Die Süddeutsche Zeitung berichtete Mitte Februar über die Partei Bündnis 90/Die Grünen im Umfragetief. In diesem Artikel findet sich die interessante Passage:

“Derzeit heißt die Strategie: Voll auf Öko, den grünen Markenkern. Drei Stunden saß die Parteiführung diese Woche mit den Umweltverbänden zusammen. Nur: Nicht mal in deren Chefbüros wagt man derzeit zu hoffen, dass Klima- und Naturschutz eine entscheidende Rolle im Wahlkampf spielen werden.”

Ich habe mir schon immer gedacht, dass Grüne und NGOs – kurz: Big Green -, sich absprechen, aber so deutlich habe ich das bislang nicht in den Medien wieder gefunden.

Die Meldung veranlasste mich zu einer kleinen Umfrage auf Twitter. Mir wären noch mehr mögliche Themen eingefallen, aber man kann aus technischen Gründen nur vier Optionen vorgeben:

Glyphosat ist der klare “Gewinner” der Umfrage. Aber ich lag anscheinend völlig falsch. Der Öko-Wahlkampf wird eröffnet mit dem Thema “endokrine Disruptoren” – “endo-was”? Ach richtig, viel zu kompliziert, da muss eine griffige Formulierung her: Soll ja als schädlich rüberkommen, also nehmen wir “Gift”, wirken wie Hormone, also “Hormongifte” -perfekt! Wenn wir nachsehen, wer in den letzten Tagen und Wochen so alles mit dem Hashtag “#Hormongifte” oder dem Begriff “Hormongifte” getwittert hat, finden wir das übliche Stelldichein des politisch-ökologischen Komplexes. Man erwähnt und zitiert sich gegenseitig:

Doch worum geht es eigentlich? Endokrine Disruptoren sind Substanzen, die hormonell wirken können und darum natürliche Prozesse, z.B. die Geschlechtsentwicklung des Fötus im Mutterleib, stören. Auf EU-Ebene wird derzeit diskutiert, unter welchen Umständen ein Stoff als endokriner Disruptor gelten soll. Dies hat u.a. Auswirkungen auf die Zulassungspraxis von Pestizid- und Biozid- Wirkstoffen.

Was mir in dieser Debatte mal wieder fehlt, ist die Verhältnismäßigkeit. Es gibt endokrin-disruptiv wirkende Substanzen ganz natürlich in Pflanzen, das sind sogenannte Phytohormone. Sojabohnen zum Beispiel enthalten Stoffe, sogenannte Isoflavone, die ähnlich wie Östrogene wirken können. Das kann gesundheitliche Vor-, aber auch Nachteile mit sich bringen.

ee2_trinkwasser
Hormongifte aus der Anti-Baby-Pille finden sich auch im Trinkwasser wieder. Quelle: UBA

Ein weiteres Problem: Durch die Einnahme von Medikamenten wie der Anti-Baby-Pille oder wie Präparaten für die Hormonersatztherapie in den Wechseljahren geraten Hormone ins Abwasser. Auf die Nomenklatur von Big Green übertragen ist so eine Anti-Baby-Pille quasi eine Hormongift-Bombe. Bislang gibt es keine Vorschriften, dass Substanzen wie das künstliche Östrogen 17α-Ethinylestradiol (EE2) sowie das natürliche Östrogen Estradiol (E2) in den Kläranlagen rausgefiltert werden müssen. Die EU-Kommission hatte Anfang 2012 vorgeschlagen, die pharmazeutischen Wirkstoffe Diclofenac, EE2 und E2 auf die Liste der prioritären Stoffe im Bereich der Wasserpolitik zu setzen. Die Liste führt alle Substanzen auf, für die EU-weit geltende Umweltqualitätsnormen festgelegt worden sind und die langfristig nicht mehr in unseren Gewässern nachweisbar sein sollen. Dazu kam es aber nicht: Es wurde lediglich eine neue Beobachtungsliste eingeführt, auf der die drei Arzneimittel jetzt aufgeführt sind – mit der Perspektive, sie mittel- bis langfristig auf die Liste der prioritären Stoffe zu übernehmen. Das künstliche Östrogen EE2 sowie das natürliche Östrogen E2 – beides endokrin disruptiv wirkende Stoffe – dürfen somit weiterhin im Abwasser von Kläranlagen vorkommen.

