Wir erinnern uns: Vor rund einem Jahr meldete die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, dass ein Labor in 16 Muttermilch-Stichproben Spuren von Glyphosat gefunden habe.

Priska Hinz, Hessische Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, nahm das damals zum Anlass, um per Erlass zu bestimmen, dass in Hessen künftig Anwendungen auf Nichtkulturland mit Glyphosat-haltigen Präparaten nicht mehr genehmigt werden sollen:

„In Hessen werden wir solche Anwendungen, soweit rechtlich möglich, künftig nicht mehr zulassen.“

Die Methodik der Grünen-Stichprobe wurde massiv kritisiert. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stellte das Testverfahren in Frage und beauftragte eigene Untersuchungen. Im Februar dieses Jahres veröffentlichte das BfR die Ergebnisse: Es wurde kein Glyphosat in Muttermilch nachgewiesen.

Die Meldung brachte mich auf die Idee, mal in Hessen nachzufragen, ob der Erlass nun wieder zurückgenommen werde, wo doch jetzt der Anlass nicht mehr bestünde. Der Einfachheit halber tat ich dies via Twitter:

Um der Frage, Nachdruck zu verleihen, fügte ich noch den Hinweis hinzu, dass bestimmte Alternativen zu Glyphosat gesundheitliche Nachteile mit sich brächten:

Die Antwort erreichte mich wenige Stunden später:

… und löste Verwunderung aus. Schließlich bezog sich der Erlass, den ich meinte, auf Anwendungen von Glyphosat auf Nichtkulturland, also in der Regel versiegelte Flächen wie Wege, Einfahrten, Straßen, Plätze etc. Der einzige Sinn einer Unkrautbekämpfung dort ist nun mal die Reduzierung von Artenvielfalt. Auch nicht chemische Maßnahmen wie Abflämmen oder Jäten dienen hier nicht wirklich dem Artenschutz. Ich fasste Mut und fragte nach (zur Illustration fügte ich ein paar Bilder hinzu):

Leider endet hier der kurze Dialog, denn ich bekam keine weiteren Antworten.

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3 thoughts on “Nachgefragt

  1. Bahngleise sind auch Nichtkulturland. Schlägt Frau Hinz hier auch die Alternative Abflämmen vor oder hat bereits die Entscheidung getroffen?

  2. Mir gefällt es, wenn interessante Twitter-Gespräche in Blogs aufbereitet werden! twitter ist irgendwie entzaubernd. 😉
    Zum Thema: gibt es in Hessen eigentlich keine wirksame Opposition? Sind es ausschließlich außerparlamentarische Landwirtinnen, die zu Agrarthemen kritisch nachfragen?

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