müssen dringend rechtlich eingeordnet werden, damit die Forscher endlich wissen, woran sie sind. Wir müssen reden! Diese Dialogverweigerung geht speziell vor diesem Hintergrund nicht in Ordnung. Wer sich der Debatte entzieht, nährt den Verdacht, dass ihm die Argumente ausgegangen sind.

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36 thoughts on “Grüne Gentechnik: Diskussion unerwünscht

    1. Als bekennender Demeter-Anthropologe weichen Sie dem Thema “Diskussion unerwünscht” einfach mal wieder aus, indem Sie versuchen, eine zweite Front zu eröffnen. Laut Ihrem Helden Rudolf Steiner, der von Diskussionen ja auch gar nichts hielt, müssen Sie in Ihrem letzten Leben offenbar ein schwaches Ich-Gefühl besessen haben. Nach Steiner sucht man sich ja dann im nächsten Leben eine Gelegenheit, sein Selbstgefühl an “derbsten Widerständen” zu kräftigen. Steiner veranschaulicht das an der Cholera, aber Gentechnik ist für Sie ja sicher noch weniger erträglich als die Cholera.
      Über Schredder-Küken schrieb Steiner noch nicht (das hatte ihm sein geistiges Schauen noch nicht offenbart). Aber natürlich hatte er etwas passendes zum Thema: die Geschichte von der Maus, die sich vor ihrem Todesstoß durch die Katze geradewegs an ihrem Leid erfreut. Daher spielt die Katze auch so lange mit der Maus, bis ihr schwindelig wird.

      Irene Johanson, Pfarrerin der (anthroposophischen) Christengemeinschaft, hat diese Steinersche Weltsicht in einem Buch mit Tier- und Pflanzenmärchen aufgegriffen (für die Waldorf-Kinderlein zur Erbauung). Es handelt von einem Gespräch zwischen Murmeltier, Wildmaus und Wildkatze. Die Maus erzählt: „Wir Mäuse leben gerne in der sichtbaren Welt, aber genauso gern leben wir auch in der unsichtbaren Welt beim großen Mäusegeist. Der holt uns immer wieder zu sich. Er lässt uns auf der Erde sterben, damit wir ganz bei ihm sind. Eine Weile leben wir beim großen Mäusegeist. Dann lässt er uns wieder auf Erden leben. Damit wir aber recht oft zu ihm gelangen, hat er mit dem Katzengeist verabredet, dass seine Katzen auf Erden uns fressen sollen. Wenn eine Katze eine Maus frisst, spielt sie vorher eine Weile mit ihr, so lange bis der Maus schwindelig wird und sie nicht mehr wegläuft, sondern sich auf die Heimkehr zu ihrem Mäusegeist freut. Dann läuft sie selber in die Fänge der Katze, lässt sich fressen und kommt mit ihrer Seele zum Mäusegeist zurück. Sobald irgendwo eine Muttermaus Junge bekommt, schickt der Mausegeist uns wieder auf die Erde.“ (zit. nach Paul Wagemann, Wie frei ist die Waldorfschule? 1996, S.125f.)

      Vielleicht gibt es ja auch den Hühnergeist, Sie wissen das gewiss. Jedenfalls werden auch in Biobetrieben die nicht wirtschaftlichen Küken geschreddert. Und dass freilaufende Katzen der Vogelwelt größeren Schaden zufügen als sämtlicher Pflanzenschutz und die Gentechnik zusammen, will ich mal gar nicht anzweifeln. Darüber kann man diskutieren, ist aber doch hier nicht das Thema.

      Die Damen Shiva, Künast, Liebrich… leben wohl eher in einer steinerschen Phantasie-Welt, Frau Günther im Hier und Jetzt und auf dem Wissenschaftsstande der Zeit!
      Im Gegensatz zu ihrer Philosophen-Kollegin Heike Moldenhauer, die beim BUND mal als Gentechnik-, mal als Glyphosat-Expertin fungiert, wie es gerade gebraucht wird. Ich will ihre Studienfächer (Germanistik und Philosophie) ja nicht abwerten, aber zur “Gentechnik-Expertin” prädestinieren beide nicht. Und das merkt man überdeutlich an ihren Äußerungen, zumeist nachgeplapperten Greenpeace-Mantras. Soviel zu Ihrem platten Seitenhieb auf die “Sicht einer Bauersfrau und Philosophin”.
      Aber wem die Argumente fehlen, der versucht es halt mit dem Angriff auf die Person.