Forscher des Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin und der Universität Wroclaw konnten nachweisen, dass EE2 bei bestimmten Amphibienarten eine verweiblichende Wirkung hat. Der Leiter der Studie, Evolutionsbiologe Dr. Matthias Stöck, wird in einer Pressemitteilung des Instituts zitiert:

“Die Verweiblichung von Populationen kann neben anderen schädigenden Hormonwirkungen zum Aussterben von Amphibienarten beitragen.”

Weiter heißt es dort, die Ergebnisse der Studie zeigten, dass nach der Exposition mit EE2 bei allen drei untersuchten Amphibienarten bei 15 bis zu 100 Prozent der Tiere eine Geschlechtsumkehr von genetisch männlichen zu weiblichen Tieren auftrete.

Co-Autor der Studie, Prof. Werner Kloas vom IGB, ist ein international renommierter Ökotoxikologe. Er kommentiert die Studienergebnisse:

“EE2 ist auch in unserem Wasserkreislauf enthalten und stellt, zusammen mit anderen östrogenartig wirkenden Stoffen nicht nur für Amphibien, sondern auch für uns Menschen eine ernstzunehmende Beeinträchtigung dar.”

Auch in unserem Trinkwasser wurde nach Unterlagen des Umweltbundesamtes bereits EE2 nachgewiesen. Hormongifte aus Arzneimitteln im Trinkwasser und niemand kümmert sich darum? Statt dessen streiten Grüne und NGOs selbstverliebt um diverse Definitionsspitzfindigkeiten, um Bedrohungen zu verhindern, die im Vergleich zur vorliegenden Abwasserproblematik allenfalls hypothetischer Natur sind. Aber wer will den Menschen schon ihre Verhütungsmittel oder ihre Wechseljahrestherapie madig machen? Nein, dann lieber weiter Angst machen vor diesen endo-dings, ach was, vor den Hormongiften halt, die von Monsanto und Co in die Welt gesetzt werden.

 

Links:

• Scientific principles for the identification of endocrine-disrupting chemicals: a consensus statement

• RICHTLINIE 2013/39/EU DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
vom 12. August 2013 zur Änderung der Richtlinien 2000/60/EG und 2008/105/EG in Bezug auf prioritäre Stoffe im Bereich der Wasserpolitik

• DURCHFÜHRUNGSBESCHLUSS (EU) 2015/495 DER KOMMISSION vom 20. März 2015 zur Erstellung einer Beobachtungsliste von Stoffen für eine unionsweite Überwachung im Bereich der Wasserpolitik gemäß der Richtlinie 2008/105/EG des Europäischen Parlaments und des Rates

 

Bildnachweis: Facebookseite von “Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion”

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21 thoughts on “#Hormongifte

  1. Sojaprodukte, E2 und EE2 machen die Hormongift-Kampagne zu einem zweischneidigen Schwert – da muss man ganz schön jonglieren, um die von “Ackergiften” abzugrenzen. Noch schlimmer könnte es beim Hopfen werden. Zumal die hormonelle Wirkung täglich zu beobachten ist: “Bier-Titten” (http://www.netzathleten.de/gesundheit/dr-sport/item/62-sind-in-bier-wirklich-weibliche-hormone)! Eine Anti-Bier-Kampagne mit dem Hashtag “Bier-Titten” und die Aufforderung an B90/Grüne, einen Bier-freier Tag pro Woche zum Schutz von Amphibien und (nebenbei) menschlicher Sexualintegrität (!) durchzusetzen, könnte witzig werden.

  2. Frau Meier, ist das Ironisch, diesen Aufruf hier zu posten? Oder gehts wirklich um das “umstrittene” Glyphosat?

    Wen stört übrigens noch dieses ständige “umstritten” in der Beschreibung der “Ackergifte” + Co?

    Mosern Ökoverbände Jahrelang an einem sicheren in der Fachpresse einwandfrei akzeptierten Stoff herum, erzeugen sie jene Strittigkeit um sich dann jederzeit darauf zu berufen. Wie ausgefuchst!

    Wieviele “Artikel” wohl so beginnen in der nächsten Zeit? So gänzlich umstritten? Bei TP gings schon los https://www.heise.de/tp/features/Neonicotinoide-auf-dem-Pruefstand-3635025.html

  3. Liebe Frau Meier, die billige Propaganda gegen Glyphosat hätten Sie besser nicht auf dieser Website plaziert, da, wo nämlich Leser aktiv sind, die noch denken können. Damit haben sie dieser Billigaktion gegen Glyphosat einen Bärendienst erwiesen. Ich gebe Ihnen hier nur ein Beispiel: die Hysterie gegen Glyphosatspuren z.B. im ach so heiligen und reinen deutschen Bier ist reine Heuchelei, denn es braucht ca. 1000 Flaschen Bier pro Tag, um das Glyphosat überhaupt in schwache Wirkung zu bringen. Dieses Beispiel zeigt, wie die grüne Schmierenpropaganda gerne verschweigt, um welche wirklich verschwindend geringen Glyphosat-Spuren es sich eigentlich handelt. Klar dass man mit der Verunreinigung durch Glyphosat nur dann Angst machen kann, wenn man die verschwindend geringen Spurenmengen verschweigt. Verlogener geht es wohl kaum.

  4. “Ammann sieht in der Gentechnik und vor allem der Biotechnologie eine grosse Chance für eine ökologischere Landwirtschaft und vertritt die Ansicht, die bisherigen Verfahren gewöhnlicher Landwirtschaft würden der herrschenden Biodiversität massiven Schaden zufügen. Ziel müsse es mittelfristig sein, die Menschheit mit genügend Lebensmitteln versorgen zu können, weshalb man immer mehr als Nahrungsmittel gedachte Pflanzen auf immer kleinerem Raum anpflanzen und gleichzeitig als nahezu ebenso wichtige Aufgabe versuchen müsse, eine grösstmögliche Biodiversität zu erhalten.”

    Welche gewöhnliche Verfahren fügen den der Biodiversität massiven Schaden zu? Glyphosat vielleicht?

    1. “Um seine Positionen zu vertreten, trat Ammann im Jahre 2006 auch in einem Werbevideo des Herbizide und gentechnisch verändertes Saatgut vertreibenden Konzerns Monsanto auf.”

      Darf unabhängige Wissenschaft so etwas?

      1. Ich habe das Interview freiwillig, ohne Honorarzahlung und ohne Vorabsprachen gemacht und: was ich dort sagte, gilt heute noch, aber weil es Monsanto war, muss man sich ja gottseidank nicht um die eigentlichen Argumente kümmern, nicht gerade überzeugend. Die Verteufelung der Saatgut-Industrie ist auch so ein billiges Freund-Feind-Argument: Bekannte Vertreter der Biolandwirtschaft lassen sich gut honorieren durch Stiftungen, die ihre Ansichten unterstützen. Ich würde mich aber hüten, pauschal Abhängigkeiten zu deklarieren, sie dienen oft als billige Argumenten-Killer. Wir sollten uns auf die eigentlichen Argumente konzentrieren.

  5. Sicher nicht das zu Unrecht verteufelte Glyphosat, denn bei der Anwendung von G. muss weniger oder gar nicht mehr gepflügt werden, dafür gibt es zahlreiche Studien. Pflügen schädigt die Biodiversität der Boden-Lebewesen, pfluglose oder pflugarme Landwirtschaft bringt bessere Boden-Biodiversität, das ist alles präzis nachgemessen und gezählt. Alle Landwirtschaft, ob mit modern oder konventionell gezüchteten Kulturpflanzen, muss, schon allein für eine gute Ernte, in Monokulturen angepflanzt werden, das schleckt keine Biogeiss weg…Interessant: die von unseren Vorfahren gewählten ersten erfolgreichen Kulturpflanzen Reis, Weizen und Sorghum (afrikanische Hirse) wachsen in der Natur in ausgedehnten einartigen Beständen, deshalb wurden sie auch zuerst ausgewählt und massiv weitergezüchtet – mit konventionellen Methoden, die wesentlich weniger zielgenau sind. Die Situation ist sicher komplex: Es gibt bei einer Landwirtschaft mit Biotech und ohne Biotech viele Strategien, am Feldrand oder auch in massvollen Mischkulturen die Biodiversität zu fördern. Lässt man ideologische Verengungen auf beiden Seiten weg, kann man sich eine Biolandwirtschaft mit ihren Vorteilen vorstellen, die auch moderne Gene-Editing-Methoden wie gewissen CRISPR – Varianten einbezieht. Das hat gerade wieder der führende Schweizer Biolandwirtschafts-Forscher Prof. Urs Niggli geäussert, der deswegen leider von vielen Bio-Landwirten scharf aber wenig begründet angegriffen wird.
    Dadurch könnte man beispielsweise die schlechten Ernte-Statistiken der Biolandwirtschaft verbessern: (Schlechte Böden bis zu minus 60%, optimale Böden minus 5%). Wir streiten um Kontraste in den Zuchtmethoden, die eigentlich gar nicht existieren: Nobelpreis-Träger Werner Arber publizierte zahlreiche Arbeiten, die zeigen, dass die natürliche Genmutation in ihren molekularen Vorgängen identisch ist mit den Methoden der Gentechnologie. Das wird geflissentlich übersehen. Denn wir streiten ja sooo gerne…