      1. Liebe/r/s J.G. Mendel,

        vielen Dank für Ihren Kommentar, der bei mir viel mehr Fragen als Antworten hinterlässt…

        – die genannten Damen oben haben wohl Ihre Gründe, dass Sie Frau Günther blockieren, die Gründe kann ich aber nicht nennen, aber das Thema, dass den Blogbeitrag trägt, ist Kommunikation und Austausch…

        – Warum wissen Sie, dass ich “bekennender Demeter-Anthropologe” bin und vielleicht nicht mit meinen Kommentaren “an des “Pudels Kern” und die Geisteshaltung und Motivation der hier Agierenden ergründen möchte? Sind Sie Psychologe?

        – Warum kennen Sie sich scheinbar so gut in der anthroposophischen Pädagogik aus, die wiederum nicht direkter Betrachtungsgegenstand des biologisch-dynamischen Landbaus ist?

        – Bei der biologisch-dynamischen Landwirtschaft sehe ich Lösungsansätze, z.B. http://www.demeter.de/verbraucher/landwirtschaft/wesensgem%C3%A4%C3%9Fe-tierhaltung/bruederkueken-das-leben-schenkenhttp://schrotundkorn.de/ernaehrung/lesen/das-bio-huhn-von-morgen.html, die Antwort des konventionellen Landbaus kenne ich nicht, ääh doch – schreddern?!

        – Ist der Stand der Wissenschaft zum Glyphosateinsatz in der konventionellen Landwirtschaft wirklich “unabhängig” und wem soll der Kunde “glauben”?

        – Warum ist Ihr Blog-Name J.G. Mendel, fast namensgleich dem katholischer Ordenspriester, Genetiker und Naturforscher. Was treibt Sie an? Sind Sie vielleicht der wahre Schöpfer der Dinge oder ein Aka von Frau Günther oder ein Unterstützer?

        – und warum fühlen Sie sich berufen auf eine Frau an Frau Günther zu antworten? Ich habe doch Frau Günther u.a. als Philosophin gefragt, weil Sie in Ihrem Blog doch den Austausch wünscht oder findet hier nur Selbstbeweihräucherung unter “Wir machen Euch satt”-Groupies statt?

        Frau Günther als bekennende Geisteswissenschaftlerin gibt selbst die Steilvorlagen in ihrem Blog (bitte mehr lesen) und auf Twitter, u.a. sehr pointiert zum Thema Biodiversität – ich frage nur nach, aber manche Antworten kenne ich leider noch nicht…

      2. und ich grüße natürlich den Hühnergott von Ihnen, wenn ich ihn treffe von Ihnen : ), ich glaube, der ist wie der Schweine und Putengott nicht so gut auf die konventionellen Bauern zu sprechen

    1. Werter “Jorge S.”, Danke der Nachfragen (s. o.) zu meinem Kommentar.

      – Die Blockade-Damen haben natürlich einen Grund, Frau Günther auszubremsen: argumentative Hilflosigkeit! Sie können ihre Position halt nicht mit evidenzbasierten Befunden verteidigen: Sie haben keine. Die Meinung ist die Feindin des Wissens!

      – Es ist mir peinlich, Ihr Weltbild mit dem Begriff “Anthropologe” aufgewertet zu haben. Richtig musste es natürlich heißen: Demeter-Anthroposoph. Dass Sie einer sind, verraten Ihre Kommentare auch ohne psychologische Analyse. Dass Sie andernorts andere Meinungen unter das Volk bringen, vermag ich natürlich nicht ganz auszuschließen. Bewusstseinsspaltungen aus Kommentaren abzuleiten ist nicht so ganz einfach.

      – Ich kenne mich sowohl mit Steinerscher Pädagogik aus (bin selbst Pädagoge), als auch mit “Dynamischer” Landwirtschaft (bin Dipl. Ing. Agr.). Sollte Ihnen die Verbindung Steinerscher Pädagogik mit Steinerscher Landwirtschaft echt peinlich sein, hätte ich tatsächlich einen Hinweis auf Bewusstseinsspaltung. Steiners Weltbild ist doch ganzheitlich verschwurbelt. Sein (originäres) Katze-Maus-Beispiel entstammt nicht seinen “pädagogischen” Schriften.

      – Lösungsansätze zur Verhinderung des Kükenschredderns gibt es in der konventionellen Hühnerhaltung auch. Sie sind weniger einfältig als die der (gut gemeinten) Bruderküken-Haltung. Nebenbei: Das Lobby- und Werbeblatt “Schrot & Korn” ist zur Aneignung gesicherten Wissens denkbar ungeeignet. Es verbreitet Angst und bietet als “Lösung” dann entsprechende Produkte an. Davon leben die. Wer Propaganda mag, bitte.

      – Glyphosat ist seit ca. 40 Jahren im Gebrauch, seine Unbedenklichkeit für Umwelt und Gesundheit weltweit wiederholt bestätigt. Selbst die WHO ist ja zurückgerudert von ihrer ersten, politisch motivierten Einstufung.

      – Mein Blog-Name ist leicht erklärt: Mein Diplomfach war die Genetik und ich habe 4 Jahre lang als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem Institut für Angewandte Genetik an einer Uni gearbeitet (wenn auch nicht in “Übersee”). Jetzt stehe ich in Diensten von Mutter Catholica, nicht Monsanto! Zufrieden? Ich bin Mendel- und (als Biologe) selbstverständlich auch Darwin-Fan.

      – Ich fühlte mich veranlasst, Ihre “Antworten” auf Frau Günthers Angaben zu kommentieren, schlicht, weil das hier ja ein Kommentar-Blog ist und ich Ihre “Antworten” unpassend fand. Das hindert Frau Günther ja nicht, Ihnen auch zu antworten, wenn sie es für sinnvoll hält. Argumente bedürfen keiner “Selbstbeweihräucherung”. Sie sind entweder treffend und gut belegt oder eben nicht. Eine Art “Selbstbeweihräucherung” ist das “Blockieren”, sprich: ich kommuniziere nur mit meinen Fans, Kritik kann ich absolut nicht gebrauchen, denn NATÜRLICH habe ICH recht, basta!
      Man könnte ja fragen, warum Sie die feigen Blockade-Damen hier behüten, aber da reicht diese rhetorische Frage aus.
      Ich kenne Frau Günther nicht, nur einige ihrer Kommentare. Und die haben Hand und Fuß.

      PS: In der nächsten Woche habe ich die Ehre, an einem Demeter-Hof bei Abschlussprüfungen mitzuwirken. Dort werde ich mich mal nach dem “Hühnergott” erkundigen. Die machen dort auch den verzweifelten Versuch, das Problem züchterisch anzugehen. Eher niedlich und aussichtslos als professionell. Aber so sind sie nun mal, die Versteinerten.

  1. – Biologisch-dynamische Landwirtschaft umfasst neben dem eigentlichen Landbau auch Saatgutproduktion und Viehzucht. Nicht nur die Erde wird als Gesamtes, sondern auch jeder einzelne Betrieb wird als lebender Organismus angesehen. –

    Wer allerdings die Verantwortung für den eigenen Boden, die Tierwirtschaft und Arbeitsethik an globale Player wie Bayer, Monsanto, Lidl und Co. zum großen Teil abgegeben hat, sollte sich über eine Fremdbestimmung nicht wundern und ist verantwortlich für diese künstliche, menschengeschaffenen Welt.

    1. “Menschengeschaffene Welt” nennt man, etwas weniger verdrießlich, auch “Zivilisation” oder “Kultur”.