  6. Ist ja wirklich belustigend, diese fundamentalistischen Anwürfe und sogenannten “Enthüllungen” zu geheimen Monsanto-Kontakten zu lesen, als ob das ein Geheimnis wäre, denn: ich habe für einen Biodiversiätsbericht, den ich im Auftrag von Monsanto verfasste, im Vorwort des Berichtes dies offengelegt, ist also kein Geheimnis. Und dazu kommt, dass mir Monsanto in keiner Weise den Bericht zurechtredigierte. Diese Details zum Bericht sind übrigens in den Links zu jedem einzelnen Mail im Curriculum erwähnt. Man muss sich nur die Mühe machen, das in meiner vollständigen Bibliographie nachzulesen. Das kommt mir so vor, als würde hier eine verfehmte Verwandtschaft aufgedeckt in ähnlicher Art, wie das vor ca. 85 Jahren geschah. Der Nebeneffekt solchen Tuns ist ja immer willkommen: man muss sich dann mit den eigentlichen Argumenten nicht mehr befassen.

  7. Und noch was: die zitierte Wiki ist, zusammen mit einer weiteren feindlichen Wiki und einer freundlichen in jedem meiner Mails in den Adressenzeilen erwähnt, kann man also täglich, auch überall im Internet, nachlesen: http://www.ask-force.org/web/Curriculum/Links2.pdf , darin auch oft nachgeführte Bibliographien zu meinen Publikationen und auch den Präsentationen. Für gläubige Grüne ist das ein Riesen-Sündenregister, sorry.

  8. Prof. Ammann, was sagen Sie denn zu diesem Bereicht vom Kollegen Pfiffner
    http://www.fibl.org/de/themen/biodiversitaet.html#c5425

    Gründe für die höhere Biodiversität

    Im biologischen Landbau werden verschiedene Massnahmen im Anbau und in der Landschaftsgestaltung umgesetzt, die sich nachweislich positiv auf die biologische Vielfalt auswirken. Insbesondere fördern folgende für den Biobetrieb typischen Massnahmen die Biodiversität:

    Verzicht auf Herbizide
    Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide
    Geringere und rein organische Düngung
    Geringerer Viehbesatz pro Fläche
    Vielfältige Fruchtfolgen mit hohem Kleegrasanteil
    Schonende Bodenpflege (Humuswirtschaft)
    Höherer Anteil an naturnahen Flächen
    Höherer Anteil wertvoller Nutz- und Ökoflächen
    Vielfältige Betriebsstruktur

    Diese Faktoren fördern nicht nur die Biodiversitat, sondern stärken auch die natürlichen Kreislaufe und steigern so die Nachhaltigkeit von Biobetrieben (FAO 2002, Niggli et al. 2009, Pimentel et al. 2005).

    1. Dies ist grösstenteils Quatsch. Viele Unterschiede haben mit der Produktionsmethode nichts direkt zu tun. Beispiel : « Höherer Anteil an naturnahen Flächen ». Sollte das stimmen – man bräuchte einschlägige und überzeugende Beweise – dann is es keine unmittelbare Konsequenz der Produktionsmethode.

      Auch nicht mit der Biodiversität. Beispiel : « Geringerer Viehbesatz pro Fläche ». Welchen Einfluss auf die Artenvielfalt ? Keiner.

      Weitere Punkte bedürfen eine längere Erklärung. Beispiel : « Verzicht auf Herbizide ». Um die Felder sauber zu halten, muss der Biobauer in der Regel das Unkraut mit Bodenbearbeitung bekämpfen (es sei denn, er lässt die anschaulichen Mohn und Kornblumen wachsen und büsst den Ertragsverlust ein). Herbizide sind für die Biodiversität viel schonender als der Pflug.