      Das Gegenteil wären die klammen Höhlen des Neandertals, ohne Elektrizität und Heizung, keine warme Dusche, selten einen vollen Magen (dessen Inhalt man sich auch noch mit allerhand Parasiten teilen muss). Die Hälfte der Kinder erreicht das 5. Lebensjahr nicht, die Mütter erwischt es häufig gleich mit bei der Geburt. Wer Glück hat, wird 40, aber krank und siechend.
      Gut: Sie glauben sicher noch an Rousseaus kraftstrotzenden “Edlen Wilden”, fern jeder Zivilisation, der in Einklang mit der Natur erblüht. Sie dürfen ja auch träumen, aber weiter bringt das die Menschheit nicht.
      Das mit dem Demeter-Betrieb als lebender Organismus überzeugt. Da wuselt es wirklich an allen Ecken und Enden: Blattläuse, Raupen, Zünsler… Man versteht den Begriff “dynamisch” sofort. Und selbst so manches Haustier bleibt auch noch unentwurmt und ungeimpft sowieso.
      Dass Demeter eine neue Haustierrasse entwickelt hat, ist mir offenbar entgangen. Bei unserem Demeter laufen immer noch die gleichen Hybridhennen rum wie beim konventionellen Nachbarn. Bei der Saatgutproduktion quält man sich (eher hobbymäßig) mühsam ab, bisher ohne durchschlagenden Erfolg und ohne Konzept. Bei Demeter findet man gewöhnlich die gleichen Sorten wie im konventionellen Anbau. Ohne diese Sorten stünden die zuweilen vor leeren Feldern und Gewächshäusern. Ist ja auch eigentlich “menschengeschaffen”, so ein Nutztier oder eine Hochertragssorte. Aber Sie werden das in Ihre Philosophie schon einbauen können.

      Sie dürfen sich ja gerne am “Edlen Wilden” in seiner Naturkulisse orientieren. Ich vertraue auf Monsanto, Bayer, die EnBW,, die Feuerwehren, den Katastrophenschutz, die “Schulmedizin” mit ihren Antibiotika…
      Und auf Aldi, mit den fairen Preisen (zumindest gegenüber dem Kunden). Lidl ist out: der agiert populistisch gegen Gentechnik. Ideologie mag ich nicht.

      Und ein kräftiges Hoch auf Ihre “Wir machen Euch satt”-Groupies”! Danke an diese Realisten!

    1. Mein “globale Player”- Dienstherr weiß das und akzeptiert das. Er weiß aber auch, was er an mir hat! (Okay: Selbstbeweihräucherung, mea culpa!)
      Dass Mutter Catholica ein gespaltenes Verhältnis zur Genetik allgemein hat (und die Protestanten da oft noch schlimmer sind, siehe Kreationismus!), ist ja bekannt. Aber wir Genetiker sind ja sehr tolerant und pragmatisch, wir blockieren nicht. Manche brauchen etwas länger zur Einsicht. Tausend Jahre sind da manchmal wie ein Tag (2 Petrus 3, 8-13; Ps 90,4).
      Das “Macht Euch die Erde untertan“ ist der heutigen Kirchentags-Öko-Bewegung allerdings zu recht sehr peinlich (und viele andere Bibelstellen nicht minder). Da wird interpretiert, was das Zeug hält. Die genaue Übersetzung ist übrigens noch schlimmer: es heißt eigentlich “unter die Füße treten” statt “untertan machen”. Aber mich stört beides nicht: ich bin nämlich Atheist! (Weiß mein Arbeitgeber, keine Bange!)

      Auch wenn der Feigenbaum keine Früchte trägt: ich haue ihn nicht einfach um! (Lk, 13, 6-9)

  2. Halt alles eine Frage des Glaubens…
    an Aldi, Atomstromhersteller,
    Ulli Hoeness, Auftragsstudien der Industrie, die Kirche, oder, oder, oder.. die regeln das schon für uns. Der blöde Kunde rafft das nicht und ist verblendet.

    Ich weiss, Euch Sattmach-Jünger und bekennende Atheisten im Amt der katholischen Kirche kann man nicht aufhalten.

    An Eurem Wesen soll die Welt genesen.