      Ähnlicherweise sind synthetische Fungizide gegen Kartoffel- oder Rebenmehltau viel naturfreundlicher als die im Biobau benutzte Kupferpräparate.

      Ein Ertragsverlust von zwei Drittel (bei Weizen üblich im Biobau) bedeutet, dass man eine verdreifachte Fläche anbauen muss – also für jeden Hektar konventionellen Anbaus zwei Hektar aus anderen Kulturen oder aus Naturflächen umstellen muss, um die gleiche Menge an Ernährung zu gewinnen. Ein Hektar intensiv bebautes Feld und zwei Hektar Naturflächen sind sicher besser als drei Hektar Biobau.

      Aber vielleicht werden Sie in Deutschland die zwei Hektar Naturflächen schonen… Ihr seid ja so reich in Deutschland, dass ihr ihre Nahrung importieren können.

      Ach noch einen Hinweis : « FAO 2002, Niggli et al. 2009, Pimentel et al. 2005 » : Die Autoren beschäftigen sich mit der Förderung des Bios und mehrere von ihnen werden dafür bezahlt.

      1. Und noch was : Sie zitieren Lukas Pfiffner vom FiBL (der steht ausschliesslich für die Förderung des biologischen Anbaus), und dieser zitiert :

        Bengtsson, J., Ahnström, J., Weibull, A.C., 2005. The effects of organic agriculture on biodiversity and abundance: a meta-analysis. Journal of Applied Ecology 42: 261-269

        Er schreibt :

        «  Eine umfassende Analyse von 66 wissenschaftlichen Studien zeigt, dass in biologisch bewirtschafteten Flächen im Durchschnitt 30 Prozent mehr Arten und 50 Prozent mehr Individuen vorkommen (Bengtsson et al. 2005). »

        Man möge die Zusammenfassung von Bengtsson et al. lesen, um festzustellen, ob das wirkliche Bild des Biobaus nicht diverser ist als von Pfiffner mit seinen zwei erwähnten Prozentzahlen angeregt.

        Ich lese zum Beispiel :

        « Organic farming usually increases species richness, having on average 30% higher species richness than conventional farming systems. However, the results were variable among studies, and 16% of them actually showed a negative effect of organic farming on species richness. »

        Und :

        « Birds, insects and plants usually showed an increased species richness in organic farming systems. However, the number of studies was low in most organism groups (range 2–19) and there was significant heterogeneity between studies. »

  9. Meine Nachfrage ging an Prof. Ammann und bezog sich vorerst auf den mitteleuropäischen Raum mit dem Fokus der Artenerhaltung durch Biolandwirtschaft.

    Sie bestreiten doch immer den Artenschwund durch konventionelle Landwirtschaft und sind für Gentechnik, Glyphosat und Biotechnik, also konventionelle Landwirtschaft.

    Ihre FDP macht sich aber gerne zum Steigbügelhalter für die Grüne Gentechnik:
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article11062480/Ein-Botanik-Professor-setzt-Greenpeace-unter-Druck.html
    Bin auf den Dialog zur Grünen Gentechnik zwischen Greenpeace und Gentechnikbefürwortern gespannt.

    Wo ist denn die Grenze, wenn die Büchse der Pandora geöffnet ist? Die BASF und die KWS haben sicherlich gute Anwälte, wenn etwas aus dem Ruder läuft…

  10. Leider hat Greenpeace dises Versprechen für einen Dialog nie eingelöst, trotz mehrfacher Einladung. Auch auf der von mir organisierten Europa-Tour 2015 des ehemaligen Greenpeace-Gründers Patrick Moore von Vancouver haben wir Greenpeace 4x eingeladen für öffentliche Diskussion, leider ohne Erfolg. Und eine Antwort zur Bemerkung der “Büchse der Pandora” an anderer Stelle: die ist ja längst geöffnet wegen der konventionellen Landwirtschaft – Ihre Behauptung, ich bestritte den Artenschwund bei der konventionellen Landwirtschaft ist kreuzfalsch. Ich habe schon 2008 und 2009 für ein Zusammengehen von Biolandwirtschaft und Biotechnologie geworben in zwei ausführlichen Publikationen, kann die Links senden, wenn Interesse an einer sachlichen Diskussion da (leider Englisch). Dort sind die Vor- und Nachteile beider Anbau-Strategien ausführlich und untermauert mit harten Daten beschrieben. Es wirkt nachgerade langweilig, wie sie mit allen Mitteln versuchen, mich als einen einseitig urteilenden Industrie-Heini in die Ecke zu stellen.

  11. Ich zitiere nicht irgendein Wiki sondern Wikipedia und als Industrieheini haben Sie sich bezeichnet. Die Links können Sie gerne hier online stellen. Hier ist doch ein Blog für denkende Menschen, wie Sie sagten. Die anderen werden es sowieso nicht lesen und verstehen (können)

    1. ich gebe schon fast auf und überlasse Sie Ihrem einseitigen Ökoglauben, sie haben von Susanne Günther schon Material von mir erhalten, auf das Sie leider nicht reagiert haben.. Viele meiner blogs kann ich leider (noch) nicht öffentlich auf Wikipedia stellen, da die meisten nicht publiziert sind, hier zwei publizierte Arbeiten mit Volltext-Links, in je zwei Versionen: a: publiziert und b: mit Volltext links zum privaten Gebrauch und vollem Nachlesen der Zitate.

      a: Ammann Klaus (2008) Feature: Integrated farming: Why organic farmers should use transgenic crops, print New Biotechnology 25 2 101 – 107 pp http://www.ask-force.org/web/NewBiotech/Ammann-Integrated-Farming-Organic-Farmers-use-transgenic-Crops-print-2008.pdf

      b: Ammann Klaus (2008) Feature: Integrated farming: Why organic farmers should use transgenic crops, fulltext links Klaus Ammann Delft Univesity of Technology, Netherlands 101 – 107 pp DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.nbt.2008.08.012 AND http://www.ask-force.org/web/NewBiotech/Ammann-Integrated-Farming-Organic-Biotech-20080825-fulltext-final.pdf

      a: Ammann Klaus (2009) Feature: Why farming with high tech methods should integrate elements of organic agriculture, print New Biotechnology 25 6 378-388 pp ISBN/1871-6784 http://www.sciencedirect.com/science/article/B8JG4-4WKTX50-1/2/1698b7149ed724fd0a49b3ae49f234ab AND http://www.ask-force.org/web/Organic/Ammann-High-Tech-and-Organic-2009.pdf

      b: Ammann Klaus (2009) Feature: Why farming with high tech methods should integrate elements of organic agriculture. accepted, corrected proof, open links New Biotechnology 4 http://dx.doi.org/10.1016/j.nbt.2009.06.933 AND http://www.ask-force.org/web/NewBiotech/Ammann-Integrated-Farming-Biotech-Org-20090410-fulltext-final.pdf

      Und zum Gentech-Heini: damit wollte ich spöttisch den Übernamen wiedergeben, den mir Gentech-Gegner manchmal verpassen. Das kam aber nicht von Ihnen, Sie behandeln mich jedoch so…

      dann noch eine Auswahl an kürzeren deutsch-sprachigen Texten, in Zeitungen und Akademie-Berichten publiziert

      Ammann Klaus (2002) Risikoforschung – Mythen, Fakten, Zukünftige Entwicklungm Vortrag an der Akademie in Goettingen Akademie-Journal 1 35-38 pp http://www.ask-force.org/web/Myths/Ammann-Risikoforschung-Fakten-Mythen-2002.pdf

      Ammann Klaus (2005) Die unertraegliche Leichtigkeit des Halbwissens, The unbearable lightness of partial knowledge, L.insoutenable legerete du demi-savoir, Neue Zuercher Zeitung Nov.5, 2005 Zuerich 4 pp http://www.ask-force.org/web/Moratorium/NZZ-Half-Knowledge-KAmmann.pdf Original Article in German see http://www.ask-force.org/web/Moratorium/NZZ-Halbwissen-publ.pdf, french translation by J.Guenter http://www.ask-force.org/web/NZZ/Ammann-Insoutenable-legerete-2005.pdf

      Ammann Klaus and Burger, R. (2001) Die Biologie hat ihre Unschuld verloren, Der Bund, Samstag-Interview Bern 2 pp http://www.ask-force.org/web/Stem-Cells/Ammann-Klonen-Interview-Bund-20010811.pdf

      Ammann Klaus, Koeppel, R. and Pluess, M. (2002) Eine Art Oekostalinismus, Weltwoche Zürich 2 pp http://www.ask-force.org/web/Weltwoche/Ammann-Weltwoche-2002.pdf

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