    Sehr lernreich hier : )

    1. Demeter, das ist eine Sache des Glaubens, des Glaubens an die Offenbarungen des Sehers Rudolf Steiner und seiner Akasha-Chronik.
      Konventionelle Landwirtschaft, Pflanzenschutz, Gentechnik, “Schulmedizin”…, alle nicht unfehlbar, aber evidenzbasiert und zukunftsträchtig! Sie alle verbessern unsere Lebensqualität, selbst die eines Anthroposophen!
      Und wem Yoga als spirituelle Erfahrungsquelle nicht reicht, der möge einer Religion frönen, solange es niemandem schadet.
      Ich halte es da mit Goethe (immerhin Rudolfs Halbgott!): “Wer Wissenschaft und Kunst besitzt, der hat auch Religion. Wer diese beiden nicht besitzt, der habe Religion.”
      Anthroposophie geht als Religion durch. Manchmal hat sie ja auch was Nettes. Ich freue mich jedenfalls schon auf meinen Besuch des Demeter-Hofes in der nächsten Woche. Muss bestimmt viel schmunzeln und die Stirne runzeln. Und ich lerne sicher auch wieder dazu, nicht unbedingt etwas Brauchbares, aber sicher wieder etwas Überraschendes. Und die Prüflinge sind zumeist sehr motiviert, das muss man ihnen zugestehen! Und bei der letzten Prüfung haben mich die Demeter-Prüfer regelrecht nach den Pyrrolizidingehalten ihrer Kultpflanzen ausgequetscht (wohl etwas Angst bekommen), nicht einfach auf “blockiert” geschaltet! Manche sind ja zugänglich, halt nur unaufgeklärt-ideologisiert.

      Dass Rudolf die mendelsche Genetik für falsch hielt, weiß ich. Aber wie hielt er es mit der Elektrizität, auf die heutige Zeit bezogen? Für oder gegen Milane-schreddernde Windräder? Für die mystischen Kräfte des Atoms? Für Solarzellen zum Einfangen kosmischer Strahlung? Hätten die bei Steiner die Form eines Kuhhorns oder Hirschgeweihs?
      Ich werde mir die Fragen für nächste Woche zurechtlegen!

  3. Meine Bewunderung für Ihre Einfallskraft, aber wenn Sie diese Fragen in der Landwirtschaftsprüfung stellen bin ich a) auf die Antworten gespannt und b) die Augen des restlichen Prüfgremiums. Ich glaube, die Prüfungsordnung geben sie nicht her. Hätte sonst noch einen Klassiker: Trinken Sie einen guten Schluck Glyphosat- ist doch ungefährlicher als Salz; )

    1. Danke für die Bewunderung. Ich nehme Sie da mal ernst.

      Die Fragen stelle ich nicht den Prüflingen, da gibt es klare Vorgaben, sondern meinen anthroposophischen Mitprüfern. Einige (wenige) Anthroposophen sind ja ironieresistent, den anderen stelle ich ernstere Fragen wie: “Wenn der Wind aus Süden weht, wird von links nach rechts gedreht?”

      Das mit dem Glyphosat nehme ich an, ist ja harmloser als Jägermeister. Ich bestehe aber auf reinem Glyphosat, ohne das Benetzungsmittel. Sie nehmen ja dann Ihr Salz auch ohne Spülmittel. Aber Sie wissen schon: ein Esslöffel Salz ist tödlich! Sie dürfen aber auf einen Teelöffel reduzieren, ich bin da großzügig. Es soll Ihnen doch besser ergehen als den Edelkrebsen.
      Wie ich Ihren Kommentaren entnehme, bilden Sie sich überwiegend bei “Schrott & Zorn” und mit der Alpenprawda weiter. Versuchen Sie es doch mal seriös! Oder brauchen Sie Ihre tägliche Prise “Realisten-Bashing”?

      Seit auf dem Gebiete der BRD nicht mehr nur wenige Legionen Germanen durch die Wälder und Sümpfe strolchen, sondern 82 000 000 Menschen wohnen, hat sich die Natur da schon etwas geändert, unter anderem hat sich die Zahl der Edelkrebse reduziert, Auerochsen sind bei Null gelandet, sporadisch treten noch Problembären, Elche, Wölfe… auf. Aber wollen Sie jetzt ein paar Millionen Menschen gegen Edelkrebse zurücktauschen, oder wie darf ich Ihre Frage verstehen?
      Ich bin aber sicher, dank moderner Landwirtschaft mit integrierter Gentechnik werden wir bald wieder etwas mehr Rückzugsgebiete für Edelkrebse haben (und hoffentlich weniger für unedle Zecken, Mücken, Fuchsbandwürmer).
      Auf die weiteren Erfolge der modernen Pflanzenzüchtung bin auch ich schon gespannt. Vielleicht kann man da ja mit Demeter kooperieren, z. B. Getreidesorten mit verlängerten Grannen zum besseren Einfangen feinstofflich-kosmischer Energien designen?

      PS: Auf den Demeter-Prüfungen erfahre ich von den Prüflingen immer wieder gerne neue Anthroposophenwitze. Bestimmt kennen Sie diesen schon: “Wie lautet die Zugansage auf dem Bahnhof zu Dornach, dem Anthroposophen-Vatikan?” “Bitte zurückwallen. Der Zug schwebt ein”

      Und bitte: enthalten Sie Ihren Kindern die Realität nicht vor. Nicht nur “Die Wurzelkinder” und Tiermärchen mit Mäusegeistern vorlesen. Im passenden Alter ruhig mal ein Lehrbuch über die Grundzüge der Pflanzen-Genetik anbieten. Könnten Sie selbst auch von profitieren.

    1. Sie sind doch so stolz auf Ihre Jahre in Übersee, weg von der heimischen Scholle. Das Springkraut hat da auch mal die heimische Scholle verlassen und ist zu uns herüber geschwappt, mit irgendwelchen Übersee-Reisenden, die sich im Himalaja in diese Pflanze verliebt hatten und sie unbedingt in ihrem Garten haben wollten. Da ist die Landwirtschaft aber nun völlig unschuldig dran, sogar die anthroposophische.
      Leider findet man bei Steiner keinerlei Offenbarungen zu den Neophyten und “Gebietsfremder Fauna”. Da ist man dann völlig hilflos und verlassen. Aber da auch Demeter-Bauern Neophyten wie die “dumpf-machende Kartoffel” oder den Boden auszehrenden Mais, ja sogar Kunstpflanzen wie den Raps anbauen, müssen sie da einen Kompromiss finden.
      Manche sehen Impatiens glandulifera ja auch als Bereicherung zur botanischen Aufmöbelung sonst öder Flächen an, z. B. viele Bienenfreunde. Der Riss geht da sogar quer durch den BUND. Für die Zeitungen ein typisches Sommerlochthema seit Jaaahrenden! Es eignen sich auch die Goldrute, das Amerikanische Springkraut…
      Oder der Asiatische Marienkäfer, der den Bio-Betrieben entschlüpft ist und nun einheimische Insekten gefährdet.

      1. Danke, Sie sind mein neuer Rudolf, investiere gleich heute in Bayer Aktien und kaufe bei Lidl meine Milch, ist billiger. Denn mein Universum bin ich und Rudi Mendel jr. meine Religion : )

      2. Die grüne Gen-Technik ist halt wie die FDP und mein Bankberater. Die wollen auch nur das Beste von und für mich.

        Und klar gibts auch ein Genetiklehrbuch für die Kleinen. Liest sich nur etwas sperrig für 5 Jährige, da sind die Wurzelkinder und WER WIE WAS für die Seele zuträglicher. Aber wie sollen wir unsere Gebete umstellen? Was sagte Mendel? oder hilft mir Goethes Farbenlehre? Soll ich die Familienfreizeit der Christengemeinschaft absagen und ein Werkbesuch in Leverkusen machen?

      1. PS @ Jorges Knollenblätterpilze:
        Bitte unverzüglich weiter essen. Das könnte das Durchschnitts-Niveau der Kommentare hier erhöhen!
        Bisher scheint der Verzehr der Pilze nur Ihr Urteilsvermögen vernebelt zu haben.

      2. @d.H. das ist halt ein BLOG. Das muss man aushalten können und mit Niveau und Sachverstand antworten… wenn man kann.

        Asbest ist ein Beispiel für vermeintlich harmlose Stoffe, in den 80 noch verbaut. Heute in Deutschland zurecht verboten, aber nicht weltweit. Frau Günther hat doch den angeblich missglückten DDT Vergleich bemüht. Aber die diskutiert hier ja nicht weiter mit… Bauer Willi ist da kommunikativer

  4. …und über Niveau lässt sich wie Geschmack streiten. Hochkultur ist hier m. E. nicht zu finden, dafür Harald Schmidt Zitate und ein prominentem Kantzitat und so manch versteckte Polemik. Sie möchte nur erkannt sein…

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